Screamride im Test: Achterbahn mit Zerstörungsdrang

Vergnügungsparks sind nichts Neues für Frontier Development: Das Team war unter anderem für die Entwicklung von Rollercoaster Tycoon 3 zuständig. Screamride ist allerdings kein indirekter Nachfolger, sondern setzt die Schwerpunkte anders. Auch das Szenario ist neu. Das Spiel ist in einer etwas gesichtslosen Zukunftswelt angesiedelt, zudem gibt es eine eher überflüssige Hintergrundgeschichte - und insgesamt drei Bestandteile, die den Karrieremodus ausmachen.
Den leichtesten Einstieg bietet Screamrider - eine Art Rennspielmodus, in dem möglichst schnell über vorgegebene Achterbahnen gerast werden soll. Dabei gilt es natürlich, die Gesetze der Schwerkraft im Auge zu behalten: Viel Tempo gibt mehr Punkte und ermöglicht spektakuläre Fahrten auf zwei Rädern. Zu viel Tempo führt hingegen zum Verlassen der Bahn und einem Sturz in die Tiefe.
.jpg)
Die Bedienung ist denkbar einfach: Die Trigger-Tasten dienen zum Bremsen und Beschleunigen, mit dem linken Stick kann gegengesteuert werden, wenn sich der Wagen zu stark in eine Richtung neigt. Zudem gilt es, das richtige Timing zu beweisen, etwa beim Drücken der Boost- und Sprungtasten. Die ersten Kurse entpuppen sich als sehr einsteigerfreundlich und zahm, ein Geschwindigkeitsrausch will sich nicht einstellen. Das verbessert sich dann später, wenn die Fahrgäste bei Fahrten über Kopf, senkrechten Sprints in die Tiefe oder weiten Sprüngen im Sekundentakt kreischen.


























Im Modus Zerstörungsexperte geht es darum, so viel Schaden wie möglich anzurichten - indem die Achterbahnwagen mit Schwung und Gefühl in Bauwerke geschleudert werden. Der Modus spielt sich wie ein Angry Birds für Fortgeschrittene: Richtung auswählen, Schwung bestimmen, Ziel anvisieren und dann feuern - und während des Flugs noch letzte Veränderungen bei der Flugkurve vornehmen. Wer gut gezielt hat, kann danach zusehen, wie Gebäude für Gebäude physikalisch halbwegs korrekt zusammenstürzt.
Die Wucht der Zerstörungen ist gerade zu Beginn beeindruckend; mit zunehmender Spieldauer kann es allerdings auch langweilen, immer wieder grundsätzlich ähnliche und langanhaltende Einsturzpassagen zu begutachten.
Die eigene Achterbahn bauen
Wer lieber an der eigenen Achterbahn tüftelt, wendet sich dem Ingenieurmodus zu. Hier dürfen ganz nach Geschmack eigene Kurse erstellt werden. Zu Beginn geht es noch darum, in vorhandene Achterbahnen kurze Abschnitte einzufügen oder auch eine Abfahrt so zu bauen, dass die Bahn mit möglichst großer Wucht in Gebäude einschlägt und so wieder die Zerstörungswertung nach oben treibt. Später werden dann immer neue Bauteile freigeschaltet, die aufwendige und komplexe Konstruktionen ermöglichen.
Die Bedienung per Gamepad funktioniert gut, das Hinzufügen und Auswählen von Bauteilen ist einfach, trotzdem benötigt der Bau komplexer Bahnen viel Einarbeitungszeit, bevor es sich lohnt, die eigenen Werke mit der Community zu teilen. Gerade das Verbinden von Streckenabschnitten ist nicht einfach, das automatische Vervollständigen per Knopfdruck funktioniert häufig nicht, die Justierung der Kamera ist nicht immer intuitiv.


























Abseits der Kampagne mit ihren drei Bestandteilen und zahlreichen Levels, die jeweils immer noch Nebenziele und Aufgaben bereithalten, gibt es noch den Sandkastenmodus zum freien Basteln. In Bestenlisten und Statistiken kann zudem verglichen werden, wie erfolgreich die eigenen Bemühungen als Vergnügungspark-Tycoon sind.
Optisch ist Screamride solide - Kurse und die beständig debil grinsenden Testfahrer in den Bahnen sind detailreich und gut animiert, die Umgebungsgrafik schwankt zwischen sehr ansehnlichen Wasser-Effekten und recht generischen, futuristischen Gebäuden und Skylines.
Screamride erscheint am 6. März 2015 für Xbox One und 360, sowohl im Handel als auch als Download über Xbox Live. Das Spiel kostet etwa 30 Euro auf der Xbox 360, etwa 40 Euro auf der Xbox One und hat eine USK-Freigabe ab 12 Jahren erhalten.
Fazit
Wer aktuell auf der Suche nach einem Achterbahnspiel ist, hat kaum Auswahl - Screamride füllt also eine Lücke, worüber viele Spieler sehr dankbar sein dürften. Der Titel macht zu Beginn auch durchaus Spaß: Der Rennmodus ist unkompliziert zu bedienen und steigt schnell im Schwierigkeitsgrad, der Editor ist durchaus mächtig, zumindest wenn viel Einarbeitungszeit in Kauf genommen wird.
Abseits des Bahnbaus mangelt es Screamride aber an Langzeitmotivation: Vor allem im Zerstörungsmodus, aber auch bei den Rennen stellt sich nach den ersten Stunden schnell eine gewisse Monotonie ein, da im späteren Spielverlauf kaum Überraschungen oder Veränderungen geboten werden.



