Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Scope Europe Monitoring: Netzbetreiber bekommen Prüfsiegel für Drückerkolonnen

Haustürwerber der Netzbetreiber halten sich nun an "hohe Standards" . Das behaupten zumindest Selbstregulierung Informationswirtschaft und Scope Europe Monitoring.
/ Achim Sawall
24 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Haustürwerber müssen klingeln. (Bild: Achim Sawall/Golem.de)
Haustürwerber müssen klingeln. Bild: Achim Sawall/Golem.de

Sieben Netzbetreiber, darunter die Deutsche Telekom, Vodafone, Deutsche Glasfaser und EWE, sind für ihre Standards im Haustürvertrieb ausgezeichnet worden und tragen das Prüfsiegel der privaten Überwachungsstelle Scope Europe Monitoring. Das gaben der Branchenverband VATM und die Selbstregulierung Informationswirtschaft am 16. Juli 2024 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Geprüft wurden auch Deutsche Giganetz und Leonet.

In dem "aufwendigen Prüfverfahren" , das laut VATM-Geschäftsführer Frederic Ufer "erfolgreich abgeschlossen" wurde, seien klare Regeln und Vorgaben für Transparenz und Fairness im Haustürvertrieb festgelegt.

Keine Angaben wurden dazu gemacht, wie der Prüfprozess genau durchgeführt wird. Eine tatsächliche Wirkung dürfte eine Überprüfung nur haben, wenn die Drücker nicht nur geschult, sondern auch unabhängig an der Haustür überwacht würden. Die Netzbetreiber verpflichten sich laut dem Haustürkodex(öffnet im neuen Fenster) , die Drücker zu qualifizieren. Die Haustürwerber müssen sich ausweisen können und sind verpflichtet, die Bewohner über ihr Widerrufsrecht zu informieren. Bei Pflichtverstößen sind Compliance-Prozessen zur Nachverfolgung einzurichten.

Doch immer wieder gibt es Beschwerden über unwahre Behauptungen durch Haustürwerber , die oft nichts verdienen, wenn sie keine Verträge abschließen.

Verbraucherschützer: lieber in Ruhe über das Internet abschließen

Die Drückerkolonnen der Netzbetreiber verkaufen zu hohe Datenübertragungsraten . Das geht aus einem Gespräch des Magazins SWR Aktuell mit Michael Gundall vom Fachbereich Digitales und Verbraucherrecht der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hervor.

Gundall sagte, dass Beschäftigte im Vertrieb meist nur etwas verdienten, wenn sie Verträge abschlössen. Das beeinträchtige die Beratungsqualität und Verbraucheraufklärung. Drücker träten teils forsch auf und setzten die Leute unter Druck. Den Menschen werde erzählt, sie stünden in zwei Jahren ohne Internetanschluss da, wenn sie nicht sofort unterschrieben.

Haustürgeschäfte könnten aber in den ersten zwei Wochen widerrufen werden. "Man sollte sich immer erst überlegen, was man braucht, und das Ganze dann gegebenenfalls in Ruhe über das Internet abschließen" , sagte Gundall.


Relevante Themen