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Schusswaffen: Interpol warnt vor verbesserten Waffen aus dem 3D-Drucker

Mit Fortschritten beim 3D-Druck würden auch die Waffen besser, sagt Interpol und fordert politische Maßnahmen, um das zu verhindern.
/ Werner Pluta
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3D-gedruckte Pistole Liberator: "Die Kontrolle wird in Zukunft immer schwieriger." (Bild: Defense Distributed/Screenshot: Golem.de)
3D-gedruckte Pistole Liberator: "Die Kontrolle wird in Zukunft immer schwieriger." Bild: Defense Distributed/Screenshot: Golem.de

Bedrohung aus dem 3D-Drucker: Interpol sorgt sich wegen Waffen, die per 3D-Druck hergestellt werden. Die Organisation ruft Regierungen auf, "notwendige Maßnahmen" dagegen zu ergreifen.

Vor zehn Jahren tauchte der Liberator im Netz auf, die erste Schusswaffe aus dem 3D-Drucker , die nach wenigen Schüssen unbrauchbar war. Das gilt auch für die meisten heutigen Waffen aus dem 3D-Drucker.

Interpol warnt jedoch, dass die Entwicklung rasant voranschreite. Die Fortschritte im 3D-Druck werden sich auch auf die Produktion und Qualität der Waffen auswirken, sagte ein Interpol-Sprecher dem Dubaier Nachrichtensender Al-Arabiya(öffnet im neuen Fenster) . Es sei zu befürchten, dass durch Verbesserungen in den Druckverfahren und -materialien auch leistungsfähigere und anspruchsvollere Waffen hergestellt werden könnten.

Besserer 3D-Druck heißt bessere Waffen

"Es gibt bereits einige Nachahmungen von Waffen militärischer Natur mit beträchtlicher Feuerkraft. Die Entwicklung der Druckmaterialien wird sich auf die zunehmende Raffinesse und Produktion dieser Waffen und die Bedrohung, die sie darstellen, auswirken" , sagte der Interpol-Sprecher. "Wir stehen vor einer ernsthaften Bedrohung, wenn keine rechtlichen Maßnahmen ergriffen werden, um die Produktion von Druckern und Druckmaterialien zu kontrollieren, die für ihre Verwendung notwendig sind."

Interpol fordert Maßnahmen, um die Verwendung von 3D-gedruckten Waffen für illegale Zwecke zu verhindern.  Eine Möglichkeit sei etwa, Software, mit der Waffen hergestellt werden können, "so weit wie möglich" vom Markt zu entfernen, auch wenn sich das als schwierig erweisen könnte.

"Wenn dies nicht geschieht, ist es nur natürlich, dass sich die Bedrohung in Richtung der Herstellung immer ausgefeilterer 3D-Waffen entwickelt, die leistungsfähiger und zuverlässiger sind, was die Verhinderung und Kontrolle ihres Einsatzes in Zukunft immer schwieriger macht" , resümierte der Sprecher.

3D-gedruckte Waffen haben keine Seriennummern und wurden keiner Qualitätskontrolle unterzogen. Deshalb sie sind nach der aktuellen Gesetzeslage in den meisten Ländern illegal.


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