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Science-Fiction: Mark Gatiss warnt vor falschen Erwartungen an Doctor Who

Doctor-Who-Autor Mark Gatiss erklärt, warum die Serie trotz der Verlockung größerer Budgets eigenständig bleiben muss.
/ Peter Osteried
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Mark Gatiss (links) schrieb nicht nur Drehbücher, sondern spielte auch in der Serie mit - hier neben Peter Capaldi. (Bild: BBC)
Mark Gatiss (links) schrieb nicht nur Drehbücher, sondern spielte auch in der Serie mit - hier neben Peter Capaldi. Bild: BBC

Trotz höherer Budgets und internationaler Vermarktung wird Doctor Who nach Ansicht des Autors Mark Gatiss nie zu einem Großfranchise nach dem Vorbild von Star Wars. Das äußerte er bei einem Interview mit dem US-Männermagazin Men's Journal(öffnet im neuen Fenster) . Gatiss schrieb mehrfach Drehbücher für die BBC-Serie und stand für sie auch vor der Kamera. Anlass zu dem Gespräch war die Promotion seiner neuen Serie Bookish, doch auch die aktuelle Entwicklung von Doctor Who kam zur Sprache.

Der Autor machte deutlich, dass Doctor Who bewusst keine klassische Franchise-Logik verfolge. Die Serie sei kein episches Weltraumabenteuer mit klar definiertem Markenuniversum, sondern bleibe ihrem Kern treu.

Doctor Who ist wie nichts anderes

Zwar habe das zusätzliche Geld durch den neuen internationalen Vertriebspartner Disney spürbare Auswirkungen auf Produktion und Reichweite gehabt, erklärte Gatiss. Am grundlegenden Wesen der Serie ändere das jedoch wenig. Doctor Who sei vor allem eine ungewöhnliche, stellenweise unheimliche und bewusst eigenwillige Fernsehserie. Gerade diese Mischung mache ihren Reiz aus. Sobald die Serie versuche, sich an anderen erfolgreichen Marken zu orientieren, verliere sie ihre Identität.

Gatiss' Aussagen fallen in eine Phase intensiver Diskussionen rund um die aktuelle Staffel. Zuletzt hatte das Staffelfinale mit einer ungewöhnlichen Regenerationsszene Debatten angefacht. Darin geht der von Ncuti Gatwa gespielte Doktor scheinbar in eine neue Inkarnation über – mit dem Gesicht von Billie Piper. Die BBC hält sich bislang bedeckt, wie diese Szene einzuordnen ist. Im Christmas Special, das Davies für Ende 2026 vorbereitet, könnte dies aufgeklärt werden.

Der eigenwillige Charakter der Serie

Die Serie wird seit 2023 erneut von Russell T. Davies betreut, der bereits in den 2000er Jahren als Showrunner maßgeblich für den Erfolg der Neuauflage verantwortlich war. Davies verfolgt erklärtermaßen das Ziel, Doctor Who einem internationalen Publikum zugänglicher zu machen, ohne den eigenwilligen Charakter der Serie aufzugeben.

Nach Einschätzung von Gatiss liegt genau darin die Stärke des Formats: Doctor Who bleibe deswegen erfolgreich, weil es sich nicht an andere Marken anpasse, sondern konsequent es selbst bleibe.


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