Science-Fiction: Dune - die ersten Bilder sind da
Dune soll trotz Coronakrise im Dezember weltweit in den Kinos starten – als der erste von zwei Teilen. Das Warten auf diese Verfilmung hat ohnehin schon einige Zeit in Anspruch genommen: Bereits 2016 wurde das Projekt von Denis Villeneuve angekündigt(öffnet im neuen Fenster) . Erfreulich ist, dass das Studio entschieden hat, den umfangreichen Roman nicht in einen einzigen Film zu pressen.
Die Geschichte ist derart komplex, dass Villeneuve nur unter der Bedingung zusagte, das Projekt anzugehen, wenn er zwei Filme bekomme, um der Größe von Frank Herberts Fantasie auch nur ansatzweise Herr werden zu können. "Die Welt ist zu komplex. Ihre Stärke liegt in der Vielzahl der Details" , erklärte Villeneuve dem Magazin Vanity Fair, das auch die ersten Bilder des Films präsentiert(öffnet im neuen Fenster) .
Der Wüstenplanet
Herberts Roman erschien im Jahr 1965. Im Jahr darauf wurde er mit dem Nebula- und dem Hugo-Award ausgezeichnet(öffnet im neuen Fenster) . Bis zu Herberts Tod im Jahr 1986 verkauften sich weltweit mehr als zwölf Millionen Exemplare des Originals. Zudem schrieb Herbert fünf weitere Romane, mit denen er nach und nach die Figuren des Originals hinter sich ließ und diese Welt immer größer und komplexer werden ließ.
Es ist ein mächtiges Werk, das Herbert ablieferte. Eine Geschichte verfeindeter Adelshäuser, einer lebensverlängernden Droge namens Melange (oder auch Spice, auf Deutsch Gewürz), einem prophezeiten Messias, einem Dschihad in dessen Namen und monströsen Würmern, die in den weiten Ebenen des Wüstenplaneten leben.
Im Mittelpunkt steht der Sohn des Herzogs Leto Atreides, der junge Paul Atreides, der jener Messias ist, den die Fremen, die Ureinwohner des Wüstenplaneten, seit langer Zeit erwarten, und der das Gesicht nicht nur dieser Welt, sondern des bekannten Universums selbst verändern wird.
Dies ist eine Geschichte, die sich nur schwerlich auf zwei Stunden herunterbrechen lässt. Probiert wurde es dennoch. Aus Alejandro Jodorowskys Versuch, den Roman zu adaptieren(öffnet im neuen Fenster) , wurde in den 1970er Jahren nichts, zu Beginn der 1980er Jahre war es dann David Lynch, der sich des Werks annahm. Der Film Dune: Der Wüstenplanet kam 1984 in die Kinos, war jedoch ein Flop.

Es hagelte auch harsche Kritiken, nicht jedoch von Herbert selbst, der mit dem Resultat zufrieden war und meinte, in dem Werk seine Dialoge zu hören. Tatsächlich hält sich der Film recht nah an die Vorlage, nur das Ende ist völlig anders. Zu beachten gilt auch: Es gibt eine dreistündige Fassung(öffnet im neuen Fenster) , die später für das US-Fernsehen entstand und deutlich runder erzählt wurde.
Im Jahr 2000 gab es eine Miniserie für das Fernsehen, die aber in jeder Beziehung unterirdisch ist. Da mit deutschem Geld produziert wurde, ist sogar Uwe Ochsenknecht dabei – als Stilgar, Anführer der Fremen, ist er alles andere als überzeugend. Drei Jahre später wurde erstmals Children of Dune als Miniserie adaptiert(öffnet im neuen Fenster) , mit einem jungen James McAvoy in der Rolle von Paul Atreides' Sohn Leto.

Dune lebt auch von der Vielzahl der Figuren, die der Grundstock der komplexen Erzählung sind.
Die ersten Bilder: leicht enttäuschend, aber vielversprechend
Die Rolle des jungen Paul Atreides, der als Muad'Dib zum Anführer der Fremen wird, wurde im neuen Film mit Timothee Chalamet besetzt. Er berichtete Vanity Fair, dass die Destillanzüge, die die Fremen tragen und die den Verlust von Wasser in der Wüste kompensieren, reichlich unbequem gewesen seien. Denn bei den Dreharbeiten in Abu Dhabi und Jordanien war es brütend heiß, wobei die Anzüge im wahren Leben praktisch das Gegenteil dessen bewirkten, was sie im Roman und im Film tun sollen.
Oscar Isaac spielt Pauls Vater Leto, während Rebecca Ferguson als seine Mutter Jessica zu sehen ist. Ihre Rolle ist hier größer als im Roman, wo sie im Grunde nur eine glorifizierte Konkubine ist, die den Retter des Universums zur Welt bringt. Im neuen Film ist sie eine formidable Kriegerin.
Jason Momoa spielt Duncan Idaho, einen der beiden Lehrmeister von Paul Atreides. Herbert beschrieb ihn als drahtig, Jason Momoa ist eher das Gegenteil und dennoch eine ideale Besetzung, wird er doch hoffentlich seine übliche Intensität in die Rolle einbringen. Pauls zweiter Mentor ist Gurney Halleck, der bei Lynch noch von Patrick Stewart gespielt wurde. Im neuen Film hat Josh Brolin die Rolle übernommen. Als Stilgar agiert Javier Bardem, während Zendaya die Fremen-Frau Chani spielt, in die sich Paul verliebt.
Der Part des schurkischen Barons Harkonnen ging an Stellan Skarsgård. Die Figur des Liet Kynes, der im ersten Film vom kürzlich verstorbenen Max von Sydow gespielt wird, wurde von Villeneuve so angelegt, dass der Part nun von einer farbigen Frau gespielt wird: Sharon Duncan-Brewster.
Ein Gefühl für die Welt
Wirklich viel geben die ersten Fotos von Dune(öffnet im neuen Fenster) natürlich noch nicht preis. Man hätte gerne auch mehr von den Fremen gesehen, insbesondere ihre vom Spice blau gefärbten Augen – etwas, das man immerhin auf dem Foto von Zendaya sieht Der Blick auf die Destillanzüge zeigt, dass man sich etwas von Lynchs Version wegbewegt.
Ein Gruppenfoto der Hauptfiguren (öffnet im neuen Fenster) ist hingegen ein wenig enttäuschend. Denn die Figuren tragen allesamt eher dunkle Kleidung. Wirklich verspielt sehen sie nicht aus. Das wird besonders offenkundig, wenn man die Kleidung mit einem Entwurf (öffnet im neuen Fenster) vergleicht, der in den 1970er Jahren für Jodorowskys Version vom europäischen Comic-Künstler Moebius angefertigt wurde.
Allerdings ist das eben eine Frage des Stils. Das eine ist nicht zwangsläufig besser als das andere, nur bunter und extrovertierter. Angesichts Villeneuves bisherigen Abstechern in die Science-Fiction – Arrival und Blade Runner 2049 – darf man bei Dune aber sicherlich Großes erwarten, sowohl optisch als auch philosophisch und erzählerisch. Am 17. Dezember 2020 ist der deutsche Kinostart – wenn alles gut geht. Dann ist dies hoffentlich nur der Auftakt zu einem filmischen Zyklus, der Herberts Romanen gerecht wird.
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