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Schulen: Baden-Württemberg hat kein Geld für Informatikunterricht

Plötzlich ist von den Versprechungen des Ministerpräsidenten nichts mehr übrig. Das reiche Bundesland will an der Informatik sparen.
/ Achim Sawall
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Jugendliche bei einem IT-Wettbewerb von Liberty Global in Amsterdam (Bild: Achim Sawall/Golem.de)
Jugendliche bei einem IT-Wettbewerb von Liberty Global in Amsterdam Bild: Achim Sawall/Golem.de

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) möchte die Einführung von Informatik in Klasse 7 im Bundesland Baden-Württemberg stoppen. Das gab die Gesellschaft für Informatik bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Auch Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) lehnte es ab, mehr Geld für Lehrerstellen auszugeben. Noch in dieser Woche trat Eisenmann als Schirmherrin der Informatiklehrertagung auf.

Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doro Moritz, bezeichnete(öffnet im neuen Fenster) Eisenmanns Schritt als "grün-schwarzes Bildungs-Chaos" . In den vollen Klassenzimmern, bei den jetzt schon überlasteten Lehrkräften und bei den Eltern habe niemand Verständnis, warum angesichts guter Steuereinnahmen und der Mehreinnahmen nach der Neuregelung des Länderfinanzausgleichs auf Kosten der Schüler gespart werden solle. "Es ist absurd, dass aufgrund der überholten Schülerzahlprognose aus dem Jahr 2014 Stellen gestrichen werden sollen" , sagte Moritz.

Die Informatikbildung sei jahrzehntelang abhängig vom Engagement der jeweiligen Schule gewesen. "Diese Modernisierung war jahrzehntelang immer wieder aufgeschoben worden – dann kam im Oktober 2015 zum ersten Mal Bewegung in die Schulinformatik" , berichteten die Informatiker.

Kretschmann nahm den Mund voll

Auslöser sei Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) mit dem Versprechen gewesen(öffnet im neuen Fenster) : "Alle Schüler an allgemein bildenden Schulen werden eine verbindliche Grundbildung in Informatik bekommen."

Im Februar 2016 hatte auch die CDU gefordert(öffnet im neuen Fenster) , "das Fach Informatik umgehend von Klasse 6 bis 10 verbindlich einzuführen und zudem entsprechend qualifizierte Informatiklehrkräfte einzusetzen" .

Dieses Ziel müsse weiter verfolgt werden, forderten die Informatiker. Der bestehende Rückstand sei schlimm genug; die Entwicklung jetzt sogar umzukehren, werde das Land teuer zu stehen kommen.


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