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Screenwall ausprobiert: Alte Smartphones per Web-App als Second Screen nutzen

Mit der Web-App Screenwall können alte Smartphones, Tablets und Computer als Second Screen verwendet werden – ohne Installation.
/ Tobias Költzsch
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Verschiedene Screenwall-Anzeigen auf einem Smartphone (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Verschiedene Screenwall-Anzeigen auf einem Smartphone Bild: Tobias Költzsch/Golem

Der Hamburger Entwickler Tuan Anh Bui hat mit Screenwall die Möglichkeit geschaffen, Smartphones, Tablets und andere Displays einfach als Anzeigebildschirme zu verwenden. Auf diesen Second Screens können Nutzer Widgets, aber auch Bilder darstellen und den Code nach eigenen Belieben ändern. Wir haben uns das System angeschaut.

Um Screenwall(öffnet im neuen Fenster) zu starten, benötigt es nicht mehr als einen Browser und ein altes Smartphone oder Tablet. Nachdem wir uns bei Screenwall angemeldet haben, wird der Editor geladen – eine WYSIWYG-Oberfläche. Eingeblendet wird ein QR-Code; scannen wir diesen mit unserem Smartphone, wird der Bildschirm automatisch als Second Screen in Screenwall geladen.

Bei Geräten, die keine Kamera haben, kann alternativ auch ein sechsstelliger Code über eine Webseite eingegeben werden. Voraussetzung für die Nutzung ist, dass die als Bildschirme verwendeten Geräte eine Internetverbindung haben.

Inhalte lassen sich durch Verschieben platzieren

Anschließend können wir aus neu vorgefertigten Widgets wählen, die wir in die Benutzeroberfläche laden und in den Bildschirmen unserer Smartphones oder Tablets ablegen können. Screenwall erlaubt aktuell im kostenlosen Modell die Nutzung von fünf Bildschirmen parallel, auf die wir bis zu 15 Widgets verteilen können. Die Bildschirme bleiben während der Nutzung automatisch eingeschaltet.

Verfügbar sind Uhren- und Anzeigewidgets, etwa eine Anzeigetafel, wie es sie früher auf Flughäfen gegeben hat. Auch Bilder können wir hochladen und auf die Bildschirme verteilen. Dabei lassen sich Inhalte entweder an die Größe der einzelnen Bildschirme anpassen oder auch größer ziehen und so auf mehrere Displays verteilen. Das ist beispielsweise bei Bildern ein netter Effekt: Ein Foto kann so auf mehreren kleineren Displays wie ein Mosaik angezeigt werden.

Der Code der Widgets ist Ausgangspunkt für eigene Ideen – etwa bei der Anzeigetafel oder dem "Wetter-Widget", das im Grunde auch nur eine Anzeige ohne echte Daten dahinter ist. Ein kleines Tutorial erklärt, wie die Javascript-Dateien aufgebaut sind und wie man am besten mit dem ersten eigenen Widget startet. Die Anleitung erklärt auch die unterschiedlichen Render-Modi und was bei Problemen ausprobiert werden kann. Über JSON-APIs lässt sich etwa die Fluganzeigetafel mit gewünschten Informationen füttern, die live aktualisiert werden.

Screenwall ist aktuell noch im Betastatus, was man der Anwendung teilweise auch anmerkt. Erstaunlich gut funktionierte in unserem kleinen Test die Kommunikation zwischen der Benutzeroberfläche und den verbundenen Displays. Die Latenz betrug eigentlich immer unter 100 ms. Drehen wir ein Smartphone von hochkant ins Querformat, erkennt Screenwall dies sofort. Unsere Screenwalls können wir speichern.

Screenwall läuft noch nicht perfekt

Probleme hatten wir mit der Platzierung der Widgets nach der Erstellung. Oft können wir das Widget nicht verschieben, wenn wir es geladen haben. Erst nachdem wir es mehrere Male geladen und dann wieder gelöscht hatten, ließ es sich platzieren. Wollen wir das Widget später noch einmal verschieben, haben wir auch dann oft kein Glück.

Dem Entwickler zufolge funktionieren die Kernfunktionen von Screenwall, aktuell wird aber noch daran gearbeitet, die Stabilität und die Kompatibilität zu verbessern. Da Screenwall ausschließlich über den Browser auf den Mobilgeräten läuft, spielt das verwendete Betriebssystem keine Rolle.

Fazit

Screenwall ist eine nette Spielerei, die alten Smartphones und Tablets ein neues Leben geben kann. Mit etwas Programmierung lassen sich Second Screens mit verschiedenen Informationen bauen, die etwa auf dem Schreibtisch oder dem Nachttisch stehen können.

Fehlerfrei ist der Dienst aktuell aber noch nicht, was Nutzer bedenken sollten. Screenwall lässt sich kostenlos verwenden. Für die Registrierung sind ein beliebiger Name sowie eine E-Mail-Adresse notwendig.

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