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Fortschrittsglaube und technologischer Größenwahn

Die nostalgische Kompilation seiner Teenagerträume im Handschuhfach des Roadsters umfasst sowohl Adams' ironische Fortschrittskritik als auch Isaac Asimovs Foundation-Trilogie mit ihrem Fortschrittsglauben und technologischen Größenwahn. Das große Epos des amerikanischen Science-Fiction-Autors, entstanden in den 1950er Jahren, beschreibt eine Welt, in der eine kleine Elite, gestützt auf mathematische Berechnungen, die Menschheit durch den Zusammenbruch führen soll, ohne demokratische Prozesse, nur mit kluger autokratischer Steuerung im Hintergrund.

Musk beschreibt sich selbst oft als eine Art Hari Seldon. So wie der Held bei Asimov, der die kommenden Krisen erkennt und rechtzeitig die Weichen stellt. Musks Marskolonie ist für ihn also nicht bloß irgendein Abenteuerprojekt, sondern ein Rettungsplan für die Menschheit.

Immer wenn Musk den schicksalhaften Rang seiner Weltraumpläne betont, zitiert er Asimov. Wie Hari Seldon, der Held in Asimovs Geschichte, will Elon Musk die Menschheit aus der Dunkelheit führen. "Es wird wieder ein dunkles Zeitalter geben", Elon Musk hängt tief in einem Cocktailsessel, als er das 2015 bei einer Veranstaltung des Guardian in London prophezeit. Seine braune Fliegerjacke mit Fellkragen hat er gar nicht erst ausgezogen, als er über seine Marspläne spricht.

Weltkrieg, KI-Katastrophe, Klimakollaps – Musk bietet die Rettung

Ein dritter Weltkrieg, eine mörderische KI, der Klimakollaps – was auch immer uns bedroht, Musk verspricht, seine Weltraumaktivitäten werden uns retten – zumindest jene, die es sich leisten können, minus denen, die nicht überleben werden.

Wie der Held Hari Seldon in Asimovs Foundation ist Musk überzeugt, dass nur ein Einzelner das Schicksal der gesamten menschlichen Zivilisation lenken kann und dass diese Person dabei riskante und ethisch heikle Entscheidungen für alle treffen darf, sogar muss, sofern es dem Fortbestand der Menschheit dient. Und genau wie Seldon glaubt der Raumfahrtunternehmer Elon Musk, die Zukunftstechnologien in den Händen zu halten, die seinen Führungsanspruch rechtfertigen. Der Held als Autokrat.

"Die Träumer kommen zuerst"

Noch nie war es so populär, sich als Unternehmer zum Schicksalsverwalter der Menschheit zu erklären. Die Rolle des charismatischen Unternehmers, der mit seiner Zukunftstechnologie die Menschheit retten will, natürlich nicht ganz selbstlos, wird mit wachsendem Eifer auch von anderen beansprucht.

Auch Musks größter Konkurrent im All, Jeff Bezos, gefällt sich sehr in dieser Rolle. Er ist ebenfalls reich genug, um sich ein eigenes Raumfahrtprogramm leisten zu können. 2020 gründete er das Raumfahrtunternehmen Blue Origin. Wie Musk ist Bezos erklärter Science-Fiction-Fan – und jemand, der solche Zukunftsvisionen auch wie Baupläne oder Handlungsanweisungen, nicht wie reine Fiktionen liest.

"Die Träumer kommen zuerst", sagt Amazon-Gründer Bezos. "Es sind immer die Science-Fiction-Leute: Sie denken sich alles zuerst aus – und dann kommen die Macher und setzen es um."


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