Ein surrealer Trip
Der Film endet mit einer Bilderflut, die nachwirkt, die letzte Einstellung vergisst man lange nicht. Und sie lässt Raum für eine Fortsetzung.
Die wird kommen, eher früher als später, denn Backrooms startete am ersten Tag in den USA mit einem Einspiel von mehr als 38 Millionen US-Dollar(öffnet im neuen Fenster) und näherte sich schon am ersten Wochenende den 100 Millionen. Das ist ein immenser Erfolg, der alles andere von A24 in den Schatten stellt. Zum Vergleich: Civil War spielte am ersten Wochenende 25 Millionen US-Dollar ein und war ein Erfolg.
Backrooms zeigt auch, wie effektiv ein Internetphänomen als filmische Grundlage genutzt werden kann. Der Hype um Creepypasta(öffnet im neuen Fenster), also Gruselgeschichten, die im Internet viral gehen, wurde hier erstmals zum Kinoerfolg. Andere Versuche, etwa zum Slenderman, konnten ein virales Phänomen nicht zum Massenerfolg im Kino machen.
In Backrooms geht es ebenso sehr um die Angst vor dem, was da ist, wie vor dem, was man nicht sieht, sondern nur hört. Parsons sieht den psychologischen Aspekt(öffnet im neuen Fenster) der Backrooms darin, dass sie mit sensorischer Deprivation arbeiten.
"Man betritt einen leeren Raum, und der Körper, das Nervensystem, verlangt verzweifelt nach Reizen – doch genau diese fehlen. Also beginnt das Gehirn, Muster in den Strukturen der Wände zu erkennen, und misst diesem Rauschen plötzlich weit mehr Bedeutung bei, als es normalerweise der Fall wäre. Die Schwelle dessen, was noch akzeptiert wird, sinkt. Dadurch wird man empfänglicher dafür, in Dingen, die eigentlich nur bedeutungsloses Rauschen sind, einen tieferen Sinn zu sehen oder ihn sogar selbst zu konstruieren."
Backrooms ist ein surrealer Trip, ein Film, der nicht auf einer logischen, sondern eher auf einer Gefühlsebene erfasst wird. Er ist sicherlich nicht perfekt, aber der vielleicht mutigste Sci-Fi-Horrorfilm, den man dieses Jahr im Kino sehen kann.
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