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Schweden: Huawei will 5G-Sicherheitslabor selbst finanzieren

In Schweden will Huawei die Überprüfung seiner 5G -Produkte durch die Geheimdienste selbst bezahlen. Auch der Konkurrent Ericsson will keinen Ausschluss und droht mit drastischen Konsequenzen.
/ Achim Sawall
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Börje Ekholm, Chef von Ericsson (Bild: Ericsson)
Börje Ekholm, Chef von Ericsson Bild: Ericsson

Huawei ist bereit, umfassende Sicherheitsüberprüfungen seiner Mobilfunktechnik in Schweden selbst zu finanzieren. Das sagte Kenneth Fredriksen, Executive Vice President von Huawei für Mittelosteuropa und die nordische Region, dem Wirtschaftsmagazin Capacity(öffnet im neuen Fenster) . Schwedens Regulierungsbehörde Postoch Telestyrelsen (PTS) hatte den Teilnehmern der 5G-Auktion vorgeschrieben, bis zum Jahr 2025 Ausrüstung von Huawei und ZTE in ihrem bestehenden Netzwerk auszubauen.

Wegen einer Klage von Huawei dagegen ist die 5G-Auktion in dem Land seit November 2020 ausgesetzt. In Schweden wollen drei Netzbetreiber Huawei-Technik in ihren 5G-Netzwerken installieren: Tele2 und Telenor, die einen gemeinsamen Aufbau wollen, und 3 von CK Hutchison.

"Wir haben der Regierung und der PTS gesagt, dass wir bereit sind, außergewöhnliche Sicherheitsanforderungen zu erfüllen und hohe Transparenz zu bieten" , erklärte Fredriksen.

Vorbild sei The Cell im britischen Banbury, offiziell das Huawei Cyber Security Evaluation Centre (HCSEC), das vom britischen National Cyber Security Centre (NCSC) betrieben wird. Dieses ist Teil des GCHQ, eines britische Geheimdienstes, der sich mit Kryptographie und der Fernmeldeüberwachung befasst. Das HCSEC wurde im Jahr 2010 gestartet und ist mit britischen Sicherheitsexperten besetzt. Alle Kosten werden von Huawei übernommen. Das Aufsichtsgremium des HCSEC warf Huawei in seinem Jahresbericht mit Stand vom Dezember 2018 vor , keinen nennenswerten Fortschritt bei der Schließung von Sicherheitslücken durch veraltete Software zu machen. Unter anderem wurden nicht mehr gepflegte Versionen der Verschlüsselungs-Bibliothek OpenSSL gefunden.

Ericsson-Chef droht mit Rückzug aus Schweden

Börje Ekholm, Chief Executive Officer von Ericsson, habe Handelsministerin Anna Hallberg aufgefordert, die Ausschlussentscheidung gegen Huawei und ZTE rückgängig zu machen, berichtete zuvor die Tageszeitung Dagens Nyheter(öffnet im neuen Fenster) . In seiner Nachricht an Hallberg heißt es laut dem Bericht, bei derzeitiger Lage sei "Schweden ein wirklich schlechtes Land" als Heimatstandort von Ericsson. Ein Ericsson-Sprecher bestätigte der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass Ekholm mit dem Minister in Kontakt stehe. Ekholm hatte sich schon zuvor eindeutig positioniert.


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