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Schulmassaker in Uvalde: Angehörige verklagen Activision und Instagram

Bei einem Amoklauf an einer texanischen Grundschule sind 21 Menschen getötet worden. Der Attentäter soll obsessiv Call of Duty gespielt haben.
/ Friedhelm Greis
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Artwork von Call of Duty: Modern Warfare 3 (Bild: Activision)
Artwork von Call of Duty: Modern Warfare 3 Bild: Activision

Angehörige von Opfern eines Schulmassakers im texanischen Uvalde gehen juristisch gegen mehrere Firmen vor. In einer 115-seitigen Klageschrift (PDF)(öffnet im neuen Fenster) wird dem Computerspielhersteller Activision Blizzard vorgeworfen, ein "lebendiges, realistisches und fesselndes Theater der Gewalt" zu schaffen, "in dem Teenager lernen, mit erschreckendem Geschick und Leichtigkeit zu töten" . Instagram wiederum verschaffe Waffenherstellern "einen unbeaufsichtigten Kanal, um Minderjährige direkt anzusprechen" .

Bei dem Amoklauf im Mai 2022(öffnet im neuen Fenster) an einer Grundschule tötete der 18-jährige Täter 19 Schulkinder und zwei Lehrerinnen. 15 Schulkinder und ein Polizist wurden verletzt. Der Täter wurde anschließend von der Polizei erschossen.

Der Klageschrift zufolge war der Amokschütze kein gelegentlicher Fan von Call of Duty. "Er spielte wie besessen, entwickelte die Fähigkeiten eines Scharfschützen und erhielt Belohnungen, die nur nach einem beträchtlichen Zeitaufwand erhältlich sind" , heißt es.

Verweis auf frühere Amokläufe

Die Beklagten trügen die Verantwortung für eine "tiefgreifende Zersetzung unserer Kinder" . Zusammen mit bestimmten Schusswaffenherstellern hätten sie "eine Generation junger Männer herangezogen, die sozial verletzlich, in ihrer Männlichkeit verunsichert und begierig darauf sind, Stärke zu zeigen und Dominanz zu behaupten" . Die Firmen hätten seit Jahren ihre Partner in der Waffenindustrie als die Antwort auf diese Probleme positioniert.

Dabei verweisen die Anwälte auf frühere Amokläufe in den USA. "In jedem dieser Fälle war der Schütze zwischen 18 und 21 Jahre alt; in jedem dieser Fälle war der Schütze ein begeisterter Spieler von Call of Duty; und in jedem dieser Fälle beging der Schütze seinen Angriff in taktischer Ausrüstung und mit einem Sturmgewehr in der Hand" , heißt es. Nach Angaben von The Verge(öffnet im neuen Fenster) haben die Angehörigen auch den Waffenhersteller Daniel Defense verklagt, der die vom Amokläufer genutzte Waffe AR-15 produziert.

Laut The Verge wies Activision die Vorwürfe in einem Statement zurück: "Millionen Menschen auf der ganzen Welt genießen Videospiele, ohne schreckliche Taten zu begehen."

Dem Artikel zufolge sind Klagen gegen Computerspielhersteller wegen einer angeblichen Mitverantwortung für Amokläufe in den USA bislang regelmäßig gescheitert. Allerdings konnte die in dieser Klage beauftragte Kanzlei für die Angehörigen von Opfern des Massakers von Sandy Hook eine Entschädigung in Höhe von 73 Millionen US-Dollar vom Waffenhersteller Remington(öffnet im neuen Fenster) erreichen.


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