Science-Fiction aus Deutschland: Gibt's nicht? Gibt's schon!

Denkt man bei deutschem Film zuerst an halbgare Komödien und Vergangenheitsbewältigung? Ja, aber er war auch mal groß bei Science-Fiction.

Artikel von Peter Osteried veröffentlicht am
Metropolis-Vorführung bei der Berlinale 2010
Metropolis-Vorführung bei der Berlinale 2010 (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Das größte deutsche Werk der filmischen Science-Fiction ist mittlerweile fast 100 Jahre alt. Metropolis (1927) war zwar nicht der erste deutsche Science-Fiction-Film, ist aber wohl immer noch der bemerkenswerteste. Der Stummfilm ist von erstaunlicher Aktualität und filmisch derart fortgeschritten, dass er mit seiner rasanten Erzählweise zu begeistern weiß.

Inhalt:
  1. Science-Fiction aus Deutschland: Gibt's nicht? Gibt's schon!
  2. Science-Fiction in der DDR, Heimatfilme im Westen
  3. Neuer Deutscher Film: Mutiger, aber auch verkopfter

Insgesamt waren die 1920er- und 1930er-Jahre eine sehr gute Zeit für den fantastischen und Science-Fiction-Film in Deutschland - höchstwahrscheinlich sogar die beste. Es entstanden zahlreiche bemerkenswerte, kreative Filme dieser Genres - und zwar in einer Dichte, die danach nie mehr erreicht wurde.

An deren Spitze stand und steht Metropolis, ein Großwerk des deutschen Films, das von Fritz Lang inszeniert und von seiner Frau Thea von Harbou geschrieben wurde. Es erzählt von einer glitzernden Stadt der Zukunft, in der die Reichen dem Vergnügen frönen, während die Arbeiter in der unterirdischen Stadt ein ärmliches Leben fristen - bis sie nicht länger im Elend leben wollen und den Aufstand proben. Dass der irre Wissenschaftler Rotwang die von den Arbeitern respektierte Maria verschleppt und durch eine mechanische Doppelgängerin ersetzt, heizt den Aufstand noch an.

Metropolis ist ein Film mit epischer Laufzeit, wurde jedoch vor Veröffentlichung deutlich gekürzt. Mittlerweile gibt es eine restaurierte Fassung mit zweieinhalb Stunden Länge. Der Film wurde von der Ufa produziert und war ihr mit Abstand teuerstes Projekt. Man wollte damit zeigen, was in deutschen Produktionen steckte. Jedoch verschlang Langs Werk Unsummen und das Budget wurde wieder und wieder aufgestockt - bis die Ufa drohte, die ganze Produktion zu stoppen, wenn die Kosten weiter stiegen. Am 10. Januar 1927 hatte der Film schließlich Premiere.

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Für Lang war es nicht der einzige Ausflug in die Welt der Science-Fiction. Das nächste Projekt war Frau im Mond (1929). Im Mittelpunkt der Geschichte steht hier ein verrückter Professor, der vom Gold auf dem Mond träumt, während die Pioniere der Reise zum Mond vor allem des Triumphs des menschlichen Geistes wegen den Erdtrabanten erreichen wollen. Der Film war an der Kinokasse kein Erfolg. Das lag auch daran, dass der Tonfilm vor der Tür stand, was das Werk noch veralteter erscheinen ließ.

Lang machte noch andere Filme mit fantastischem Einschlag, etwa den Fantasy-Film Die Nibelungen (1924) oder den Zweiteiler Dr. Mabuse, der Spieler (1922), in dem es um ein kriminelles Genie geht.

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Der Golem, Dr. Caligari und Alraune

Überhaupt gab es einiges an Fantastik zu Zeiten des Stummfilms, auch von anderen Regisseuren, obschon nicht explizit der Science-Fiction zugehörig. 1920 kam der Horrorfilm Der Golem, wie er in die Welt kam, heraus (Regie: Paul Wegener und Carl Boese). Im selben Jahr erschien zudem der expressionistische Film Das Cabinet des Dr. Caligari (Regie: Robert Wiene).

SF-Elemente besaßen die Romanverfilmungen Alraune der Jahre 1918 und 1919. Sie basieren auf dem 1911 erschienenen Buch Alraune - Die Geschichte eines lebenden Wesens von Hanns Heinz Ewers. Dort ist Alraune eine betörende Frau, die von ihrem Vater, einem Wissenschaftler, vor der Welt verborgen wird. Sie ist das Geschöpf eines Experiments: er hatte eine Prostituierte mit dem Samen eines gehängten Mörders künstlich befruchtet. Sein Ziel: Er wollte beweisen, dass Bosheit vererbbar ist und in den Genen liegt.

Im Lauf der Jahre gab es noch weitere Verfilmungen des Stoffs, darunter auch Tonfilme aus den Jahren 1930 und 1952 - letzterer übrigens mit Hildegard Knef in der Hauptrolle.

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Science-Fiction in der DDR, Heimatfilme im Westen 
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Mnyut 23. Feb 2022

Telerop 2009 https://thetvdb.com/series/115501-show Haben die ÖR 2008 oder 2009 zusammen...

Mnyut 23. Feb 2022

Nicht nur SF ist teuer, vermutlich gibt es deswegen so viel Roadtrips in deutschen...

Muhaha 21. Feb 2022

Nur weil Dein subjektiver Geschmack nicht getroffen wird, ist das noch lange nicht...

Herr Unterfahren 21. Feb 2022

Interessant. Danke für den Link. Das Prinzip der Vererbung von Eigenschaften war jedoch...



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