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ScreenX: Mehr Leinwand, kein Mehrwert

Wer aus Protest oder Langeweile bei schlechten Kinofilmen häufig an die Wände starrt, wird in einer ScreenX-Vorstellung keinen Frieden finden. Die Multiprojektionstechnik erweitert das Filmgeschehen am Publikum vorbei - und das auch im übertragenen Sinn.

Ein Erfahrungsbericht von veröffentlicht am
Werbebild für Jumanji mit ScreenX-Projektion.
Werbebild für Jumanji mit ScreenX-Projektion. (Bild: UCI Multiplex GmbH / ScreenX)

"Wundern Sie sich bitte nicht, dass die verlängerte Leinwand nur in manchen Szenen eingesetzt wird. Das ist normal und bedeutet nicht, die Projektoren sind ausgefallen." Dieser freundliche Hinweis der Kartenabreißerin ist für mich Startschuss einer ganzen Reihe ernüchternder Feststellungen über ScreenX. Dabei klingt das Konzept grundsätzlich eigentlich verheißungsvoll.

Inhalt:
  1. ScreenX: Mehr Leinwand, kein Mehrwert
  2. Pre-Visuals für die Augenwinkel
  3. Fazit: Mehr sehen geht im IMAX besser

Vier zusätzliche Projektoren sollen das Filmgeschehen auf den Seitenwänden des Kinosaals links und rechts von der Hauptleinwand fortsetzen. Das ergänzende Material dafür muss am Set schon mit zusätzlichen Kameras gedreht oder im Falle von CGI-Szenen computergeneriert werden. Nachträglich nur halbherzig konvertierte Filme und damit eine Verschlechterung des Filmgenusses, wie etwa bei den meisten 3D-Vorführungen, müssen Zuschauer also nicht fürchten - dachte ich eigentlich. In der Praxis sieht das Ergebnis aber kaum besser aus als bei den unliebsamen 3D-Konvertierungen.

Das Publikum im Glaskasten

Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass ScreenX-Segmente nicht auf richtige Zusatzleinwände, sondern nur auf die kaum dafür angepassten Flächen des normalen Kinosaals projiziert werden. Zumindest im von mir besuchten UCI-Multiplex am Mercedes-Platz in Berlin, einem von zwei Kinos, die ScreenX in Deutschland zum Start von Jumanji: The Next Level eingeführt haben. Noch auf dem Weg zu meinem Sitzplatz überkommen mich ernsthafte Zweifel, überhaupt im richtigen Saal zu sein.

Große Lautsprecher mitten an den Wänden, das grell leuchtende Notausgangsschild über dem Eingang - und hier soll gleich das Panorama der bunten Abenteuerwelt von Jumanji in heller Pracht abgebildet werden? Meine Vermutung, es würden kurz vor Vorführungsbeginn vielleicht noch Leinwände an den Seiten herabgelassen, bleibt eine Wunschvorstellung. Stattdessen gibt es links und rechts nur ein abgedunkeltes, unscharfes und anscheinend auch niedriger aufgelöstes Bild, das mit dem mittleren Teil der Hauptleinwand nicht homogen zusammenwirkt. Offiziell soll eine spezielle Wandfarbe leinwandähnliche Qualität bewerkstelligen - mir kommt es aber so vor, als sei die hier nie aufgetragen worden oder sie zeigte keine wahrnehmbare Wirkung.

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Das an den Wänden befestigte Surround-System und andere Raumelemente reißen sichtbar klaffende Lücken ins Extrabild. Einzig die Eingangstüren des Saals werden mit hellen Vorhängen verborgen. All das wird in den zumeist 3D-animierten Werbefilmen von ScreenX bewusst kaschiert. Hier wird die Technik so inszeniert, als wäre das 270-Grad-Panoramabild aus Vorderleinwand und ergänzenden Seitenteilen ein großes Ganzes von nahezu identischer Qualität.

Nur die Tatsache, dass die drei Teilbereiche von dicken schwarzen Rändern getrennt werden und nicht nahtlos ineinander übergehen, verschweigt das geschönte Werbematerial nicht. Die unübersehbaren Ränder sorgen übrigens dafür, dass die wenigen gelungenen Momente von Immersion, etwa Flugsequenzen über die Filmlandschaft, immer noch so aussehen, als säße der Zuschauer in einem quadratischen Glaskasten mit dicken Kanten.

Neben den räumlich bedingten Limitierungen enttäuscht ScreenX auch mit dem gezeigten Zusatzmaterial an sich.

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Pre-Visuals für die Augenwinkel 
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xla881 09. Jan 2020

Nein, kann man nicht. Es ist ein entscheidender Unterschied, ob ich etwas angeboten...

Sphinx2k 31. Dez 2019

Ist doch etwas anderes auf einem Sitz mit Kleidung dazwischen zu sitzen. Als ein Gerät...

irata 27. Dez 2019

Cinéorama hatte 10 Projektoren für 360° und wurde auf der Weltausstellung Paris 1900...

Vögelchen 27. Dez 2019

*facepalm*

Vögelchen 27. Dez 2019

Das scheint mir aber dann doch eine ziemliche Nischenanwendung zu sein, wo diese noch...


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