Quantumscape benutzt ausgedachte Kennzahlen ohne Grundlagen

Zur Dicke und Ladungsdichte der Kathode gibt es keine Angaben. Beim Ladevorgang wird Lithium durch die angelegte Spannung aus der Kathode entfernt. Beim Entladen gelangt das Lithium wieder zurück und setzt bei der chemischen Reaktion Energie frei. Quantumscape sagt nur, wie viel Ladung das Material pro Quadratzentimeter abgeben könnte. Es wird nicht gesagt, wie viel Ladung davon pro Ladezyklus tatsächlich abgegeben und wieder aufgenommen wird. Diskrepanzen dazwischen sind völlig normal und normal ist auch, dass die Zahlen dazu genannt werden. Stattdessen nennt Quantumscape nur den "State of Charge". Diese Prozentzahl kann willkürlich an einem Punkt gesetzt werden kann, bei dem die Batterie gut funktioniert, auch wenn er zum Beispiel nur die Hälfte der möglichen Entladekapazität beträgt.

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Worauf sich 100 Prozent "Discharge Energy" bezieht, ist völlig unklar. Der Wert steigt in den Diagrammen von Quantumscape teilweise über 100 Prozent, bezieht sich also nicht auf die theoretisch mögliche Energiekapazität und er wird nur von Quantumscape und nirgendwo sonst in der wissenschaftlichen Literatur benutzt. Quantumscape definiert den Begriff nicht und nennt keine absolute Zahl, auf die sich die 100 Prozent beziehen.

Überschüssiges Material senkt die Energiedichte

Auch die strenge Vermeidung aller Angaben zu Ladungs- und Energiedichten deuten große Probleme beim Erreichen guter Werte an. Laut Quantumscape gibt es in den Akkus keinen Lithiumexzess. Das heißt, dass beim Bau des Akkus kein zusätzliches Lithium auf der Anode aufgebracht wird. Das vereinfacht die Produktion. Aber dafür stammt nun alles Lithium im Akku aus der Kathode und sie muss alle Lithiumverluste bei den Ladevorgängen selbst ausgleichen. Oft wird in Festkörperakkus stattdessen eine dünne Lithiumfolie auf der Anode angebracht.

Quantumscape muss deshalb einen Überschuss an Kathodenmaterial, lithiumhaltige Additive oder einen großen Überschuss an Elektrolyt mit Lithium in den Testzellen verwenden, um die Verluste ausgleichen zu können. Aber damit befindet sich mehr teures Material in der Zelle, das funktionslos Platz, Masse und damit Energiedichte kostet. Die Firma sagt nicht, wie viel Material das ist.

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Das zweite Problem ist, dass das Kathodenmaterial fest mit dem Separator verbunden und dabei flexibel sein muss, damit es diese feste Verbindung nicht verliert. Sonst versagt der Akku, was ohnehin ein großes Problem der Technologie ist. Kathode und Anode dehnen sich bei den Lade- und Entladeprozessen immer wieder aus und ziehen sich wieder zusammen, mehr als in herkömmlichen Akkus. Das könnte etwa durch elastische Bindemittel ausgeglichen werden. Wie groß deren Anteil ist, sagt Quantumscape aber auch nicht. Selbst mit einem sehr dünnen Separator kann ein hoher Anteil von Bindemitteln, Elektrolyten oder überschüssigem Kathodenmaterial immer noch zu niedriger Energiedichte führen.

Elektromobilität: Theorie und Praxis zur Ladeinfrastruktur (de-Fachwissen)

Quantumscape hat die eigene Glaubwürdigkeit selbst in der Hand

Aus den Daten von Quantumscape kann nicht geschlossen werden, dass die Firma auch nur die Grundlagen für einen Akku der versprochenen Energiedichte gelegt hat, der außerdem zu kommerziell konkurrenzfähigen Preisen gebaut werden kann. Gleichzeitig hätte die Firma ein großes finanzielles Interesse daran, solche Daten offenzulegen und der Kritik zu begegnen. Dennoch tut sie es nicht.

Die Firma weigert sich, die dafür notwendigen Daten offenzulegen und publiziert gefälschte Diagramme, die statt Messdaten ihrer Batterien nur gezeichnete Linien enthalten. Die Firma weigert sich, ihre Akkuzellen unabhängigen Experten zum Test vorzulegen. Die Firma baut ihre Glaubwürdigkeit stattdessen auf einen Vertrag mit dem Großkonzern VW, der wegen eines groß angelegten, systematischen, internationalen Betrugs bei Abgastests gerichtlich zu Strafen in Milliardenhöhe verurteilt wurde.

Das Verhalten, die Aussagen und die Daten von Quantumscape sprechen für sich und sie sprechen gegen die Glaubwürdigkeit der Firma.

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 Quantumscape macht keine Angaben zum Kernbestandteil des Akkus
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moji 01. Mai 2021

Vielen Dank! So oder so - ich bin sehr gespannt, wie diese Geschichte enden wird... .

MajorPainpoint 29. Apr 2021

+1 da ich schon mehrfach lasche und tendenziöse Artikel und Autoren bei Golem krisiert...

Eheran 23. Apr 2021

Ist ja auch komplett öffentlich? Wie soll da einer was von Scam behaupten, wenn die...

Steffo 23. Apr 2021

Nikola hatte General Motors und bis heute sogar Bosch als Partner. Das ist einfach kein...

m4mpf 23. Apr 2021

Der Run auf die Festkörperakkus findet deshalb statt, weil der Zug bei den momentanen...



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