Schwache Verschlüsselung: Tausende Apps könnten von Freak-Schwachstelle betroffen sein

Die durch den Freak-Angriff ausgelöste schwache Verschlüsselung macht auch viele Apps unsicher. Betroffen sind laut ersten Untersuchungen mehrere populäre Anwendungen für Android und iOS.

Artikel veröffentlicht am ,
Die abgegriffenen Zugangsdaten aus einer Verbindung zwischen App und Server mit schwacher Verschlüsselung
Die abgegriffenen Zugangsdaten aus einer Verbindung zwischen App und Server mit schwacher Verschlüsselung (Bild: Fireeye)

Vor allem bei Anwendungen, die Passwörter oder Kreditkarteninformationen übermitteln, könnten Angreifer die jüngst entdeckte Freak-Schwachstelle ausnutzen. Einer Untersuchung des IT-Sicherheitsunternehmens Fireeye zufolge sind insgesamt 1.228 aus 10.985 Android-Apps mit mehr als einer Million Downloads sowie 771 aus den 14.079 populärsten Apps für iOS betroffen.

Stellenmarkt
  1. IT-Mitarbeiter für den 1-Level-Support (m/w/d)
    MVZ Labor Münster Hafenweg GmbH, Münster
  2. Consultant (m/w/d) ÖPNV Softwarelösungen / -support
    Rhein-Main-Verkehrsverbund Servicegesellschaft mbH, Frankfurt
Detailsuche

Die Freak-Schwachstelle setzt voraus, dass sowohl die App als auch der Server, mit dem die Anwendung eine verschlüsselte Verbindung aufbaut, den uralten Export-Verschlüsselungsalgorithmen in TLS weiterhin nutzen. Angreifer könnten beispielsweise in öffentlichen WLANs speziell präparierte Pakete an den Server schicken, mit dem sich eine App verbinden will, und so eine Verbindung mit dem schwachen, temporären 512-Bit-RSA-Schlüssel im Export-Modus forcieren.

Kreditkarteninformationen und Zugangsdaten gefährdet

Als Beweis hat Fireeye in seinem Blogpost zwei Screenshots veröffentlicht. Einer zeigt abgegriffene entschlüsselte Zugangsdaten, der andere Kreditkarteninformationen. Statistiken von Fireeye zufolge wurde Anfang März die Freak-Schwachstelle zwar in einigen Apps behoben, die Mehrzahl ist aber weiterhin anfällig für den Angriff. Welche Apps genau betroffen sind, wird jedoch nicht erwähnt.

Inzwischen wurde die Lücke in weiteren Krypto-Bibliotheken geschlossen, darunter in der für iOS 8.2 und früheren Versionen von Apples mobilem Betriebssystem sowie in Openssl und Libressl. Anfällig für den Angriff sind laut der Webseite Smacktls der Browser in Blackberrys Betriebssystem sowie in Androids Standardbrowser. Auch zahlreiche Geräte von Cisco nutzen nach wie vor eine unsichere Version von Openssl.

Überbleibsel aus den Kryptokriegen

Golem Akademie
  1. Apache Kafka Grundlagen: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    21.–22. März 2022, Virtuell
  2. Scrum Product Owner: Vorbereitung auf den PSPO I (Scrum.org): virtueller Zwei-Tage-Workshop
    3.–4. März 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Export-Verschlüsselungsalgorithmen in TLS sind ein Relikt aus den 90er Jahren. Die USA hatten damals Gesetze, die die Nutzung starker Kryptographie und insbesondere deren Export einschränkten. Die politischen Auseinandersetzungen um derartige Einschränkungen von Verschlüsselungstechnik bezeichnete man auch als Crypto Wars. Mit dem TLS-Vorgänger SSL wurden Algorithmen eingeführt, die absichtlich schwache Schlüssel nutzten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Felix_Keyway 23. Mär 2015

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist auch TLS betroffen, sofern eine schwache...

schurlii 23. Mär 2015

Es sind nicht nur Clients betroffen, serverseitig ist es auch noch lange nicht gelöst und...

AllAgainstAds 23. Mär 2015

wird Sturm ernten. Jetzt zeigt sich, welche Nachteile das Graben einer Grube für...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Naomi "SexyCyborg" Wu
Pappbüste einer Tech-Youtuberin ist Youtube zu anstößig

Naomi Wu wird in der Maker-Szene für ihr Fachwissen geschätzt. Youtube demonetarisiert sie aber wohl wegen ihrer Körperproportionen.

Naomi SexyCyborg Wu: Pappbüste einer Tech-Youtuberin ist Youtube zu anstößig
Artikel
  1. Quartalsbericht: Apples Gewinn stellt alles in den Schatten
    Quartalsbericht
    Apples Gewinn stellt alles in den Schatten

    Apple erwirtschaftet im letzten Quartal des Vorjahres einen Gewinn von 34,6 Milliarden US-Dollar. Und das trotz Chipkrise und weiteren Lieferengpässen.

  2. Coronapandemie: 42,6 Millionen mehr digitale Impfzertifikate als Impfdosen
    Coronapandemie
    42,6 Millionen mehr digitale Impfzertifikate als Impfdosen

    Einem Medienbericht zufolge gibt es eine Lücke zwischen ausgestellten Impfnachweisen und verabreichten Dosen. Diese wird sogar noch größer.

  3. Akamai: Steigende Nachfrage für illegale Kopien von Filmen
    Akamai
    Steigende Nachfrage für illegale Kopien von Filmen

    Durch die vielen neuen Streaming-Dienste ist illegales Filesharing wieder stark im Kommen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RX 6900 XTU 16GB 1.449€ • Intel i7 3,6Ghz 399€ • Alternate: u.a. Acer Gaming-Monitor 119,90€ • Logitech Gaming-Headset 75€ • iRobot Saugroboter ab 289,99€ • 1TB SSD PCIe 4.0 128,07€ • Razer Gaming-Tastatur 155€ • GOG New Year Sale: bis zu 90% Rabatt • LG OLED 65 Zoll 1.599€ [Werbung]
    •  /