Bahn statt zu vieler LKW

Denn zur Notwendigkeit der Elektrifizierung des LKW-Verkehrs wird ausgerechnet damit argumentiert, dass der LKW-Verkehr quasi alternativlos sei und eben elektrifiziert werden müsse. Es sei ja kaum damit zu rechnen, dass von einem auf den anderen Tag alle Güter auf die Schiene verlegt würden, heißt es zu dem Pilotprojekt. Der O-LKW ist aus Sicht der Beteiligten also allenfalls Symptombekämpfung für eine verfehlte Verkehrspolitik, die den Güterverkehr auf der Schiene gegenüber dem LKW-Verkehr nicht bevorzugt, sondern wohl genau andersherum.

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So ist es heute etwa kaum vorstellbar, dass die unzähligen Gewerbegebiete in diesem Land, die meistens verstreut auf Wiesen liegen, einen Bahnanschluss erhalten könnten. Viele dieser Gewerbegebiete wurden und werden von den zuständigen Kommunen gezielt an Straßen wie eben Autobahnen angesiedelt. Das wiederum ist wohl mitverantwortlich für den vielen Lastverkehr auf der Straße.

Eine gezielte Ansiedlung dieser Gewerbegebiete an Bahntrassen oder zumindest eine Steuerung in diese Richtung ist über Jahrzehnte verschlafen oder nicht gewollt worden. Erschwerend kommt hinzu, dass die Deutsche Bahn seit der Bahnreform sogar noch Tausende Kilometer Schienennetz stillgelegt hat. Der nächste Bahnanschluss für den Güterverkehr ist im Zweifel also weggerückt.

Darüber hinaus wird auch das bestehende Schienennetz vernachlässigt oder zumindest nicht gut genug bedacht. Zwar werden, wie eingangs erwähnt, auch in den kommenden Jahren viele weitere, teils wichtige Projekte zur Elektrifizierung umgesetzt, das Netz wird wohl aber auch künftig einige systemwichtige Lücken aufweisen. So ist davon auszugehen, dass auch langfristig wohl noch weiter Dieselloks unter Oberleitungen hinwegfahren werden, einfach weil ein kleiner Bereich der gesamten Strecke noch nicht elektrifiziert ist.

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Exemplarisch zeigen sich diese Überlegungen vor allem an international bedeutenden Strecken wie der Bahnstrecke Węgliniec-Roßlau, die als wichtige Verbindung zwischen den Nordseehäfen und dem oberschlesischen Industriegebiet gilt. Noch vor zehn Jahren war der polnische Teil der Strecke ab der Neiße zweigleisig und elektrifiziert, die anschließende Strecke auf deutscher Seite jedoch eingleisig, nicht elektrifiziert und nicht auf einem Stand, der dem aktueller Technik entsprochen hat.

Glücklicherweise ist dieser spezielle Engpass nun beseitigt und es besteht zumindest theoretisch die Möglichkeit, dass nun mehr Güterverkehr von der fast parallel verlaufenden Autobahn A4 auf die neue Bahnstrecke verlegt werden kann. Die Verantwortlichen bei der Bahn und in der Politik sollten derartige Projekte, auch wenn sie wohl viel zu spät kommen, als positives Beispiel ansehen und viele weitere Projekte dieser Art anstoßen und umsetzen.

Statt eine völlig neue und unerprobte Technik zu schaffen - in Hoffnung auf Erfolg - und damit noch mehr Straßenverkehr zu erzeugen, ließe sich auf eine bereits existierende Infrastruktur zurückgreifen, die seit mehr als 100 Jahren erfolgreich genutzt wird und nur erweitert werden muss.

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 LKW-zentrierte Verkehrslogik ist das Problem
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Tantalus 12. Sep 2022

Die DB ist aber diejenige, die das Schienennetz betreibt. Wenn die Stellwerke nicht...

sebastilahn 25. Jan 2019

Mitbekommen?: https://www.dvz.de/rubriken/test-technik/detail/news/daimler-trucks...

Kommentator2019 24. Jan 2019

Gefühlt ist auch in den letzten 30 Jahren keine Güterverkehrsstrecke in Betrieb genommen...

Sandeeh 23. Jan 2019

Zumindest die DVB (Dresdner Verkehrsbetriebe) hat für die Gläserne VW-Manufaktur...



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