Auch das Streaming hat seinen Anteil an den Tonproblemen

Dass Filme früher subjektiv besser klangen und die Dialoge besser zu verstehen waren, liegt auch daran, dass damals alles auf Film und nicht digital gedreht wurde. Es gab weniger Tonspuren, die Bearbeitung auf Film war teurer und zeitaufwendiger. Daraus ergab sich, dass die Geschichte vor allem über die Bilder und die Musik transportiert wurde - sie waren für die Emotionen da.

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Der Ton sollte nur begleitend sein, zumal jede Wiederholung der Bearbeitung bei analogem Material auch zu einer Verschlechterung führte. Anders gesagt: Man musste sich mit weniger zufrieden geben, der Ton war entsprechend weniger vielschichtig, dafür aber in seiner Simplizität auch klarer.

Heute haben die Toningenieure und Filmemacher sehr viel mehr Spielzeug zur Verfügung, um den Ton zu gestalten. Man kann Hunderte von Tracks miteinander kombinieren, jede Nuance ist hörbar. Musik wird immer dominanter, Dialog kämpft deshalb mit der Musik, aber auch mit der Geräuschkulisse darum, wahrgenommen zu werden.

Eine Schwierigkeit ist auch, dass Regisseure mit allen Elementen ihres Films so vertraut sind, dass sie wohl mitunter gar nicht mehr darüber nachdenken, ob eine Dialogpassage verständlich ist. Sie haben sie im Lauf der Monate so oft gehört, dass sie sie wie jedes Detail des Films herunterbeten können. Es ist schwer, auf dieses Material mit einer frischen Perspektive zu reagieren. Das wäre allerdings nötig, um sicherzustellen, dass jeder Dialog auch im Kino verständlich ist.

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Ein anderes Problem ist, dass der Mix im Studio des Toningenieurs perfekt klingen mag, im Kino aber nicht korrekt wiedergegeben wird. Mit Dolby Cinema sollte das zwar nicht der Fall sein, es kann aber vorkommen, dass das vorführende Kino den Ton herunter regelt, weil die Effekte den Zuhörern fast die Ohren bluten lassen.

Ob dann die Grundeinstellungen beim nächsten Film wieder gesetzt werden, ist eine andere Frage. Als Film noch analog war und Vorführer sich bestens auskannten, wie man ihn präsentiert, war das ein kleineres Problem als heute. Heute fehlen diese Experten und ein Filmvorführer ist mittlerweile im Grunde oft nur noch jemand, der auf "Play" drückt.

Und dann gibt es ja noch das Thema Streaming: Streamen ist angenehm und bequem, für Ton-Enthusiasten ist es aber immer besser, Filme auf einem physischen HD-Medium zu haben. Denn für den Transport via Internet muss der Ton beim Streamer komprimiert werden. Effektiv wird der Ton dafür "geschrumpft". Damit einher geht ein Qualitätsverlust - anders als bei einer Blu-ray mit 7.1-Ton, die im Endeffekt das wiedergibt, was aus dem Sound-Mixing-Studio gekommen ist.

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Zu wenig Kanäle im Heimkino

Dass Dialoge schlechter zu verstehen sind, mag im Heimkino auch davon abhängen, welches man sich leisten kann. Wer über den Fernseher - ohne zusätzliche Boxen oder Soundbars - schaut, hat gar nicht die Vielzahl an Kanälen, die nötig ist, um den Mix entsprechend zu würdigen. Effekte und Musik können darum dominant sein und Dialoge schwerer verständlich werden lassen.

Darum werden von großen Kinofilmen Tonmixe für das Kino, aber auch für das Heimkino angefertigt. Man geht dabei von der Annahme aus, dass die meisten Menschen einen Film irgendwann so kennen lernen werden, da die Zeit, die ein Film im Kino verbringt, nur sehr kurz ist. Danach jedoch lebt er im Heimkino fort.

Im Kino wird man sich wohl daran gewöhnen müssen, dass im Original nicht immer alle Dialogpassagen gut verständlich sind. Das wird sich erst ändern, wenn bei der Produktion der am Set aufgenommene Ton dieselbe Priorität besitzt wie die Bilder.

Bild allein ist schließlich nicht alles - sonst könnten wir ja weiterhin Stummfilme schauen.

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 Schwer verständliche Filmdialoge: Wie bitte?
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M3gaFr3ak 04. Apr 2022 / Themenstart

Aus uranium wird "Uranium" und aus titanium wird "Titanium". Grundsätzlich wird alles...

Smoffte 31. Mär 2022 / Themenstart

Schlechte Sprachverständlichkeit ungleich Dynamikumfang. Der Dynamikumfang beschreibt...

underlines 30. Mär 2022 / Themenstart

Beim PotPlayer gibt es unter Settings->Audio Einstellungen für den 5.1 Downmix zu stereo...

debattierer 29. Mär 2022 / Themenstart

Nicht nur bei Golem, sondern auch woanders werden unübliche Anglizsmen verwendet. Email...

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