Schwere Straftat: Schüler ändert Desktop-Hintergrund seines Lehrers

In den USA hat ein 14-jähriger Schüler das Hintergrundbild des Desktops auf dem passwortgeschützten Rechner seines Lehrers verändert. Die Konsequenzen für ihn könnten gravierend sein.

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In Florida wurde ein 14-jähriger Schüler einer schweren Straftat beschuldigt. Er hatte den Desktop-Hintergrund seines Lehrers geändert.
In Florida wurde ein 14-jähriger Schüler einer schweren Straftat beschuldigt. Er hatte den Desktop-Hintergrund seines Lehrers geändert. (Bild: Miguel Medina/AFP/Getty Images)

In Florida wird ein 14-jähriger Schüler eines Einbruchs in ein Computersystem beschuldigt. Sein Vergehen: Er hatte das Hintergrundbild auf dem Rechner einer ungeliebten Lehrkraft verändert. Offenbar wurde für die administrativen Zugänge aller Rechner im Schulnetzwerk das Passwort stets nach dem gleichen Muster vergeben: Es ist der Nachname des jeweiligen Lehrers. Das hatte der beschuldigte Schüler bei der Eingabe abgeguckt.

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In den USA ist ein Einbruch in einen Computer eine schwere Straftat. Dem Schüler droht deswegen jetzt ein entsprechendes Verfahren. Der Fall wirft nicht nur die Frage der Verhältnismäßigkeit der Bestrafung auf, sondern auch, welche Verantwortung die Schule selbst trägt.

Passwörter längst bekannt

Offenbar kannte der Schüler seit längerem die Methode der Passwortvergabe und hatte sie an andere Schüler verraten. Damit konnten sie beispielsweise die Kameras aktivieren oder Screen-Sharing mit ihren Freunden nutzen. Bereits zuvor hatten der jetzt verhaftete Schüler und seine Kumpanen dafür Ärger bekommen und waren für drei Tage von der Schule verwiesen worden.

Ausschlaggebend für die aktuell drastische Strafe ist wohl auch der Zugriff auf einen Rechner gewesen, auf dem die Fragen für den Florida Comprehensive Assessment Test (FCAT) von 2014 gespeichert waren - allerdings zusätzlich verschlüsselt. Nach den Ergebnissen des jährlich abgehaltenen Tests für Schüler ab der dritten Klasse werden öffentliche Schulen bewertet und bilden die Grundlage für deren Finanzierung nach dem Belohnungsprinzip - bessere Resultate bringen einer Schule mehr Geld.

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Nach eigener Aussage hatte der Schüler jedoch gar nicht erst versucht, sich Zugriff auf die FCAT-Fragen zu verschaffen. Er habe nur bemerkt, dass der Rechner keine Kamera hatte und sich an den nächsten gesetzt. Dort habe er dann das Hintergrundbild mit einem eigenen ersetzt, das zwei küssende Männer gezeigt habe. Ein Aushilfslehrer hatte die Änderung bemerkt und der Schule gemeldet, die ihrerseits Anzeige erstattete.

Inzwischen wurde der Schüler aus dem Gefängnis in die Obhut seiner Mutter entlassen, die zwar den Fehler ihres Sohnes einräumte, dessen Verhaftung aber als überzogen kritisierte. "Auch wenn es aussieht wie ein Streich eines Teenagers, wer weiß, was er sonst noch angerichtet haben könnte", zitiert die Tampa Bay Times den zuständigen Sheriff Chris Nocco. Der Fall solle auch anderen Schülern als Warnung dienen.

Schwere Straftat

Bei einer Verurteilung wegen einer schweren Straftat (Felony) droht Ersttätern ein sogenanntes Pretrail Intervention Program (PTI). Statt einer Gefängnisstrafe werden sie für mehrere Jahre unter Aufsicht gestellt, müssen soziale Dienste leisten oder Geldstrafen zahlen. Das Strafmaß legt bei einer Verurteilung der Richter fest. Nachdem das Programm erfolgreich beendet wird, kann der Eintrag im Strafregister gelöscht werden.

Bleibt die Frage, ob in diesem Falle wirklich eine schwere Straftat vorliegt, die solche Konsequenzen für einen 14-Jährigen nach sich ziehen muss. Zumal der Schule offenbar bekannt war, dass sich Schüler bereits zuvor unerlaubt Zugriff auf Schulrechner verschafft haben. Auch die Richtlinien für die Passwortvergabe sind deutlich zu lax, selbst in einer Schule. Hier liegt die Verantwortung wohl eher bei der Schulleitung als bei den Schülern selbst.

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Jorgo34 16. Apr 2015

Ich bin mir sicher das ihr alle kriminell seid!!!!!!! .........

FreiGeistler 15. Apr 2015

Stimmt - Der Lehrer hat seine verletzt. Die gilt auch für IT. ; )

chriskoli 15. Apr 2015

Sehe ich auch so. Außerdem sollte berücksichtigt werden, ob jemand schon einmal...

Anonymer Nutzer 15. Apr 2015

Joar! *g*



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