Schwarz-Gruppe: Lidl und Kaufland stellen die Cloud für deutsche Unternehmen

Der Mutterkonzern der Ketten will eine eigene Cloud anbieten - mit Datenschutzversprechen. Regierungsprojekte wie Gaia X seien zu träge.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Schwarz-Gruppe stellt eine eigene Cloud zur Verfügung.
Die Schwarz-Gruppe stellt eine eigene Cloud zur Verfügung. (Bild: Lidl/Montage: Golem.de)

Die Schwarz-Gruppe will mit einem eigenen deutschen Cloud-Angebot gerade auf lokalen Märkten expandieren. Das Angebot von Stackit ist derzeit in einer Betaversion verfügbar. Der Mutterkonzern der Supermarktketten Kaufland und Lidl wirbt dabei mit einer Datenhaltung innerhalb der Landesgrenzen und einem Fokus auf die Datenschutz-Grundverordnung. Bereits Ende 2019 hatte der Konzern das Vorhaben auf den Weg gebracht.

Stackit soll auf der bereits funktionierenden Infrastruktur von Kaufland und Lidl basieren, die der Konzern aus eigenem Antrieb selbst aufgebaut hat. Kunden können künftig Kapazitäten für virtuelle Maschinen, Storage, Datenbanken und Containerisierung durch Kubernetes mieten. Diese Funktionen sollen demnächst verfügbar sein. "Als europäischer Vertragspartner mit Rechenzentren in der DACH-Region garantieren wir maximale Datensouveränität in der Cloud", schreibt der Konzern auf der eigenen Webseite.

Regierungsprojekte wie Gaia X dauern zu lang

Für die Schwarz-Gruppe sind Projekte wie die geplante europäische Cloud Gaia X wichtig, um US-amerikanischen Konzernen wie Microsoft, AWS und Google zu begegnen. "Diese Initiativen sind wichtig und richtig, aber sie dauern erfahrungsgemäß lange", sagt Schwarz-IT-Vorstand Christian Müller dem Wirtschaftsmagazin Handelsblatt im Gespräch. "Wir müssen aus eigenem Interesse die Entwicklung der Cloud vorantreiben und freuen uns, wenn der Gesetzgeber uns dabei unterstützt".

Bereits 2019 hatte die Schwarz-Gruppe ihr Cloud-Projekt als Kooperation mit Partnern wie Würth und dem Energiekonzern Enbw angekündigt. Diese sind auch weiterhin dabei. Auch SAP ist mit der Applikation Two-Go bereits auf der Plattform vertreten. Wenn das Projekt erfolgreich sein will, muss es allerdings mit großen Unternehmen mithalten können.

Konzerne wie Microsoft wollen nämlich auf dem europäischen Markt auch attraktiv bleiben und versprechen Datensicherheit und -verfügbarkeit - optional auch auf globaler Ebene. So laufen wichtige Programme wie Microsoft 365 oder virtuelle Maschinen auf Wunsch ausschließlich in deutschen Rechenzentren. Unternehmen wie AWS und Google senken derweil die Preise für ihr Angebot, um attraktiv zu bleiben.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


derdiedas 20. Mai 2020

Und wird Lidl dann nicht nur seine Mitarbeiter sondern auch seine Kunden ausspionieren...

Trockenobst 20. Mai 2020

90% der IT ist Service. Hier baut doch selbst niemand was. Google, Amazon, bauen doch...

taifun850 20. Mai 2020

Hetzner ist weit weit entfernt von dem was hier aufgebaut wird. Das man den Unterschied...

TheUnichi 20. Mai 2020

Was es natürlich dennoch lustig macht, denn wer Cloud anbietet, sollte wohl in der Lage...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Ungewöhnlicher Kundenservice
Wie ich meine neuen Kopfhörer mit dem Hammer zerschlug

Normalerweise muss man sich in einem Garantiefall nicht dabei filmen, wie man das defekte Produkt zerstört. Ich schon - nur so bekam ich einen Ersatz für meinen Kopfhörer.
Ein Erfahrungsbericht von Tobias Költzsch

Ungewöhnlicher Kundenservice: Wie ich meine neuen Kopfhörer mit dem Hammer zerschlug
Artikel
  1. Deutschland auf Platz 3: Millionen von SSH-Servern anfällig für Terrapin-Angriff
    Deutschland auf Platz 3
    Millionen von SSH-Servern anfällig für Terrapin-Angriff

    Allein in Deutschland gibt es mehr als eine Million über das Internet erreichbare SSH-Server, die nicht gegen Terrapin gepatcht sind.

  2. Festnetz- und Mobilfunk: Telefónica beginnt Massenentlassungen in Spanien
    Festnetz- und Mobilfunk
    Telefónica beginnt Massenentlassungen in Spanien

    Von 16.500 Arbeitsplätzen beim Telefónica-Mutterkonzern soll rund ein Fünftel verschwinden. Der Stellenabbau betrifft vor allem Ältere.

  3. Streamer: Twitch verbietet vorgetäuschte Nacktheit
    Streamer
    Twitch verbietet vorgetäuschte Nacktheit

    Schwarze Balken über der scheinbar nackten Brust? Nicht erlaubt! Selbst wenn Unterwäsche hervorblitzt, verbietet Twitch solche Darstellungen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Crucial P3 Plus 4 TB + Acronis 194,83€ • MediaMarkt & Saturn: Gutscheinheft mit Rabattaktionen und 3 Games für 49€ • Alternate: Thermaltake-Produkte im Angebot • HP Victus 15.6" 144Hz (i5-13420H, 16 GB, RTX 3050) 777€ • MindStar: Corsair Vengeance RGB 64 GB DDR5-6000 199€ [Werbung]
    •  /