Ein Set mit 10.000 Quadratmetern
Der 20 Jahre alte Regiedebütant hatte ein Budget von 10 Millionen US-Dollar und mehr als 10.000 Quadratmeter an Hinterräumen, die in einem verlassenen Möbelhaus errichtet wurden. Bei den Kurzfilmen musste er noch mit Blender und Adobe After Effects arbeiten, um den Effekt dieser endlosen Einöde zu erschaffen. Die Sets waren so riesig, dass sich die Filmemacher und Schauspieler darin richtiggehend verirren konnten.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Möbelhausbesitzer Clark, der im Untergeschoss zufällig einen Durchgang findet. Er tritt durch die Wand und in eine spiegelverkehrte Welt. Vor ihm breiten sich hunderte gelbliche Räume aus, mit Möbeln, die mit Boden und Wänden verschmelzen, Unrat und Geräuschen, die davon zeugen, dass hier irgendetwas existiert.
Clark spricht mit seiner Therapeutin darüber, aber die will ihm nicht glauben. Erst als er verschwindet, sucht sie das Möbelhaus auf, findet den Übergang in die Backrooms und wagt ebenfalls den Schritt hindurch.
Etwas zu lang
Für einen Debütfilm, noch dazu von einem solch jungen Filmemacher, ist Backrooms wirklich großartig. Aber er ist auch nicht frei von Makeln. Mit einer Laufzeit von 105 Minuten ist er zu lang, ergeht sich zu häufig in Repetition, weniger wäre hier mehr gewesen. Gerade in der ersten Stunde hätte es einiges Potenzial zum Kürzen gegeben.
Diese Schwäche von Backrooms wird aber von vielen Stärken aufgehoben. Mit Chiwetel Ejiofor und Renate Reinsve hat der Film zwei tolle Schauspieler, außerdem lebt Backrooms von der Stimmung.
Der Film verzichtet auf Jumpscares und konzentriert sich stattdessen auf die verstörende Wirkung, die diese Räume entfalten. Dazu kommen ein exzellentes Sounddesign und eine Musik, die mit niederfrequentem Surren die Nerven strapaziert und die man doch irgendwann gar nicht mehr wahrnimmt; sie wird zu einem Teil des audiovisuellen Erlebens dieses Films.
Backrooms verbreitet das Gefühl einer ungreifbaren Angst, wie es vor fast 30 Jahren The Blair Witch Project tat. Zum Teil setzt der Film ebenfalls auf Found-Footage-Elemente, etwa wenn ein Protagonist mit einer Kamera herumläuft. Dabei macht der Film alles richtig: Die Kamera zeigt genug, sie verwackelt nicht einfach nur, sondern verleiht das Gefühl, mittendrin zu sein.
Zudem wird nicht nur auf diese Ego-Perspektive gesetzt. Als die Protagonistin die Backrooms betritt, wird das Grauen immer stärker. Kane Parsons erschafft hier Bilder, die den Puls beschleunigen.
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