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Schweden: Ex-Militärdienstleister der Spionage für Russland bezichtigt

Ein ehemaliger IT-Berater des schwedischen Militärs ist verhaftet worden. Er soll jahrelang dem russischen Geheimdienst zugearbeitet haben.
/ Marc Stöckel
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Schwedische Behörden haben einen mutmaßlichen Spion Russlands verhaftet. (Bild: pixabay.com / Elionas2)
Schwedische Behörden haben einen mutmaßlichen Spion Russlands verhaftet. Bild: pixabay.com / Elionas2

In Schweden ist ein 33-jähriger ehemaliger IT-Berater des Militärs festgenommen worden, weil er an Spionageoperationen des russischen Geheimdienstes beteiligt gewesen sein soll. Wie das Nachrichtenportal The Record unter Verweis auf schwedische Medien berichtet(öffnet im neuen Fenster) , gehen die Behörden derzeit davon aus, dass die Spionageaktivitäten 2022 zusammen mit dem Ukrainekrieg begonnen haben.

Der Beschuldigte soll von 2018 bis 2022 über einen IT-Dienstleister als Berater für das schwedische Militär tätig gewesen sein. Er soll überdies ein eigenes Cybersicherheitsunternehmen mit Fokus auf "offensive Cyberoperationen" geführt haben. Jedoch soll er damit keine nennenswerten Umsätze erzielt haben.

Ab 2022 soll der Beschuldigte dann zum Zwecke der Spionage dem russischen Geheimdienst zugearbeitet haben. Diese Aktivitäten soll er auch im letzten Jahr und sogar bis Anfang 2026 fortgeführt haben. Am 7. Januar wurde er jedoch festgenommen, wie auch die schwedische Staatsanwaltschaft bestätigt(öffnet im neuen Fenster) . Seitdem befindet sich der Mann in Untersuchungshaft.

Details noch unter Verschluss

Die Ermittlungen befinden sich den Angaben zufolge noch "in einem frühen Stadium" . Laut Staatsanwaltschaft deuten bisherige Erkenntnisse darauf hin, "dass der Verdächtige dem russischen Geheimdienst Informationen zugespielt hat" . Ob dies tatsächlich der Fall sei, werde sich im weiteren Verlauf des Verfahrens zeigen. Weitere Informationen könne man aufgrund der laufenden Ermittlungen derzeit nicht teilen.

Russische Spionageaktivitäten wurden im vergangenen Jahr auch an anderen Stellen aufgedeckt. So warnten etwa Sicherheitsforscher von Google im Februar vor Phishingangriffen auf Signal-Nutzer beim Militär und der Regierung der Ukraine. Russische Angreifer versuchten wohl damals, sich Zugriff auf vertrauliche Chatinhalte zu verschaffen.

Im Mai warnten zudem die Behörden mehrerer Länder vor gehackten IP-Kameras . Die dem russischen Militärgeheimdienst zugeordnete Hackergruppe APT28 hat damit wohl versucht, unter anderem Flughäfen, Seehäfen, Bahnstrecken und Grenzübergänge auszukundschaften, um gezielte Sabotageangriffe auf Hilfslieferungen an die Ukraine planen zu können.


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