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Im Widerspruch zur Mediengeschichte

Des Weiteren steht Weirs Roman - Ridley Scotts Kinoversion feiert dieser Tage in Toronto Weltpremiere - in seiner medialen Verfasstheit geradezu antithetisch einem Film gegenüber, der im vergangenen Jahr einen durchaus bemerkenswerten Zusammenhang zwischen dem posthumanen Denken, dem außerirdischen Bewusstsein und den Büchern aufgedeckt und monumentalisiert hat: Christopher Nolans Interstellar.

  • Interstellar ist ein Film, der einen durchaus bemerkenswerten Zusammenhang zwischen dem posthumanen Denken, dem außerirdischen Bewusstsein und den Büchern aufdeckt. (Bild: Paramount Pictures)
Interstellar ist ein Film, der einen durchaus bemerkenswerten Zusammenhang zwischen dem posthumanen Denken, dem außerirdischen Bewusstsein und den Büchern aufdeckt. (Bild: Paramount Pictures)
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Wir erinnern uns: Das Wurmloch, die fünfdimensionale Sphäre, durch die der Astronaut Joseph Cooper in seine eigene Vergangenheit hinabstürzt, endet geradewegs hinter einem verstaubten Bücherregal. Mit anderen Worten: Der Weg ins All, der Weg zur extraterrestrischen Identität des Menschen führt durch eine Bibliothek. Und hier lohnt es sich, näher hinzuschauen.

Allegorie auf das Verhältnis zwischen analogen und digitalen Medien

Selbst, wenn wir bedenken, dass die Bücher, die sich in Coopers Privatbibliothek finden, offensichtlich nicht mehr gelesen werden, dass man sie nicht aufschlägt, sondern zu einem Binärcode - nämlich zu Morsezeichen - reduziert: Es bleiben Bücher, und sie schreiben Geschichte im Weltall. Natürlich wäre es einfacher, gäbe es einen freien Zugang zum Tesseract, jenem Zeit und Raum verschmelzenden Archiv, in dem sich alles Geschehen speichern, wiederfinden und manipulieren lässt. Die Navigation in dieser Sphäre lernt man jedoch nur über das bedruckte Papier.

Es fällt wahrlich nicht schwer, in diesem Plot eine Allegorie auf das Verhältnis zwischen analogen und digitalen Medien zu erkennen. Umso mehr verblüfft aber Nolans Manöver, unsere außerirdische Zukunft ausgerechnet über die Bücher ansteuern zu wollen, setzt sich Interstellar hierin doch in einen offenen Widerspruch zur offiziellen Mediengeschichtsschreibung.

Man betrachte nur den Inhalt der berühmten Voyager Golden Records, die 1977 von der Nasa an Bord der Raumsonden Voyager 1 und 2 ins All geschossen wurden, um den extraterrestrischen Wesen, die sie eventuell jenseits der Heliopause einst empfangen werden, durch eine repräsentative Auswahl von Bild- und Tonaufnahmen einen Eindruck der irdischen Zivilisation zu vermitteln. Vielleicht muss man der Mediengeschichte widersprechen

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 Kann der Mensch außerirdisch denken?Literatur als interstellares Medium 
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Proctrap 28. Sep 2015

aha, muss wohl mal schnell zu OSX & Windows Konvertieren, Stereotypen sind dazu da...

motzerator 23. Sep 2015

Der sympathische Sheldon ist aber Physiker und kein Philosoph. Ich halte es für...

El Grapadura 23. Sep 2015

http://xkcd.com/1536/ Trifft es ganz gut ;)

Endwickler 23. Sep 2015

Ja, der Einzige bin da.

Butterkeks 22. Sep 2015

+1 Volle Zustimmung. Leider muss man nach der letzteren (eigentlichen) Art von Science...


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