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ScoutFS: Linux bekommt ein archivierendes Dateisystem

Die Entwickler des Dateisystems ScoutFS haben den Quellcode ihrer Software unter die GPLv2 gestellt. Es handelt sich um ein Posix-konformes archivierendes Dateisystem, das Metadaten an Compute-Nodes auslagern kann und in den Linux -Hauptzweig integriert werden soll.
/ Sebastian Grüner
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Der Linux-Kernel bekommt vermutlich ein weiteres Dateisystem. (Bild: Liam Quinn)
Der Linux-Kernel bekommt vermutlich ein weiteres Dateisystem. Bild: Liam Quinn / CC-BY-SA 2.0

Das Unternehmen Versity hat das freie Dateisystem ScoutFS(öffnet im neuen Fenster) vorgestellt. Laut den Entwicklern handelt es sich bei ScoutFS um das erste archivierende Dateisystem unter der Copyleft-Lizenz GPLv2. Spezialisiert ist das Dateisystem auf große Datensammlungen. Es speichert bis zu einer Billion Dateien pro Namensraum und lagert die Metadaten effizient an gewöhnliche Compute-Cluster aus. Dabei verspricht es eine hohe Datenintegrität, hat eine Indexierung eingebaut und legt den Fokus auf das möglichst schnelle Anlegen von Dateien, nicht unbedingt auf IOPS.

Die Entwickler liefern allerdings keine komplett fertige Software ab, ScoutFS befindet sich laut einer Ankündigung auf Github(öffnet im neuen Fenster) noch in der Alpha-Phase. Dies sei auch so, weil das Team der Community noch Gelegenheit geben wollte, an den grundlegenden Designentscheidungen teilzuhaben. Dazu sind eine eigene Mailingliste(öffnet im neuen Fenster) und eine Webseite(öffnet im neuen Fenster) eingerichtet worden.

Noch nicht produktiv einsetzbar

Aktuell seien die Kernelemente festgelegt, ein Großteil der Funktionalität drum herum sei aber noch nicht implementiert. ScoutFS sei damit interessant für Early Adopter und interessierte Entwickler, nicht für den Produktiveinsatz. Die Entwickler erwarten potenziell inkompatible Änderungen vor allem bei den Formaten von Netzwerknachrichten und bei persistenten Strukturen. Die Vorabversion nutzt zurzeit einen Hashwert aus dem Format und den Ioctl-Header-Dateien. Festplatten mit unpassenden Hashwerten hängt das Kernelmodul nicht ein. Dies sei eine temporäre Sicherheitsmaßnahme, die wegfalle, sobald das endgültig genutzte Format feststehe.

ScoutFS wird derzeit als externes Modul gegen den Linux-Kernel von RHEL/Centos in Version 7.x entwickelt. Wenn die Software so weit ist, wollen die Entwickler sie in den sogenannten Upstream-Kernel integrieren, also den Hauptzweig der Linux-Entwickler. Weiteres Details zu ScoutFS wollen die Entwickler auf der kommenden Linux Plumbers Conference vorstellen, die vom 13. bis 15. November 2018 in Vancouver stattfindet.


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