Sci-Fi-Serie Silo bei Apple TV+: Das unterirdische Leben

Was als Kurzgeschichte und E-Book für den Amazon Kindle seinen Anfang nahm, ist mittlerweile eine echte Erfolgsstory. Denn die Reaktionen darauf waren so positiv, dass der Autor Hugh Howey(öffnet im neuen Fenster) kurz darauf eine erste Novelle folgen ließ. Weitere folgten, inzwischen sind es neun, die hierzulande in drei Büchern gesammelt sind. Jetzt läuft seine Silo-Reihe bei Apple TV+.
Hollywood wurde schnell auf den Stoff aufmerksam. Zuerst war 20th Century Fox am Zug, das daraus einen Film machen wollte, aber die Jahre vergingen und die Produktion nahm nicht an Fahrt auf. 2018 sollte Silo dann als Fernsehserie für AMC umgesetzt werden.
Von dort wechselte die Serie schließlich zu Apple TV+ - zusammen mit einem Wechsel des Showrunners. War zuvor LaToya Morgan für die Entwicklung zuständig, übernahm nun Graham Yost, der bereits länger mit dem Streamer verbunden ist und für ihn auch die Agentenserie Slow Horses produziert.
Das Leben im Silo
Der Titel der Serie ist zugleich der Schauplatz: Denn die Menschen leben hier seit ewigen Zeiten in einem Silo. Es hat mehr als 140 Ebenen und wer es gebaut hat, ist ebenso unklar wie der Grund, warum die Menschen darin leben.
Was sie jedoch wissen: Die Welt draußen ist giftig, ein Leben ist dort unmöglich. Vor mehr als 100 Jahren wollten Rebellen die Türen zur Außenwelt öffnen, doch dann seien alle gestorben, heißt es.
Seitdem feiert man die Niederschlagung des Aufstands als Freiheitstag, allerdings ging damals noch etwas verloren: alle Aufzeichnungen und Bücher über die Zeit davor. Niemand weiß, was damals war - und offenbar soll es auch niemand wissen.
Bilder von draußen liefert eine Kamera ins Innere des Silos. Im Silo selbst gibt es strenge Regeln - auch was die Fortpflanzung betrifft. Sheriff Holston Becker und seine Frau Allison haben die Erlaubnis bekommen, Nachwuchs zu bekommen, doch es klappt nicht. Allison hat zudem jemanden kennengelernt, der eine alte Festplatte gefunden hat, auf der Informationen über das Silo zu finden sind.
Sie ist überzeugt, dass verhindert wird, dass manche Frauen Kinder bekommen, und sie ist sich sicher, dass die Welt draußen sich wieder erholt hat. Sie will raus - was auch jedem erlaubt ist. Wer den Wunsch äußert, nach draußen zu gehen, wird verbannt, in einen Schutzanzug gepackt und hinausgeschickt.
Jeder von denen, die rausgingen, reinigte die Linse der Kamera, damit die Menschen im Silo sehen konnten, wie es draußen aussieht. Dann starben die Verbannten - oder zumindest sollten alle das glauben.
Nah an der Vorlage
Für den Showrunner Graham Yost war es wichtig, der Romanreihe gerecht zu werden. Darum ließ er die Serie so anfangen wie die erste Novelle - mit Holston und Allison. "Dann haben wir uns überlegt, was der Endpunkt der Staffel sein könnte," sagte Yost in einem Interview(öffnet im neuen Fenster) . Zwischen Anfang und Ende mussten sie kreativ werden, weil die Buchvorlage für zehn Folgen nicht genug Material hergab.
"Aber manches ergab sich organisch, indem wir ein kleines Element aus den Büchern nahmen und es in den Fokus rückten - das Treffen von Holston und Juliette und den ihr verdächtig vorkommenden Tod ihres Freundes," sagte Yost.
Die ersten beiden Folgen der Serie adaptieren im Grunde die erste Novelle namens Holston, danach folgen die weiteren des ersten Teils von Silo - mit gewissen Veränderungen, zum Beispiel bei dem Grund, weshalb Juliette zum neuen Sheriff wird. Die erste Staffel mit ihren zehn Episoden verändert die narrative Struktur ein wenig, bleibt der Vorlage aber insgesamt sehr treu.
Viele Elemente der Geschichte sind nicht gerade originell. Oder anders gesagt: Dystopische Erzählungen über abgeschirmte Zivilisationen mit einem Wust an Regeln und einer totalitären Regierung sind nicht neu.
Umgesetzt wurden sie aber hier aber hervorragend. Nicht nur wirkt das Silo mit seinen erdigen Tönen deprimierend, auch die Geschichte arbeitet mit diesem Gefühl der Bedrückung. Als Zuschauer merkt man - zusammen mit Holstons Frau Allison - schnell, dass hier einiges im Argen liegt.
Es ist eine Verschwörung im Gange, aber eine, die anders verläuft, als man das erwartet. Hugh Howey spielt mit diesen Erwartungen und überrascht die Zuschauer oft.
Stark besetzt
Die Serie ist namhaft besetzt. Die Hauptrolle der Juliette ging an Rebecca Ferguson (Lady Jessica Atreides in Dune), der Sheriff wird von David Oyelowo gespielt, der als Martin Luther King Jr. in Selma bekannt wurde. Des Weiteren dabei sind Tim Robbins (War of the Worlds), Will Patton (Outer Range), Iain Glen (Game of Thrones), der Rapper Common und Geraldine James (Mrs. Hudson in den Sherlock-Holmes-Filmen mit Robert Downey Jr.).
Apple TV+ hat die Serie mit zwei Folgen gestartet, jeden Freitag kommt eine neue. Zehn werden es insgesamt. Schluss ist damit aber noch lange nicht, denn die Fortsetzung ist bereits gesichert. Die zweite Staffel wird seit Mitte April gedreht.



