Schwere Sicherheitslücke: Passwort-Manager von Trend Micro erlaubt Zugriff auf PCs

Die Sicherheitssoftware des japanischen Virenschutzherstellers Trend Micro hat offenbar selbst die Sicherheit von Computernutzern gefährdet. Wie Tavis Ormandy von Googles Projekt Zero herausfand(öffnet im neuen Fenster) , ermöglichte eine Sicherheitslücke in einem Passwort-Manager(öffnet im neuen Fenster) von Trend Micro das Einschleusen und Ausführen von Schadcode. Das Unternehmen hat inzwischen ein Update veröffentlicht, das die kritischen Lücken schließen soll. Ormandy schrieb dazu:(öffnet im neuen Fenster) "Es sieht so aus, als ob es einen Patch gibt und das Problem gelöst ist."
Der Passwort-Manager ist Teil eines Sicherheitspaketes von Trend Micro und erlaubt in seiner kostenlosen Variante das Speichern von fünf Passwörtern. Laut Ormandy basiert der Passwort-Manager hauptsächlich auf Javascript und dem Webserver node.js. Das Programm öffne mehrere Ports, über die API-Anfragen verarbeitet werden. Er habe nur 30 Sekunden gebraucht, um eine URL zu finden, die das Ausführen beliebiger Befehle auf der Windows-Kommandozeile erlaube, schrieb Ormandy am vergangenen Mittwoch. Am Freitag fügte er hinzu(öffnet im neuen Fenster) : "Da gibt es eine schöne, saubere API, um an die im Passwort-Manager gespeicherten Passwörter heranzukommen. Damit kann jeder alle gespeicherten Passwörter lesen."
Schwere Vorwürfe von Google
Google gab dem japanischen Unternehmen 90 Tage Zeit, um den Fehler zu beheben. Das ist offenbar geschehen. Daher wurde die Kommunikation zwischen Google und Trend Micro nun freigeschaltet. Darin erhob der Sicherheitsforscher schwere Vorwürfe gegenüber dem Unternehmen. "Jeder im Internet kann alle Passwörter komplett geräuschlos stehlen, zudem beliebigen Code ohne jede Interaktion mit dem Nutzer ausführen. Ich hoffe wirklich, dass die Schwere dieses Problems Ihnen klar ist."
Er empfahl Trend Micro, diese Funktion für die Nutzer vorübergehend auszuschalten, sich für die zeitweilige Unterbrechung zu entschuldigen und den Code durch externe Sicherheitsexperten prüfen zu lassen. Seiner Ansicht nach verzeihen die Nutzer einem Sicherheitsunternehmen solche Fehler, wenn schnell auf deren Bekanntwerden reagiert werde. "Das Schlimmste, was Sie machen können, ist, die Nutzer weiterhin der Gefahr auszusetzen, während das Problem behoben wird" , schrieb Ormandy.