Abo
  • Services:
Anzeige
Per Anhalter durch die Galaxis - in der Verfilmung von 2005
Per Anhalter durch die Galaxis - in der Verfilmung von 2005 (Bild: Touchstone Pictures)

Kann der Mensch außerirdisch denken?

Dass dem keineswegs so ist, liegt in dem Umstand begründet, dass dieser Text nie bedenkt, ob die Möglichkeit einer planetarischen Verpflanzung der biologischen Spezies Mensch die Möglichkeit ihrer ideellen Verpflanzung miteinschließt. Die Erde als gedankliches Zentrum hat der vorgebliche Marsianer nie hinter sich gelassen, dementsprechend wird er am Ende auch wieder glücklich dorthin zurückkehren.

Anzeige
  • Der Marsianer bleibt bei allem, was er tut, ein Erdbewohner, der in widriger Umgebung das Recht des Menschen auf Unverwüstlichkeit durchsetzt und damit demonstriert, dass die "Vererdung" des Mars eben durchaus machbar wäre. (Bild: 20th Century Fox)
  • Die Erde als gedankliches Zentrum hat der vorgebliche Marsianer nie hinter sich gelassen. (Bild: 20th Century Fox)
  • Andy Weir gleitet an der durchaus entscheidenden Frage vorbei, ob wir überhaupt in der Lage sind, uns als Außerirdische zu denken. (Bild: 20th Century Fox)
  • The Martian ist ein Dokument schonungsloser Ehrlichkeit, an dem nur der Titel stört. Denn der versehentlich auf dem Mars zurückgelassene Astronaut Mark Watney ist alles, aber kein Marsianer. (Bild: 20th Century Fox)
  • Mit der Verfilmung von Andy Weirs The Martian werden sich die Feuilletons in den kommenden Monaten auseinandersetzen. (Bild: 20th Century Fox)
  • Der gesamte erzählerische Aufwand von Der Marsianer  richtet sich auf die technologische Plausibilisierung dieses Überlebens, was Weir viel Lob vonseiten der Weltraumforschung sowie das Missverständnis eingebracht hat, es handle sich bei The Martian um gelungene Science-Fiction. (Bild: 20th Century Fox)
Der Marsianer bleibt bei allem, was er tut, ein Erdbewohner, der in widriger Umgebung das Recht des Menschen auf Unverwüstlichkeit durchsetzt und damit demonstriert, dass die "Vererdung" des Mars eben durchaus machbar wäre. (Bild: 20th Century Fox)


Damit aber gleitet Andy Weir auch leichtfertig an der durchaus entscheidenden Frage vorbei, ob wir überhaupt in der Lage sind, uns als Außerirdische zu denken. Wie lebt man eigentlich in einem Kosmos, in dem man sich nicht allein weiß? Lässt sich ein Planet tatsächlich als provisorischer, austauschbarer, wählbarer Aufenthaltsort vorstellen - und welche Folgen hätte diese Vorstellung für unser Selbstverständnis?

Außerirdisch werden heißt, sich von außen betrachten

Außerirdisch zu werden, das bedeutet nicht zuletzt, die Beschränktheit unserer Weltwahrnehmung aufzuheben, uns endlich auch in dem Raum zu erkennen, in dem wir tatsächlich leben. Außerirdisch zu werden heißt, sich auch von außen betrachten zu können. In diesem Sinne läge die Errettung des Menschen weniger in der Erkundung und Formung neuer Habitate, sondern in einer überfälligen Korrektur: in der Neuerfindung des Homo sapiens als galaktisches, nicht als terrestrisches Wesen.

Es kommt nun noch etwas anderes hinzu: Mit der unbezwingbaren terrestrischen Mentalität des Astronauten Mark Watney korrespondiert seltsamerweise das restlose Aufgehen des Romans im sozialen Netzwerk. Abgesehen davon, dass sich die Diktion des Protagonisten bisweilen liest wie die eines versetzungsgefährdeten Teenagers auf Facebook, der sich sein Ableben über einen Wikipedia-Eintrag visualisiert und dem Kontakt vor allem ein virtuelles Phänomen zu sein scheint, entspricht dieser Verhaftung in der Digitalität auch die Entstehungsgeschichte des Textes selbst.

Seinen immensen Erfolg verdankt The Martian der Möglichkeit der digitalen Eigenpublikation, sowie der Verbreitung von E-Readern. Das Gedrucktwerden ist dieser Erzählung etwas Nachträgliches, es widerspricht auch ihrem Selbstverständnis und ihren Vorstellungen der Kommunikation. Verwerflich ist daran nichts, interessant jedoch vieles.

Außerirdische Räume im Digitalen

Hatte Frank Schirrmacher in einem seiner letzten Beiträge noch die These aufgestellt, dass zwischen unseren Weltallfantasien und dem digitalen Zeitalter eine enge Verbindung besteht, so ließe sich diese These mit Blick auf The Martian womöglich präzisieren. Wenn es diesen Zusammenhang gibt, dann haben wir es mit einem reziproken Verhältnis zu tun: Je unirdischer unsere Kommunikation wird, umso schwerer fällt es uns, das Außerirdische als solches zu erfahren.

Die Stärke der Digitalität liegt in ihrer Fähigkeit, das Entrückte zu verschalten und zugleich bei sich bleiben zu lassen. Nicht mehr bei sich zu sein, unterwegs zu sein, fremd zu sein - das sieht sie nicht vor. Wie sich in diesem Medium außerirdische Räume erzählen lassen, wird zu beobachten sein.

 Science-Fiction: Per Anhalter durch die BibliothekIm Widerspruch zur Mediengeschichte 

eye home zur Startseite
Proctrap 28. Sep 2015

aha, muss wohl mal schnell zu OSX & Windows Konvertieren, Stereotypen sind dazu da...

motzerator 23. Sep 2015

Der sympathische Sheldon ist aber Physiker und kein Philosoph. Ich halte es für...

El Grapadura 23. Sep 2015

http://xkcd.com/1536/ Trifft es ganz gut ;)

Endwickler 23. Sep 2015

Ja, der Einzige bin da.

Butterkeks 22. Sep 2015

+1 Volle Zustimmung. Leider muss man nach der letzteren (eigentlichen) Art von Science...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. A + F Automation + Fördertechnik GmbH, Kirchlengern
  2. Wilhelm Bahmüller Maschinenbau Präzisionswerkzeuge GmbH, Plüderhausen
  3. AKDB Anstalt für kommunale Datenverarbeitung in Bayern, München
  4. oput GmbH, Ulm


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Hacksaw Ridge, Deadpool, Blade Runner, Kingsman, Arrival)
  2. 12,99€
  3. (u. a. Game of Thrones, Big Bang Theory, The Vampire Diaries, Supernatural)

Folgen Sie uns
       


  1. Radeon Software Adrenalin 18.2.3

    AMD-Treiber macht Sea of Thieves schneller

  2. Lifebook U938

    Das fast perfekte Business-Ultrabook bekommt vier Kerne

  3. Wochenrückblick

    Früher war nicht alles besser

  4. Raumfahrt

    Falsch abgebogen wegen Eingabefehler

  5. Cloud

    AWS bringt den Appstore für Serverless-Software

  6. Free-to-Play-Strategie

    Total War Arena beginnt den Betabetrieb

  7. Funkchip

    US-Grenzbeamte können Pass-Signaturen nicht prüfen

  8. Telekom-Chef

    "Sorry! Da ist mir der Gaul durchgegangen"

  9. WD20SPZX

    Auch Western Digital bringt flache 2-TByte-HDD

  10. Metal Gear Survive im Test

    Himmelfahrtskommando ohne Solid Snake



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Sam's Journey im Test: Ein Kaufgrund für den C64
Sam's Journey im Test
Ein Kaufgrund für den C64
  1. THEC64 Mini C64-Emulator erscheint am 29. März in Deutschland
  2. Sam's Journey Neues Kaufspiel für C64 veröffentlicht

Age of Empires Definitive Edition Test: Trotz neuem Look zu rückständig
Age of Empires Definitive Edition Test
Trotz neuem Look zu rückständig
  1. Echtzeit-Strategie Definitive Edition von Age of Empires hat neuen Termin
  2. Matt Booty Mr. Minecraft wird neuer Spiele-Chef bei Microsoft
  3. Vorschau Spielejahr 2018 Zwischen Kuhstall und knallrümpfigen Krötern

Samsung C27HG70 im Test: Der 144-Hz-HDR-Quantum-Dot-Monitor
Samsung C27HG70 im Test
Der 144-Hz-HDR-Quantum-Dot-Monitor
  1. Volumendisplay US-Forscher lassen Projektion schweben wie in Star Wars
  2. Sieben Touchscreens Nissan Xmotion verwendet Koi als virtuellen Assistenten
  3. CJ791 Samsung stellt gekrümmten Thunderbolt-3-Monitor vor

  1. Re: Internet oder Monitor, was findet man öfter...

    Akiba | 11:22

  2. Re: kann ich demnächst meine Notdurft auch in der...

    Apfelbrot | 11:16

  3. Re: Nur einmal einsetzbar?

    CSCmdr | 11:15

  4. Re: einfache lösung

    Vögelchen | 11:01

  5. Re: beta.

    robinx999 | 10:58


  1. 11:26

  2. 11:14

  3. 09:02

  4. 17:17

  5. 16:50

  6. 16:05

  7. 15:45

  8. 15:24


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel