Scoolio: Daten Hunderttausender Schüler im Netz abrufbar

Die für die Schule gedachte App Scoolio hat zahlreiche persönliche Daten preisgegeben. Die Betreiber werden für ihr Verhalten kritisiert.

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Die Scoolio-App hat mehr Informationen preisgegeben als sie sollte.
Die Scoolio-App hat mehr Informationen preisgegeben als sie sollte. (Bild: Scoolio)

Die auf IT-Sicherheit spezialisierte Forschungsgruppe Zerforschung hat ein massives Daten-Leck in der App Scoolio gefunden, wie das Kollektiv in seinem Blog schreibt. Über eine triviale Sicherheitslücke in der App ist es den Beteiligten demnach gelungen, etwa E-Mail-Adressen, Geburtsdatum und Standort der Schülerinnen und Schüler abzurufen, die die App benutzen. Laut einem Bericht des MDR schätzt das Team, dass davon wohl alle Scoolio-Accounts betroffen seien, also mindestens 400.000.

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Laut Aussage der App-Betreiber selbst sowie auch von Zerforschung ist die Sicherheitslücke zum einfachen Zugriff auf die persönlichen Daten wohl sämtlicher Accounts inzwischen behoben. Die Beteiligten einigten sich dabei auf einem Zeitraum von 30 Tagen zum Schließen der Lücken sowie die nun erfolgte Veröffentlichung.

Für die Entwicklerin und Sicherheitsforscherin Lilith Wittmann ist dieser Zeitraum aber deutlich zu lang. Laut MDR sei Wittmann der Meinung, "Scoolio hätte die Lücke innerhalb von 72 Stunden schließen und alle Nutzer informieren müssen". Wittmann ist unter anderem für ihre Analyse einer CDU-Wahlkampf-App sowie eine daran anschließende Klage gegen sie bekannt. Für die Untersuchung von Scoolio hat Wittmann erstmals in dem Kollektiv von Zerforschung mitgewirkt. Das Team von Zerforschung hat bisher unter anderem Kundendaten bei Flink gefunden oder teils triviale Sicherheitslücken in Corona-Testzentren entdeckt.

Daten komplett ungeschützt im Netz

Die Sicherheitslücke in Scoolio selbst ist dabei äußerst simpel und spricht nicht dafür, dass die Scoolio-Macher die Sicherheit ihrer App wirklich bedacht haben. Laut Zerforschung konnten die Profil-IDs samt der jeweiligen Profil-Inhalte schlicht über die komplett ungeschützte API abgerufen werden. Über eine ältere Version der API konnte das Team dann auch noch weitere persönliche Informationen der einzelnen Profile einsehen.

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Zwar hat Scoolio für die Profil-IDs auf UUIDs gesetzt, die nicht einfach zu erraten sind. Die App selbst verfügt aber über eine Art eigenes soziales Netz und eine Chatanwendung, wofür die UUIDs an andere übertragen werden. Das Team konnte über seinen eigenen Account außerdem problemlos mehrfach die Schule wechseln und hätte so einfach die UUIDs anderer Accounts sammeln und so auf deren Daten zugreifen können.

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In einer Mitteilung schreibt Scoolio: "Der Sicherheitsaspekt in der App, die für Schülerinnen und Schüler zur Organisation ihres Schulalltags sowie zur Berufsorientierung konzipiert wurde, ist für das gesamte Scoolio-Team von enormer Bedeutung". Das Team von Zerforschung kommentiert dies mit: "Davon haben wir nichts gemerkt 🤷"

Die zuständige Datenschutzbehörde in Sachsen hat sich trotz der besonders schutzbedürftigen Betroffenen und der weitgehend fehlenden Sicherheitsvorkehrungen von Scoolio dagegen entschieden, ein Bußgeld gegen die Betreiber zu verhängen. Wittmann bedankt sich zwar für die Zusammenarbeit mit der Behörde, schreibt aber auch: "Darüber, dass keine Bußgelder verhängt wurden, bin ich aber etwas unglücklich. Das sendet meiner Meinung nach ein falsches Signal."

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