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Scifi-Autor und Wissenschaftler: Herbert W. Franke ist tot

Der Science-Fiction -Autor, Wissenschaftler und Künstler Herbert W. Franke war ein Pionier auf vielen Gebieten – nun ist er 95-jährig gestorben.
/ Tobias Költzsch
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Der Autor und Wissenschaftler Herbert W. Franke (Bild: OÖ Landes-Kultur GmbH / Montage: Golem.de)
Der Autor und Wissenschaftler Herbert W. Franke Bild: OÖ Landes-Kultur GmbH / Montage: Golem.de

Der österreichische Autor, Physiker und Künstler Herbert W. Franke ist tot. Wie seine Frau Susanne Päch auf Twitter(öffnet im neuen Fenster) mitteilte, ist Franke am 16. Juli 2022 im Alter von 95 Jahren verstorben. Franke gehörte zu den bekanntesten deutschsprachigen Science-Fiction-Autoren und war unter anderem Vorreiter im Bereich Computergrafik.

Der am 14. Mai 1927 in Wien geborene Franke arbeitete seit 1957 als freier Autor, zwischen 1972 und 1979 war er Lektor und Herausgeber für Science-Fiction-Romane beim Heyne-Verlag. In seinen Romanen stellte Franke immer wieder die Realität infrage und galt auch als Vordenker im Bereich der virtuellen Realitäten. Seine Romane können als Ausblick darauf gesehen werden, welche negativen Effekte neue Technologien haben können.

Dies hat Franke erst kürzlich im Interview mit Golem.de so ausgedrückt: "Schon damals war ich überzeugt, dass diese Technologie [Computer und Informationstechnologie, die Redaktion] zwei wichtige Strömungen hat: die Schaffung Künstlicher Intelligenzen als alternativen Lebensentwurf – und die Perfektionierung von Traumwelten, die bisher wahrscheinlich nur ein einziges biologisches Wesen auf diesem Erdball entwickelt hat: der Mensch. Diese Entwicklungen bergen natürlich Chancen und Gefahren. Auf der Seite der Chancen liegt beispielsweise die Möglichkeiten in der Bildung – auf der anderen Seite, naja, da brauche ich nicht viel zu sagen: Kommerz und Militär sind meist die ersten, die Technologien für ihre Zwecke nicht nur brauchen, sondern auch missbrauchen."

Pionier im Bereich der Computerkunst

Franke begründete 1979 das Festival Ars Electronica in Linz mit. Er gilt als einer der Mitbegründer der Computerkunst, 1970 zeigte er sein erstes mit Hilfe eines Algorithmus erstelltes Bild. Von 1973 bis 1997 hatte er an der Ludwig-Maximilians-Universität in München einen Lehrauftrag für Computergrafik und Computerkunst inne. Franke war auch im Bereich der Höhlenforschung aktiv und veröffentlichte entsprechende Literatur.

Herbert W. Frankes letzter Roman Flucht zum Mars erschien 2007. Seine Bücher erschienen übersetzt in zahlreichen Ländern, unter anderem den USA, der damaligen UdSSR, Großbritannien, Frankreich, Japan und weiteren Ländern.


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