Schwere Vorwürfe aus Redmond: Google als Bedrohung für Microsofts Cloudgeschäft
Microsoft sieht offenbar sein Cloudgeschäft durch Google bedroht. In einem Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster) wirft der Redmonder Softwarekonzern seinem Konkurrenten vor, sogenannte "Schattenkampagnen" zu führen, die ein schlechtes Licht auf Microsofts Clouddienste werfen und die Produkte des Konzerns in Verruf bringen sollen. Im Zentrum steht dabei eine neue Lobbyorganisation namens Astroturf.
Deren Ziel sei es, "Microsoft bei Wettbewerbsbehörden und politischen Entscheidungsträgern zu diskreditieren und die Öffentlichkeit in die Irre zu führen" , heißt es in dem Beitrag.
"Google hat große Anstrengungen unternommen, um seine Beteiligung, Finanzierung und Kontrolle zu verschleiern, vor allem durch die Rekrutierung einer Handvoll europäischer Cloudanbieter, die als das öffentliche Gesicht der neuen Organisation dienen sollen."
Als Motivation hinter der Kampagne vermutet Microsoft den Umstand, dass es nach eigener Zählung inzwischen mindestens 24 kartellrechtliche Untersuchungen gegen Google gibt und dem Suchmaschinenkonzern selbst "eine Abrechnung bevorsteht" . Dadurch sei Googles Geschäftsgrundlage gefährdet.
Statt die eigene Google Cloud Platform zu stärken und sich im Wettbewerb zu bewähren, wende das Unternehmen nun jedoch immense Ressourcen dafür auf, seine Konkurrenz zu attackieren und dadurch von behördlichen Untersuchungen, denen Google weltweit ausgesetzt sei, zugunsten seiner eigenen Clouddienste abzulenken.
Angriff auf Microsofts Cloudgeschäft
Informationen zu der neuen Astroturf-Gruppe will Microsoft von einem nicht genannten europäischen Cloudanbieter erhalten haben, der angeblich ebenfalls von Google dazu eingeladen wurde, sich zu beteiligen. "Eines der angefragten Unternehmen, das letztlich ablehnte, sagte uns, dass die Organisation von Google geleitet und größtenteils finanziert wird, um Microsofts Cloud-Computing-Geschäft in der Europäischen Union und im Vereinigten Königreich anzugreifen" , behauptet der Redmonder Konzern.
Microsoft verweist in diesem Zuge auch auf eine öffentlich bekanntgegebene Beschwerde, die Google im September bei der EU-Kommission eingereicht hatte. Darin warf Google den Redmondern vor, ihre marktbeherrschende Stellung bei Software wie Windows Server auszunutzen, um Kunden an die eigene Azure-Plattform zu binden. Dies öffentlich zu machen, sei ein "ungewöhnlicher Schritt" , da derartige Beschwerden in der Regel vertraulich eingereicht würden, erklärt Microsoft.
Gegenüber Engadget(öffnet im neuen Fenster) ließ ein Google-Sprecher verlauten, der Konzern habe seine Besorgnis über Microsofts Cloud-Lizenzierung bewusst öffentlich geäußert. "Wir und viele andere sind der Meinung, dass Microsofts wettbewerbswidrige Praktiken Kunden einschränken und negative nachgelagerte Auswirkungen haben, die sich auf die Cybersicherheit, Innovation und die Entscheidungsfreiheit auswirken" , so der Sprecher unter Verweis auf vier(öffnet im neuen Fenster) verschiedene Blogbeiträge(öffnet im neuen Fenster) , die Google dazu(öffnet im neuen Fenster) in der Vergangenheit veröffentlichte(öffnet im neuen Fenster) .
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