Schwarm: US-Militär lässt hundert Drohnen schwärmen

Diese Drohnen brauchen keine Steuerung: Das US-Militär hat das Schwarmverhalten von Drohnen getestet. Die unbemannten Fluggeräte wurde von Kampfflugzeugen abgesetzt und organisierten ihre Flugmanöver selbst.

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Drohnenschwarm: Abwurf bei hoher Geschwindigkeit aus dem Container für IR-Täuschkörper
Drohnenschwarm: Abwurf bei hoher Geschwindigkeit aus dem Container für IR-Täuschkörper (Bild: DoD/Screenshot: Golem.de)

Fliegt, kleine Drohnen: Das US-Militär hat einen Drohnenschwarm getestet. Kampfflugzeuge setzten gut 100 der kleinen unbemannten Fluggeräte (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) in der Luft aus. Diese führten dann selbstständig mehrere Manöver aus. Es sei einer der bedeutendsten Tests autonomer Systeme gewesen, den das US-Militär bisher durchgeführt habe, teilte das US-Verteidigungsministerium mit.

Bei dem Test über der Naval Air Weapons Station China Lake im US-Bundesstaat Kalifornien wurden 103 Perdix-Drohnen von drei F/A-18 Super Hornets im Flug ausgesetzt. Die Maschinen hatten die Drohnen in kleinen Containern für IR-Täuschkörper unter dem Rumpf in die Höhe transportiert.

100 Drohnen formieren sich zu einem Kreis

Nach dem Aussetzen sammelten sich die Drohnen zunächst an einem festgelegten Ort. Dann organisierten sie sich, um kollektiv vier Manöver zu fliegen. Entschieden sie, eines sei erfolgreich abgeschlossen, wandten sie sich dem nächsten zu. Drei Mal schwebten sie über einem Ziel. Anschließend formierten sie sich zu einem Kreis mit einem Radius von 100 Metern.

Diese Manöver seien nicht vorprogrammiert gewesen. Die Drohnen hätten sich untereinander verständigt und sich koordiniert, sagte William Roper, Direktor des Strategic Capabilities Office (SCO). Aufgabe des 2012 gegründeten SCO ist unter anderem, neue Einsatzmöglichkeiten für vorhandene Technik zu finden oder vorhandene und neue Technik auf innovative Weise zusammenzuführen. Da es keinen Schwarmführer gebe, sei es auch kein Problem, wenn Drohnen neu zum Schwarm dazu kämen oder diesen verließen - bei dem Test stürzten wohl einige der Kleindrohnen ab.

Perdix wurde am MIT entwickelt

Das nach einer Gestalt aus der griechischen Mythologie benannte UAV Perdix wurde vor einigen Jahren von Studenten des Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt. Das Fluggerät ist etwa 16 Zentimeter lang und hat eine Spannweite von etwa 30 Zentimetern. Die vier Flügel bestehen aus einem Kohlenstofffaser-verstärkten Kunststoff, der Rumpf aus Kevlar. Angetrieben wird Perdix von einem Propeller.

Die Drohne wurde seither weiter entwickelt. Sie muss vor allem sehr stabil sein, um die Belastungen beim Aussetzen bei der hohen Geschwindigkeit unbeschadet zu überstehen. Perdix könne Geschwindigkeiten von Mach 0,6 und Temperaturen von minus 10 Grad Celsius ebenso aushalten wie schwere Erschütterungen, erklärt das US-Militär.

Der Test fand bereits im Oktober 2016 statt. Das US-Verteidigungsministerium hat aber erst jetzt über dieses Projekt berichtet.

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