Schwarmbekämpfung: US Army investiert Millionen in Mikrowellen-Drohnenabwehr

Die US Army hat dem Unternehmen Epirus einen Auftrag über 43,5 Millionen Dollar erteilt. Das Geld fließt in die Entwicklung von Hochleistungs-Mikrowellensystemen, die Drohnenschwärme außer Gefecht setzen sollen, berichtet The War Zone(öffnet im neuen Fenster) .
Der Vertrag umfasst demnach zwei Leonidas-Systeme der zweiten Generation(öffnet im neuen Fenster) samt Zusatzausrüstung und Testmöglichkeiten. Das Army's Rapid Capabilities and Critical Technologies Office unterzeichnete die Vereinbarung vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über Drohnenbedrohungen.
Die fortlaufenden Auseinandersetzungen im Nahen Osten und in der Ukraine haben Schwachstellen in den aktuellen Luftverteidigungssystemen aufgezeigt. Oftmals wird mit sehr teuren Raketen oder gar mit Flugzeug-Bordkanonen gegen günstige Drohnen gekämpft.
Bei großen Drohnenschwärmen kommen solche Taktiken schnell an ihre Grenzen – fachbegrifflich Übersättigung genannt. Epirus-Chef Andy Lowery teilte mit, das erste System solle bis Ende Juli 2025 fertig sein, das zweite im August folgen.
Die Leonidas-Technologie nutzt elektromagnetische Strahlung, um mehrere Drohnen gleichzeitig auszuschalten. Das System sendet Mikrowellenenergie über verschiedene Frequenzbänder aus und überlastet die Elektronik unbemannter Fluggeräte in seinem Wirkungsbereich. Lithium-Akkus ermöglichen bis zu 30 Minuten netzunabhängigen Betrieb.
Entscheidende Tests im Oktober geplant
Die US Army will die neuen Systeme im Oktober auf der Naval Air Weapons Station China Lake testen. Lowery bezeichnete die anstehenden Versuche als wegweisend für sein Unternehmen. Erfolgreiche Tests könnten zu einer offiziellen Army-Beschaffung und breiteren Einführung führen – und zu einem guten Geschäft.
Die Generation-II-Systeme bauen auf früheren Prototypen auf, die 2024 im Nahen Osten und Anfang dieses Jahres im Indo-Pazifik-Raum eingesetzt wurden. Die Produktionskapazität soll bei 20 Systemen jährlich liegen, bei Bedarf auch bei bis zu 30. Das Unternehmen erwägt den Aufbau zusätzlicher Fertigungsstandorte.



