Science-Fiction: Gilligan entwickelte schon vor Pluribus eine Virus-Serie

Schon vor Pluribus hätte Serienschöpfer Vince Gilligan fast eine Sci-Fi-Serie über ein sich ausbreitendes Virus gemacht, wie die US-amerikanische Entertainment-Website Slashfilm(öffnet im neuen Fenster) berichtet. Nach dem Ende von Akte X im Jahr 2002 tat sich Gilligan zunächst schwer, neue Serienideen unterzubringen. In dieser Phase entstand auch das Projekt A.M.P.E.D., das er gemeinsam mit seinem ehemaligen Akte-X-Kollegen Frank Spotnitz entwickelte. Für Spike TV wurde 2007 ein Pilotfilm produziert, jedoch nie ausgestrahlt. Der Sender entschied sich letztlich gegen eine Serienbestellung.
Eine neue Art von Akte X
Inhaltlich drehte sich A.M.P.E.D. um eine Epidemie, die bei Infizierten genetische Veränderungen auslöste und sie zunehmend gewalttätig machte. Gilligan beschrieb das Konzept später als Mischung aus klassischem Polizeidrama und Mystery: eine Art "Michael-Mann-Serie, gekreuzt mit Akte X" . Im Zentrum standen zwei Ermittler einer Mordkommission in Minneapolis, gespielt von Lee Tergesen und Tony Curran, die mit den übernatürlichen Folgen des Virus konfrontiert werden.
Parallelen zu Pluribus sind dennoch erkennbar. Auch dort spielt ein außergewöhnlicher Virus eine zentrale Rolle – allerdings mit gegenteiliger Wirkung. Während A.M.P.E.D. auf körperliche Mutationen und Aggression setzte, verändert der Erreger in Pluribus die Psyche der Betroffenen. Die Infizierten bilden eine Art harmonisches Kollektivbewusstsein und werden übermäßig freundlich, hilfsbereit und konfliktvermeidend.
Eine alte Idee
Gilligan zufolge entstand die Grundidee von Pluribus bereits vor fast einem Jahrzehnt. Ursprünglich habe er an einen Mann gedacht, dem plötzlich die ganze Welt wohlgesonnen sei, ohne dass er dies verdient hätte. Später wandelte Gilligan die Hauptfigur in eine Frau um – auch, um erneut mit Rhea Seehorn (Better Call Saul) zusammenzuarbeiten.
Rückblickend wirkt A.M.P.E.D. wie ein klassischer Genre-Ansatz, der stark an frühere Mystery-Formate erinnerte. Mit Breaking Bad und Pluribus schuf Gilligan dagegen Serien, die deutlich mehr erzählerisches Potenzial bieten – und die Möglichkeit, aus bekannten Mustern auszubrechen.