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Scout: Microsoft will Nutzer von neuer KI "abhängig machen"

Microsoft erklärt in einem internen Dokument zum neuen KI-Agenten Scout, Nutzer in einem ersten Schritt abhängig davon machen zu wollen.
/ Tobias Költzsch
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Scout ist Microsofts neuer Openclaw-Agent. (Bild: Microsoft)
Scout ist Microsofts neuer Openclaw-Agent. Bild: Microsoft

Auf der diesjährigen Build hat Microsoft erwartungsgemäß eine Menge KI-Anwendungen vorgestellt. Darunter war Scout, ein auf Openclaw basierender KI-Agent, der in Microsofts Office-Produkte integriert werden und Nutzern durch Zugriff auf deren Informationen und Daten die Arbeit erleichtern soll.

Die Webseite 404 Media(öffnet im neuen Fenster) hatte Einblick in ein internes Dokument zu Scout. Darin wird beschrieben, dass "Nutzer abhängig gemacht" werden sollen, bevor weitere Funktionen verteilt werden.

Dies soll die erste Phase von dreien darstellen, in denen Scout verteilt werden soll. In dem Dokument taucht auch noch der ursprüngliche Name von Scout auf, Clawpilot.

"Eine Standalone-Umgebung für Clawpilot bereitstellen. Die Benutzeroberfläche optimieren, den Nutzerkreis erweitern und ein Ökosystem aufbauen, auf das Nutzer täglich angewiesen sind", heißt es in dem Dokument. Der verantwortliche Microsoft-Manager Omar Shahine ergänzte, dass man in den unternehmensinternen Tests eine "tägliche Nutzung mit hoher Nutzungshäufigkeit und -intensität" beobachtet habe.

Microsoft-Mitarbeiter mit Formulierung nicht einverstanden

404 Media sprach mit zwei Microsoft-Angestellten, die mit Clawpilot vertraut sind. Die Formulierung "abhängig machen" nannte einer von ihnen "sehr problematisch". "Wir beobachten immer häufiger, dass Menschen von KI-Chatbots und -Agenten abhängig werden. Meiner Meinung nach sollte kein Produkt die Sucht zu einem Bestandteil seiner Entwicklungsstrategie machen", ergänzte der Mitarbeiter.

Ein anderer ergänzte etwas sarkastisch: "Ist es nicht das ultimative Ziel aller Softwareprodukte der großen Technologieunternehmen, süchtig zu machen? Zum Glück für uns ist Microsoft im Vergleich zu einigen anderen großen Unternehmen ziemlich schlecht darin, abhängig machende Produkte zu entwickeln."

Auf Nachfrage von 404 Media zu der Formulierung reagierte Microsoft lediglich mit einem Link auf den Blogbeitrag zu Scout. Der KI-Agent soll zunächst als experimentelle Version für ausgewählte Kunden und Organisationen zur Verfügung stehen.

Der Golem-Blick

Microsoft ist mit seinen KI-Produkten bislang eher mittelmäßig erfolgreich. Gefühlt will das Unternehmen KI in alle seine Produkte bringen, ob Nutzer es nun wollen oder nicht – der Fokus von Microsoft liegt klar auf KI. Die Nutzung von Copilot, das mittlerweile in fast allen Anwendungen integriert ist, liegt auf einem niedrigen Niveau.

Insofern ist es betriebswirtschaftlich verständlich, dass das Unternehmen sich für ein neues Tool wie Scout eine stärkere Nutzung wünscht. Vielleicht sollte eher überlegt werden, was Nutzer tatsächlich von einer KI erwarten, um die Verbreitung zu erhöhen, anstatt sie nur abhängig davon zu machen.


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