Old-School
Der größte Unterschied zu einer großen Hollywood-Produktion ist der Umstand, dass das Älter- und Jüngerwerden hier noch ganz klassisch umgesetzt wird. So wird Max' Ehefrau Elena in der jungen Version von Marlene Tanczik und in der alten von Corinna Kirchhoff gespielt.
Das Casting war hier exzellent, in Hollywood hätte man das wohl technisch umgesetzt. Angesichts der Hochtechnologie im Film wirkt dieser klassische Weg fast anachronistisch, ist aber dennoch überzeugend.
Der Film ist mit Kostja Ullmann und Iris Berben sehr gut besetzt. Außerdem ist Lisa-Marie Koroll dabei, die zeigt, dass sie schauspielerisch noch mehr kann als bei Bibi & Tina.
Paradise sieht toll aus
Gedreht wurde der Film in Deutschland und Litauen. Man fand einige wirklich tolle Drehorte, etwa das alte, längst verlassene Hotel, in dem der Höhepunkt des Films spielt.
Überhaupt gelingt es mit minimalen Mitteln, das Flair der nahen Zukunft zu gestalten. Der Look von Paradise ist kinotauglich, auch wenn der Film "nur" bei Netflix läuft.
Ein paar Sprünge
Narrativ erlaubt sich der Film ein paar holprige Momente, sie reißen immer ein wenig aus der Geschichte heraus. Zudem lässt sich über die Motivation der Hauptfigur streiten. Es gibt den einen oder anderen Sinneswandel, bei dem man sich fragt, ob man ihn wirklich so haben würde.
Dieser Sci-Fi-Thriller zeigt, dass auch eine deutsche Produktion in einem Genre punkten kann, das hierzulande traditionell eher vernachlässigt wird. Vielleicht verhilft ein Film zu einem Umdenken bei den Produzenten – auch wenn Paradise sich nicht im Kino bewähren muss. Womöglich ist das Streaming auch die Zukunft des deutschen Genre-Films, wie gerade Netflix mit seinen Eigenproduktionen (Blood Red Sky oder Blood & Gold) in jüngster Zeit gezeigt hat.
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| Sci-Fi-Thriller Paradise: Lebenszeit gegen Geld |
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