Schulschwänzen: Piratenpartei gegen elektronisches Klassenbuch

Berlins Schulsenatorin will Schulschwänzen mit einer sofortigen SMS an die Eltern bekämpfen. Martin Delius von der Piratenpartei ist dagegen und ruft dazu auf, statt auf Überwachung auf Überzeugung, Betreuung und höhere Attraktivität der schulischen Angebote zu setzen.

Artikel veröffentlicht am ,
Bildungssenatorin Sandra Scheeres
Bildungssenatorin Sandra Scheeres (Bild: Sandra Scheeres)

Der bildungspolitische Sprecher der Berliner Piratenfraktion, Martin Delius, hat sich gegen die Einführung von elektronischen Klassenbüchern ausgesprochen. Berlins Schulen bekommen die Technik im Rahmen eines Pilotprojekts. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) lässt das E-Klassenbuch im Schuljahr 2012/2013 an zehn Berliner Schulen erproben.

Stellenmarkt
  1. IT-Retail Spezialist (m/w/d)
    dennree GmbH, Töpen (Raum Hof / Oberfranken), Großostheim, Garching bei München, Berlin
  2. Datenbankadministrator*in
    Atruvia AG, Karlsruhe, München, Münster
Detailsuche

Über eine flächendeckende Einführung könne vorbehaltlich der Finanzierung frühestens zum Schuljahr 2013/14 entschieden werden, so die Senatorin in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Piraten.

Scheeres hatte das elektronische Klassenbuch mit der Bekämpfung des Schulschwänzers begründet. Eltern würden sofort per SMS über die Abwesenheit ihrer Kinder informiert. Im Schuljahr 2009/10 seien 2.636 Schulschwänzer registriert worden.

Martin Delius sagte: "Statt auf Überzeugung, Betreuung und Attraktivität der schulischen Angebote setzt Frau Scheeres auf Überwachung und Kontrolle. Sie nimmt dabei die Gefahr in Kauf, dass neben den gewollten SMS an Eltern auch schnell ungewollt ein öffentlicher Pranger mit Live-Fehlzeiten im Internet auftaucht." Sollte das elektronische Klassenbuch so eingesetzt werden, wie von den bisher genannten Firmen beschrieben, bedeute dies, dass höchst sensible Daten über Schüler, Lehrer und Eltern über das Internet verfügbar gemacht, elektronisch weiterverarbeitet und zwangsläufig auf vielen Endgeräten kopiert und gelagert werden.

Golem Akademie
  1. C++ Programmierung Basics: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    13.–17. Dezember 2021, virtuell
  2. SAMBA Datei- und Domänendienste einrichten: virtueller Drei-Tage-Workshop
    7.–9. März 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

"Die Erfahrung mit derlei Systemen hat gezeigt, dass es keine endgültige Sicherheit für solche massiven Datensammlungen geben kann. Die Missbrauchsgefahr und der potenzielle Schaden sind für den angedachten Zweck wesentlich zu hoch", so Delius. Die knapp 73.000 Euro, die dieses Pilotprojekt kostet, seien anderswo an den Berliner Schulen besser angelegt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


__destruct() 18. Mai 2012

Inwiefern ist es dabei hilfreich, nicht klar aufzuschreiben, was man sagen will? Nach...

idmoa 16. Mai 2012

In einigen Bundesländern sicher. Gerade da, wo das Abitur schon der neue...

Freepascal 16. Mai 2012

Erziehen darst und sollst du deine Kinder selbst! Das ist eben nicht die Aufgabe es...

fratze123 16. Mai 2012

oder leidest du unter kontrollwahn? wenn dein beitrag ernstgemeint sein soll, solltest du...

Mingfu 16. Mai 2012

Ja, wobei auch mehr Geld und kleinere Klassen allein gewisse Probleme nicht lösen...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Fälschung
Wieder Abmahnungen wegen Youporn-Streaming

Diesmal hat sich ein besonders dummer Betrüger an Abmahnungen zum Streaming bei Youporn versucht. In dem Brief stimmt fast keine Angabe.

Fälschung: Wieder Abmahnungen wegen Youporn-Streaming
Artikel
  1. Deutsche Telekom: Netflix, Facebook und Amazon sollen für Netzausbau zahlen
    Deutsche Telekom
    Netflix, Facebook und Amazon sollen für Netzausbau zahlen

    Deutsche Telekom, Vodafone und 11 weitere große europäische Netzbetreiber wollen jetzt Geld von den Content-Konzernen aus den USA sehen.

  2. Telekom-Internet-Booster: Feldtest bringt über 600 statt 50 MBit/s ins Haus
    Telekom-Internet-Booster
    Feldtest bringt über 600 statt 50 MBit/s ins Haus

    Die Telekom beginnt mit 5G DSL. Dafür wird im Haushalt eine Außenantenne benötigt.

  3. 800 MHz: Bundesnetzagentur dürfte nächste Auktion absagen
    800 MHz
    Bundesnetzagentur dürfte nächste Auktion absagen

    1&1 wird sich das neue Vorgehen nicht gefallen lassen. 800 MHz bietet wichtige Flächenfrequenzen auf dem Lande.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Heute ist Cyber Monday • AMD Ryzen 7 5800X 348€ • 3 für 2: Star Wars & Marvel • Bis 300€ Direktabzug auf TVs, Laptops uvm. • Bis 50% auf beyerdynamic + Gratis-Kopfhörer • Cyber Monday bei MM/Saturn (u. a. Xiaomi 11 Lite 5G 299€) • Alternate (u. a. be quiet CPU-Kühler 29,99€) [Werbung]
    •  /