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Science-Fiction: The Astronaut ist da, aber nicht der Ryan-Gosling-Film

Zwei Filme, ein nahezu identischer Titel: The Astronaut sollte bitte nicht verwechselt werden mit Der Astronaut – Project Hail Mary.
/ Peter Osteried
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Kate Mara ist The Astronaut (Bild: Capelight)
Kate Mara ist The Astronaut Bild: Capelight

Ein Sci-Fi-Film mit Kate Mara und Laurence Fishburne – das klingt erst mal gut. Die Produktionswerte sind auch vorhanden. Dennoch kann der Film(öffnet im neuen Fenster), der am 15. Januar auf DVD und Blu-ray erscheint – als VoD ist er schon erschienen – nicht überzeugen.

Das liegt vor allem an der Geschichte, aber auch ein wenig an der Hauptdarstellerin. Kate Mara spielt die Astronautin Sam Walker, die im All war und nach ihrer Rückkehr zur Erde aus einer Kapsel geborgen wird. Nach dem Aufenthalt im Krankenhaus bringt man sie in ein abgelegenes Haus, wo sie sich erholen soll.

Dort ist sie allein, hat aber das Gefühl, beobachtet zu werden. Immer wieder sondiert sie die Umgebung des Hauses und bemerkt Bewegungen, ist aber nie sicher, was sie sieht.

Da sie auch körperliche Veränderungen durchmacht, kommt in ihr der Verdacht auf, dass sie etwas von ihrem Trip ins All mitgebracht haben könnte.

Die Monster vor dem Haus

Die von Jess Varley geschriebene und inszenierte Geschichte ist nicht taufrisch, aber auch kein Remake des russischen Sci-Fi-Films Sputnik(öffnet im neuen Fenster), wie gerüchtweise zu hören ist. Astronauten, die etwas von ihren Trips ins Weltall mitbringen, sind Standard in der filmischen Science-Fiction, und Species 2(öffnet im neuen Fenster) sowie The Astronaut's Wife(öffnet im neuen Fenster) nur zwei Beispiele. Mal konzentrierte man sich auf den Astronauten, mal auf dessen Angehörige.

Bei The Astronaut geschieht im Grunde genommen beides. Hier kommt Laurence Fishburne als Sams Ziehvater ins Spiel, der hat aber meist nichts zu tun.

Titel-Wirrwarr

The Astronaut ist über weite Teile eine Kate-Mara-Show. Dass sie überwiegend allein spielt, funktioniert insofern, als es die Isolation der Figur unterstreicht. Es ist aber auch repetitiv – mit jeder weiteren Verfärbung des Körpers und mit jeder unheimlichen Beinahe-Begegnung.

Das kann mitunter oberflächlich Spannung erzeugen, doch trotz der kurzen Laufzeit von gerade mal 90 Minuten – allein acht Minuten sind für den Nachspann – kommt Langeweile auf. Während die anfängliche Prämisse noch gut war, schafft es Varley nicht, die Spannung zu halten oder gar zu steigern.

Keine Originalität

Kate Mara war nicht die erste Wahl für die Rolle. Im Jahr 2023 war Emma Roberts die Wunschkandidatin für den Film. Sie wollte den auch machen, terminliche Probleme verhinderten das jedoch. Es wurde nach einem Ersatz gesucht.

Mara ist gut, aber ein anderer Typ als Roberts; sie wirkt weicher und zerbrechlicher, während Mara eine gewisse Härte ausstrahlt. Das schwächt die Wirkung der Hauptfigur, denn sie müsste sich im Kontext der Geschichte mehr wie ein Opfer fühlen. Das kommt aber nicht so rüber.

Die Geschichte ist in jeder Beziehung vorhersehbar. Es gibt keine Überraschungen – bis dann doch eine kommt. Der Film erlaubt sich zum Ende einen Twist, den man nicht ahnt. Nichts vorher hat darauf hingedeutet. Der Wendepunkt kommt einfach und stellt alles auf den Kopf. Das kann man gut oder schlecht finden.

Einerseits lässt er vieles zuvor geradezu albern erscheinen, andererseits ist er zumindest originell, wenngleich auch nur, weil er mit allem bricht, was der Film bisher etabliert hat.

Das Ende reißt The Astronaut ein wenig heraus – zwar nicht so, dass man sagen könnte: Das ist ein guter Film, aber es reicht, um attestieren zu können, dass er irgendwo knapp unter dem Durchschnitt halbwegs unterhält. Das ist nicht viel, aber bei einem Film wie diesem nimmt man, was man kriegen kann.

Der Titel

Man wäre nicht erstaunt, wenn der Film den Weg nach Deutschland nur geschafft hätte, weil der Verleih auf die Verwechslung mit dem größeren Kinofilm hofft. Wer auf Der Astronaut – Project Hail Mary wartet, muss sich bis zum 19. März 2026 gedulden, dann ist hiesiger Kinostart.

Und warum haben beide Filme fast den gleichen Titel? Weil The Astronaut in den USA einfach so heißt und Der Astronaut auf Basis des Romans von Andy Weir tatsächlich Project Hail Mary. Bei der deutschen Romanveröffentlichung nannte man ihn jedoch Der Astronaut – wohl, um an Weirs Der Marsianer zu erinnern.


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