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Per Anhalter durch die Galaxis - in der Verfilmung von 2005
Per Anhalter durch die Galaxis - in der Verfilmung von 2005 (Bild: Touchstone Pictures)

Im Weltall Bücher machen

Vor diesem Hintergrund beschreibt Asimovs Foundation den Akt einer politischen Restitution durch die Bücher aus dem All. Die außerirdische Literatur kann ihm zufolge nicht einfach nur ein Wissensträger bleiben, sondern muss ein Akteur sein. Mit der Verstetigung der Enzyklopädie an der Peripherie der Galaxis beginnt zugleich auch ihr Überlebenskampf.

Wer im Weltall Enzyklopädien machen will, muss strategisch handeln, sich die Feinde der Literatur dienstbar machen, Symbole entwerfen und Religionen stiften, mit Rohstoffen und Technologien handeln, vielleicht sogar selbst Krieg führen, kurzum: Er muss dem Universum selbst die Enzyklopädie einschreiben. Die Bücher ordnen die Wirklichkeit des Kosmos, ganz gleich, wie sehr sich diese ihnen auch widersetzen mag.

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Der Hitchhiker's Guide inszeniert sich als Nachhall dieses machtbewussten Selbstverständnisses der außerirdischen Literatur, und wenn er es auch ins Komisch-Privatistische verschiebt, so bleibt er der ihm einwohnenden Logik doch verpflichtet. Auch Adams' Protagonist Arthur Dent muss zusehen, wie seine galaktische Erlebniswelt nach und nach vom Text einer permanent von jedermann aktualisierten Enzyklopädie überschrieben wird, die ihn in Form eines tragbaren Bildschirmgeräts auf Schritt und Tritt verfolgt.

Am Ende wird er begreifen, dass er selbst ein Teil dieser Enzyklopädie, ja: dass er ein Medium geworden ist, in dem die größte Frage des Universums aufgespeichert ist und die nur mit der Zahl 42 beantwortet werden kann.

Außerirdische Literatur schreibt uns um

Die Besonderheit der außerirdischen Literatur besteht somit darin, dass man sie nicht benutzen kann, ohne von ihr selbst umgeschrieben zu werden. Sie birgt ein Überwindungswissen. Für das posthumane Denken und seine kulturellen Manifestationen ist sie Schrittmacher wie Prüfstein, verwandelt sie ihre Leser doch in Informationsträger, in Signaturen des Kosmos, die sich von der Erde aus noch gar nicht entziffern lassen. Es kann mitunter vorkommen, dass der Mensch von der dabei entstehenden Erzählung überrollt oder gar aus ihr gelöscht wird.

So beginnen etwa die auf dem Mond verklappten "morphologischen Bücher" in Reinhard Jirgls Nichts von euch auf Erden (2013) nach dem Untergang der Erde damit, für andere Bücher "den Roman einer Zukunft" zu schreiben, den "keines Menschen Auge mehr sehen konnte". Durch das Eintrittstor einer anderen, pfleglicher behandelten Bibliothek kommt man vielleicht auch irgendwo anders an.

Philipp Theisohn leitet das Forschungsprojekt Conditio extraterrestris an der Universität Zürich. Gemeinsam mit seinem Team gestaltet er ab dem 1. Oktober 2015 den Massive Open Online Course (MOOC) Spacebooks. An Introduction to Extra-Terrestrial Literature.

 Vom Hitchhiker's Guide zur Encyclopaedia Galactica

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Proctrap 28. Sep 2015

aha, muss wohl mal schnell zu OSX & Windows Konvertieren, Stereotypen sind dazu da...

motzerator 23. Sep 2015

Der sympathische Sheldon ist aber Physiker und kein Philosoph. Ich halte es für...

El Grapadura 23. Sep 2015

http://xkcd.com/1536/ Trifft es ganz gut ;)

Endwickler 23. Sep 2015

Ja, der Einzige bin da.

Butterkeks 22. Sep 2015

+1 Volle Zustimmung. Leider muss man nach der letzteren (eigentlichen) Art von Science...



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