Science-Fiction-Film Enemy: Liebe in Zeiten der Übertechnologisierung
Wenn man einen Menschen durch ein Roboter-Duplikat ersetzt, was passiert dann mit demjenigen, der ihn liebt? Interessante Frage, leider macht der Film einige Denkfehler.
In der relativ nahen Zukunft des Jahres 2064 ist die Welt ein unwirtlicher Ort geworden. Wasser ist eine begehrte Ressource, die Temperaturen steigen weiter, der Wohnraum schwindet.
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Das ist die Ausgangslage bei Foe (Start bei Prime Video am 5. Januar), der Verfilmung eines Romans von Iain Reid, der davor mit The Ending großen Erfolg hatte. Diesem ist es auch zu verdanken, dass die Filmrechte für Foe, der bei Prime Video als Enemy läuft, verkauft wurden, noch bevor der Roman in den Buchhandlungen lag. Reid selbst schrieb das Drehbuch, zusammen mit Regisseur Garth Davis.
Drehen wollte Davis ursprünglich außerhalb von Westport in Kanada. Wegen der Termine der Schauspieler hätte dies jedoch im kanadischen Winter stattfinden müssen, und das hätte für die Geschichte des Films nicht gepasst. Die Produktion wechselte darum nach Australien, wo eine exakte Replik des Hauses aufgebaut wurde, das Davis in Kanada gefallen hatte. Die hohen Temperaturen im australischen Sommer waren für die Geschichte durchaus hilfreich.
Wenn der Mann gehen muss
Hen (Saoirse Ronan) und Junior (Paul Mescal) leben alleine und zurückgezogen auf einer Farm mitten im Nirgendwo. Eines Nachts erhalten sie Besuch von Terrance, einem Vertreter der Regierung. Er erklärt, dass Junior für ein Programm ausgewählt worden sei. Er werde die nächste Zeit im All verbringen und daran arbeiten, dass die Menschheit auf anderen Welten eine Zukunft habe.
Eigentlich will Junior nicht, aber er hat keine Wahl. Die Vorbereitungen dauern eine Weile. Diese Zeit nutzt man auch, um mit Junior dessen Leben durchzugehen.
Denn man möchte Hen nicht alleine lassen. Für sie wird ein Roboter-Duplikat ihres Mannes angefertigt, das in jeder Beziehung wie Junior ist und ihn vertreten wird, bis er aus dem All zurückkommt.
Wie Black Mirror
In Charlie Brookers Serie Black Mirror gab es in der sechsten Staffel die Folge Beyond the Sea mit Aaron Paul und Josh Hartnett. Hier befanden sich Astronauten weit weg im All, aber sie konnten ihren Geist in ein Robot-Duplikat auf der Erde transferieren, um so mit ihren Liebsten zusammen zu sein.
Nicht unähnlich ist die Prämisse von Foe. Einen Denkfehler haben aber beide Geschichten: Wenn es möglich ist, ein perfektes Duplikat eines Menschen anzufertigen, dann ist es nicht nötig, das Original ins All hinauszuschicken. Ebenso gut könnte man die Roboter für die Missionen ausbilden, die zu erledigen sind.
Allein das macht beide Geschichten unglaubwürdig. Es ist das grundsätzliche Problem sowohl der Black-Mirror-Folge als auch von Enemy.
Der Unterschied ist jedoch, dass die Black-Mirror-Story zwar ein bisschen lang war, aber dennoch gut unterhielt. Bei Enemy wird die Geduld arg strapaziert. Denn der Film ist extrem langsam erzählt.
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Ein Mensch einfach in der Wartung? Na dann guck dir mal unser Gesundheitssystem an.
Musste nach einer Stunde aufhören meine Zeit zu verschwenden. Der Film scheint aus meiner...
oder auch die Variante davon: Auf 75 Seiten aufgebläht, so dass es selbst für einen Comic...
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