Schwer verständliche Filmdialoge: Wie bitte?

Filmdialoge in Originalen sind immer schwerer zu verstehen. Zum Teil ist das ein Stilmittel, häufiger sind die Gründe aber technischer Natur.

Artikel von Peter Osteried veröffentlicht am
Nuschelte sich einen in The Dark Knight Rises: Tom Hardy
Nuschelte sich einen in The Dark Knight Rises: Tom Hardy (Bild: Kevin Winter / Getty Images)

In den vergangenen Jahren haben Zuschauer, die Filme am liebsten im englischen Original sehen, immer häufiger festgestellt, dass die Dialoge schwerer zu verstehen sind als früher. Auch bei deutschen Filmen beobachtet man das häufiger - aktuelles Beispiel ist die Netflix-Produktion Das Privileg: Die Auserwählten.

Inhalt:
  1. Schwer verständliche Filmdialoge: Wie bitte?
  2. Auch das Streaming hat seinen Anteil an den Tonproblemen

Unter den englischsprachigen Produktionen ist das Phänomen besonders bei den Filmen von Christopher Nolan bekannt. Ganze Legionen von Zuschauern haben kaum ein Wort von Tom Hardy als Bane in The Dark Knight Rises verstanden. Aber auch in anderen Nolan-Werken kommt das vor.

Bei Bane mag man noch argumentieren, dass die Figur durch eine Maske spricht und dadurch einfach schwerer zu verstehen ist. Und: Wenn man versucht, trotz phantastischer Geschichten akustisch ein realistisches Fundament zu haben, muss man auch anerkennen, dass eben nicht jeder Satz und jedes Wort kristallklar zu verstehen ist. Im echten Leben ist das ja auch nicht so.

Nolan ist nicht der einzige Filmemacher, der mit diesen Möglichkeiten als Stilmittel der Narrative spielt. Alejandro González Iñárritu ließ den spanischen Ton seines Films Biutiful gar nicht erst in der Nachproduktion aufhübschen. Er wollte es dreckig und real, der grimmigen und depressiven Stimmung des Films angemessen - während er bei anderen Werken durchaus auf glasklare Dialogwiedergabe Wert legte.

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Natürlich gibt es auch Rollen, die es geradezu verlangen, dass der Zuschauer kaum ein Wort versteht. Bei Brad Pitt als Murmler in Snatch etwa, oder bei Jeff Bridges in True Grit, wobei sein Nuscheln so extrem war, dass auch Native Speaker über Untertitel froh waren.

Nuscheln als Markenzeichen

Andere Schauspieler haben diese schwer verständliche Art zu reden zu einem Markenzeichen gemacht. Tom Hardy ist da ein Musterbeispiel. Es ist Teil seines Schauspiels, zu verschleifen, zu verschlucken und schwer zu verstehen zu sein. Es gibt sogar Rankings, welche seiner Rollen am wenigsten zu verstehen sind.

Man könnte das als einen naturalistischen Schauspielstil bezeichnen. Die Tonleute stellt das aber vor große, wenn nicht unlösbare Aufgaben: Wenn ein Schauspieler seinen Text so präsentiert wie Tom Hardy, hat ein Sounddesigner am Ende nicht mehr viele Möglichkeiten, das Gesprochene verständlich werden zu lassen.

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Wohin mit dem Mikrofon?

Ein Problem, glasklaren Ton aufzunehmen, ergibt sich aus der Tatsache, dass die Mikrofone heute oft selten dort positioniert werden können, wo es notwendig wäre. Früher wurde das Mikrofon an einer Stange über die Schauspieler gehalten.

Viele der aufwendigeren und effektreicheren Filme erlauben das aber gar nicht - außer man dreht komplett vor Blue Screen und kann das Mikrofon im Nachgang verschwinden lassen. Häufig werden die Mikrofone aber anders positioniert, weil man fürchtet, die Stange könnte einen Schatten werfen, wenn eine Ausleuchtung von oben nötig ist - das Bild hat hier die Dominanz über den Ton.

Aufgrund der hohen Budgets und Kosten versucht man zudem, so viel Material wie möglich an einem Tag in den Kasten zu kriegen. Weitere Takes, um den Ton nochmal besser einzufangen, werden nur selten gemacht. Das könne man ja auch in der Postproduktion noch beheben, glauben viele.

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Auch das Streaming hat seinen Anteil an den Tonproblemen 
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M3gaFr3ak 04. Apr 2022 / Themenstart

Aus uranium wird "Uranium" und aus titanium wird "Titanium". Grundsätzlich wird alles...

Smoffte 31. Mär 2022 / Themenstart

Schlechte Sprachverständlichkeit ungleich Dynamikumfang. Der Dynamikumfang beschreibt...

underlines 30. Mär 2022 / Themenstart

Beim PotPlayer gibt es unter Settings->Audio Einstellungen für den 5.1 Downmix zu stereo...

debattierer 29. Mär 2022 / Themenstart

Nicht nur bei Golem, sondern auch woanders werden unübliche Anglizsmen verwendet. Email...

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