Schweden: Ericsson-Konzernchef kritisiert Huawei-Ausschluss scharf

Borje Ekholm von Ericsson hat den Ausschluss des wichtigsten Konkurrenten Huawei durch die eigene Regierung abgelehnt.

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Ericsson-Chef Borje Ekholm
Ericsson-Chef Borje Ekholm (Bild: Ericsson)

Ericsson-Chef Borje Ekholm hat sich energisch gegen den Ausschluss des Konkurrenten Huawei vom schwedischen Mobilfunkmarkt gewandt. Schweden sei von den EU-Richtlinien für sichere 5G-Netze ("Toolbox") abgewichen, die nationale Sicherheit mit freiem Wettbewerb in Einklang bringen sollten. "Ich denke, dass der Rahmen gut ist. Dies ist ihre eigene Interpretation der Toolbox", sagte er der britischen Financial Times über die Entscheidung der Regierung.

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Schwedens Regulierungsbehörde hatte allen Teilnehmern der 5G-Auktion vorgeschrieben, bis zum Jahr 2025 Ausrüstung von Huawei und ZTE in ihrem bestehenden Netzwerk auszubauen. Huawei hatte sich mit einer einstweiligen Verfügung gegen den Ausschluss durchgesetzt, weshalb die Regulierungsbehörde Post and Telecom Authority (PTS) die für Anfang November geplante 5G-Auktion verschieben musste. Ekholm sagte, er erwarte eine Verzögerung der Einführung der neuen Telekommunikationsnetze.

Laut Ekholm schränkt ein solcher Schritt den freien Wettbewerb und Handel ein. Es sei "wichtig, dass diese Art von Entscheidungen überprüft werden. Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass wir offene Märkte und freien Wettbewerb haben." Ekholm erklärte, dass Ericsson zwar "stark" mit Huawei konkurriere, aber auch bei Industriestandards mit ihnen zusammenarbeite. Es sei wichtig, das beizubehalten.

Ekholm sagte, er verstehe, dass Mobilfunknetze eine nationale Sicherheitsfrage seien und dies "zunehmend" sein würden. Die Vorwürfe der umstrittenen US-Regierung gegen Huawei, nach der der Telekommunikationsausrüster Spionage für China betreibe und in seinen Produkten Hintertüren habe, seien bisher durch nichts bewiesen worden.

Reding: Frühere EU-Kommissarin wendet sich gegen Verbot von Huawei

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Der Konzernchef sagte, er glaube, dass der Wettbewerb Ericsson langfristig zu einem besseren Unternehmen mache. Es möge "kurzfristig schmerzhaft sein, aber längerfristig treibt es uns an, innovativer zu sein und bessere Produkte für unsere Kunden herzustellen".

Die führende schwedische Wirtschaftszeitung Dagens Industri zitierte die ehemalige EU-Kommissarin Viviane Reding mit den Worten: "Der Ausschluss von Unternehmen wegen ihres Herkunftslandes ist immer riskant und steht im Widerspruch zum europäischen Gedanken. Die EU-Toolbox für sichere 5G-Netze sieht das absolut nicht vor." Sicherlich sei es Sache der jeweiligen Landesführung, die Sicherheit zu bewahren. "Aber Sicherheit ist ein Element mit vielen Gesichtern, das sehr stark von Technik abhängt. Und am Ende müssen die Betreiber die Verantwortung übernehmen", betonte Reding.

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