Schweizer Polizei: Drohnenabwehr beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Drohnen nicht erwünscht: Die Kantonspolizei Graubünden schützt das Weltwirtschaftsforum in Davos vor ferngesteuerten Flugkörpern. Dabei spielt deutsche Technik eine entscheidende Rolle.

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Hobbydrohne (Symbolbild)
Hobbydrohne (Symbolbild) (Bild: Andreas Donath)

Die Kantonspolizei Graubünden ist während des Weltwirtschaftsforums in Davos auf unerlaubte Drohnen im Luftraum offenbar vorbereitet: Fotografen der Nachrichtenagentur Bloomberg beobachteten, wie ein Schweizer Polizist auf einem Dach einen Störsender in Betrieb nahm, der wie eine schultergestützte Luftabwehrrakete aussah. Der HP 47 Counter UAV Jammer verschießt aber kein Projektil, sondern stört nur die Funk- und Navigationskommunikation der Drohne. Das Gerät stammt laut Bloomberg vom deutschen Hersteller HP Marketing und Consulting Wüst.

Die Drohne wird von dem Gerät nicht zum Absturz gebracht, sondern kann nur nicht mehr vom Piloten gesteuert werden. Den Abschuss kann bei einer Bedrohungslage beispielsweise ein Scharfschütze erledigen. Wie die Kantonspolizei nach Drohnen sucht, die sich im Anflug befinden, ist nicht bekannt. Neben der manuellen Aufklärung mit Fernglas könnten automatische Systeme wie der Dronetracker von Dedrone eingesetzt werden.

Es gibt zudem weitere Anti-Drohnensysteme. Skywall setzt ebenfalls auf die Bauform eines Manpads (Man Portable Air Defense System). Dabei wird ein Netz auf die Drohne geschossen, das diese zum Absturz bringen soll. Der Dronedefender von Battelle sieht ähnlich aus, doch statt Geschossen oder Raketen wendet das Unternehmen Störfunkmaßnahmen wie bei der Dronegun an, um unbemannte Flugobjekte außer Kontrolle zu bringen.

Die Tokioter Polizei hat ein Netz an eine Drohne gehängt und versucht, damit andere Flugkörper zu fangen. In den USA wurde eine Jagddrohne entwickelt, die im Flug ein Netz auf die gegnerische Drohne schießt. Vom Rüstungs- und Luftfahrtkonzern Airbus stammt ein System, das unbemannte Fluggeräte von gesperrten Lufträumen fernhalten soll. Es stört nicht nur die Elektronik der Drohne, sondern kann auch ihren Piloten orten.

Nachtrag vom 23. Januar 2017, 10:16 Uhr

Mittlerweile hat Dedrone bestätigt, dass sein Dronetracker in Davos zum Erkennen einfliegender Drohnen eingesetzt wurde.

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