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Schwerlastverkehr: Oberleitung - aber richtig!

Der Schwerlast- und Lieferverkehr soll stärker elektrifiziert werden. Dafür sollen kilometerweise Oberleitungen entstehen. Dass Geld auf diese Weise in LKW statt in die Bahn zu stecken, ist aber völlig irrsinnig!

Ein IMHO von veröffentlicht am
So geht Gütertransport an der Oberleitung!
So geht Gütertransport an der Oberleitung! (Bild: Rolf Heinrich, Köln/CC-BY 3.0)

Seit einigen Jahren erproben Fahrzeughersteller und große Technologieunternehmen die Nutzung von Oberleitungen zum Warentransport. Der Schwerverkehr soll damit elektrifiziert werden, was wiederum die Umwelt schonen soll. Seit ungefähr einem Monat laufen nun auch erstmals Tests dazu in Deutschland und künftig könnten gar Tausende Kilometer Oberleitung entstehen.

Inhalt:
  1. Schwerlastverkehr: Oberleitung - aber richtig!
  2. LKW-zentrierte Verkehrslogik ist das Problem
  3. Bahn statt zu vieler LKW

Diese Sätze hätten so oder so ähnlich auch schon vor gut hundert Jahren erscheinen können - bezogen auf die Eisenbahn. Dass sich die aktuellen Tests aber auf den parallelen Ausbau für LKW beziehen und damit eigentlich völlig überflüssig sind, zeigt sich nicht nur an den 100 Jahren Verspätung.

Zunächst lohnt eine Bestandsaufnahme der aktuell verfügbaren Technik. Wie erwähnt erprobt unter anderem Siemens bereits seit 2014 eine Kombination aus elektrisch betriebenen LKW samt Abnehmer und einer Oberleitung zur Stromzufuhr. Die Oberleitung wird hier vor allem als Alternative gesehen zu den bisher bei elektrisch betriebenen Kraftfahrzeugen genutzten Akkus. Immerhin wären die Akkus für die üblichen Lasten von LKW zu teuer, zu groß und zu schwer und würden wohl so die eigentliche Transportkapazität verringern.

Dass parallel zu der derzeit geplanten oder zumindest angestrebten Elektrifizierung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) auch der Schwerlastverkehr elektrifiziert werden soll, um wegzukommen vom Verbrennungsmotor, erscheint da möglicherweise folgerichtig. Immerhin soll im Jahr 2025 ein Elektro-Lkw mit einem Stromabnehmer für eine Oberleitung (O-Lkw) Studien zufolge 25 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen als ein vergleichbarer Lkw mit Dieselmotor.

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Das klingt ähnlich wie beim MIV verlockend für den Zweck des Umweltschutzes und zur Verminderung der Treibhausgase. Was bei dieser Betrachtung aber vergessen wird oder zumindest unbeachtet bleibt, ist, dass wir in Deutschland bereits eine riesige elektrifizierte Infrastruktur für den Schwerlasttransport zur Verfügung haben: die Eisenbahn.

Allein die Deutsche Bahn betreibt rund 20.200 km elektrifizierte Infrastruktur. Das entspricht immerhin rund 60 Prozent der gesamten Betriebslänge der Deutschen Bahn. Allein in den nächsten Jahren sollen etwa 500 km hinzukommen. Darüber hinaus haben Bund und Länder etwa als Teil des Bundesverkehrswegeplans 2030 und anderer Programme den Bedarf zur Elektrifizierung weitere Tausender Kilometer Schienennetz angemeldet.

In dieser Betrachtung fehlen noch weitere Tausende Kilometer Netze für Straßenbahnen, U-Bahnen oder auch S-Bahnen, die etwa aufgrund verschiedener Stromsysteme, Spurweiten oder Raummaße nicht ohne weiteres über dem üblichen rollenden Material der Bahn genutzt werden können, aber trotzdem bereits elektrifizierte Infrastruktur bieten. Das gesamte Schienennetz in Deutschland umfasst rund 42.000 km (PDF). Davon sind also schon ungefähr die Hälfte elektrifiziert.

Nur zum Vergleich: Das deutsche Autobahnnetz umfasst etwa 13.000 km, hinzu kommen noch weitere 38.000 Kilometer an Bundesfernstraßen, insgesamt also rund 51.000 km. Bis auf die wenigen Testkilometer ist davon in Deutschland aber noch nichts für einen Schwerlastverkehr elektrifiziert. Die Frage, warum nun also eine parallele Infrastruktur für LKW neben der Bahn aufgebaut werden soll, drängt sich geradezu auf. Die Antworten, die die Unterstützer des O-LKW liefern, sind dabei allerdings mehr als dürftig. Außerdem entlarven sie die Fragwürdigkeit des Projekts.

LKW-zentrierte Verkehrslogik ist das Problem 
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sebastilahn 25. Jan 2019

Mitbekommen?: https://www.dvz.de/rubriken/test-technik/detail/news/daimler-trucks...

Kommentator2019 24. Jan 2019

Gefühlt ist auch in den letzten 30 Jahren keine Güterverkehrsstrecke in Betrieb genommen...

Sandeeh 23. Jan 2019

Zumindest die DVB (Dresdner Verkehrsbetriebe) hat für die Gläserne VW-Manufaktur...

Railfriend 20. Jan 2019

Zur Feinstaubemission synthetischer Kraftstoffe: In den Quellen müssen Sie bitte selbst...

Schatzueh 17. Jan 2019

Dazu hab ich ein schönes YouTubevideo: https://www.youtube.com/watch?v=jMNuuFijlMU


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