Schweden: Verlage planen kollektive Aktion gegen Adblocker
Im Kampf gegen steigende Adblockerraten haben die schwedischen Verlage eine gemeinsame Aktion verabredet. Im kommenden August würden Nutzer von Werbeblockern von 90 Prozent der schwedischen Verlage ausgesperrt, berichtete das Branchenmagazin Digiday.com(öffnet im neuen Fenster) . Die Nutzer würden dann vor die Wahl gestellt, die Adblocker zu deaktivieren oder für den Zugang zu bezahlen. Videos sollen beispielsweise mit einer geringeren Bildfrequenz dargestellt werden.
Hinter der Aktion steht der schwedische Ableger des Interactive Advertising Bureau ( IAB(öffnet im neuen Fenster) ), was in Deutschland dem Online-Vermarkterkreis (OVK) entspricht. Die Vorsitzende von IAB Sverige, Charlotte Thür, begründete die Aktion mit den gestiegenen Adblockerraten. Als vor einem Jahr erstmals über eine solche Initiative nachgedacht worden sei, habe die Rate bei 20 Prozent gelegen, sagte sie laut Digiday. Nun sei sie auf mehr als 30 Prozent gestiegen. "Schon damals haben wir das für ein Problem gehalten" , sagte Thür, "nun müssen wir etwas Wirkungsvolleres tun."
Anders als in Deutschland, wo zahlreiche Werbetreibenden juristisch gegen den Adblockeranbieter Eyeo vorgehen, planen die schwedischen Verlage hingegen keine juristischen Schritte und wollen sich auch nicht an einem Whitelisting beteiligen. Die Ergebnisse der Aktion sollen auch anderen Ländern zur Verfügung gestellt werden.
Thür geht davon aus, dass die Abblockerrate von 30 Prozent nicht ganz reduziert werden kann. "Wir werden die Kerngruppe von zehn Prozent verärgern, die zweifellos andere technische Lösungen findet" , sagte Thür und fügte hinzu: "Aber wenn wir diese 20 Prozent wegbekommen, ist das fantastisch."
Inwieweit sich die schwedischen Ergebnisse auf andere Länder übertragen lassen, ist unklar. So erscheint es eher unwahrscheinlich, dass sich 90 Prozent der deutschen Verlage an einer kollektiven Adblockersperre beteiligen würden. Einzelne Verlage, wie Springer oder Gruner + Jahr, haben auf ihren Webseiten bereits solche Modelle getestet . Inzwischen gibt es mehrere Gerichtsverfahren zu der Frage , ob das Veröffentlichen von Umgehungsanleitungen gegen das Urheberrecht verstößt.
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