Schweden rüstet Ukraine auf: Gripen-E-Kampfjet kommt
Saab hat einen Vertrag zur Lieferung von 16 Gripen-E-Kampfjets an die Ukraine unterzeichnet. Das bestätigte das schwedische Unternehmen(öffnet im neuen Fenster). Die Vereinbarung folgt auf eine frühere Zusage Schwedens, bis zu 16 ältere Gripen-C/D-Jets zu übergeben.
Die Gripen-C/D-Maschinen sollen Anfang 2027 in der Ukraine eintreffen. Die Auslieferung der neueren Gripen-E-Variante soll laut Saab 2029 beginnen.
Der Vertrag wurde zwischen Saab und der schwedischen Behörde für Rüstungsgüter geschlossen(öffnet im neuen Fenster), die im Auftrag des Verteidigungsministeriums für Beschaffungen zuständig ist. Der Wert wird auf rund 24,6 Milliarden schwedische Kronen geschätzt, das sind umgerechnet etwa 2,5 Milliarden US-Dollar. Verbucht werden soll die Summe Berichten zufolge im dritten Quartal dieses Jahres.
Saab plant, die Jets zwischen 2029 und 2030 an die schwedische Behörde zu liefern. Erst danach würden sie an die Ukraine weitergegeben. Im Paket enthalten sind zudem Ersatzteile und zugehörige Ausrüstung.
Der Saab-Vorstandsvorsitzende Micael Johansson sagte, der Schritt verschaffe der ukrainischen Luftwaffe einen erheblichen Fähigkeitszuwachs. Er solle dazu beitragen, die Luftverteidigung des Landes langfristig zu stärken.
Ein Jet für den Kriegsalltag
Saab verweist immer wieder auf die Fähigkeit der Gripen, von kurzen oder improvisierten Start- und Landebahnen aus zu operieren, darunter auch Straßenabschnitte. Das gilt als eines der wichtigsten Verkaufsargumente für die Ukraine. Der Jet wurde ursprünglich im Kalten Krieg für den dezentralen Einsatz entwickelt.
Im Vergleich zum älteren C/D Modell verfügt die Gripen E über einen größeren Rumpf, ein leistungsstärkeres Triebwerk von General Electric des Typs F414 und zehn Aufhängepunkte für Waffensysteme. Auch das Cockpit wurde überarbeitet und um ein einzelnes, breites Display herum neu gestaltet.
Die Maschine soll die Luft-Luft-Rakete Meteor von MBDA tragen, erstmals im ukrainischen Einsatz kombiniert mit einem AESA-Radar, dem Leonardo ES 05 Raven. Dieses Radar sitzt auf einer drehbaren Basis und kann so über den üblichen vorderen Erfassungsbereich hinaus scannen.
Ausbildung ukrainischer Piloten und Techniker gestartet
Die vorhandenen F-16 und Mirage 2000 der Ukraine nutzen bereits die Rakete AIM-120 AMRAAM, die auch von der Gripen getragen werden kann. Offiziellen Angaben zufolge hat die Ausbildung ukrainischer Piloten und Techniker an der Gripen C/D bereits begonnen und soll später im Jahr ausgeweitet werden.
Kyivs Ziele gehen über diese erste Bestellung hinaus. Ukrainische Vertreter sprechen von einem langfristigen Vorhaben, zwischen 100 und 150 Gripen-Maschinen zu beschaffen. Vorerst bleibt der aktuelle Vertrag jedoch ein erster Schritt und keine feste Zusage in dieser Größenordnung.
Eine separate Absichtserklärung sieht zudem den möglichen Kauf von bis zu 100 Rafale-F4-Jets von Dassault aus Frankreich über die kommenden zehn Jahre vor. Das wirft die Frage auf, ob beide Programme in den genannten Stückzahlen realistisch parallel umgesetzt werden können.
Aktuell setzt die Ukraine auf eine Mischung aus MiG-29 aus sowjetischer Zeit, F-16 und einer kleinen Zahl von Mirage 2000. Mit der Gripen C/D und später der Gripen E würde sich die ukrainische Luftwaffe weiter in Richtung westlich gebauter Kampfjets verschieben.
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