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Lehrkräfte warten vergeblich auf Unterstützung

Auf dienstliche Unterstützung bei der Digitalisierung der Schulbildung warten Lehrkräfte also bisher vergeblich. Sie bekommen sie auch nicht durch von Kultusministerien initiierte Forschungsinitiativen oder Bildungskommissionen. Inhaltliche Unterstützung kommt bislang vor allem vom Forum Digitalisierung Bildung. In ihm haben sich acht große Stiftungen zusammengeschlossen - darunter die der Telekom, des Verlagshauses Bertelsmann sowie jener von Bosch und Siemens. Das Forum veröffentlicht Handreichungen und organisiert Fortbildungen sowie Kongresse zur Digitalisierung der Schulbildung. Das ist gut. Doch wollen wir die Entwicklung des Unterrichts wirklich Konzernen überlassen?

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Zumal gute Pädagogen Konzepte für die Digitalisierung ihres Unterrichts gerne selbst entwickeln würden. Für viele ist die Gestaltung einer Unterrichtseinheit die schönste Aufgabe, die ihr Beruf zu bieten hat. Didaktische Konzepte fallen aber nicht vom Himmel. Ihre Ausarbeitung erfordert Zeit.

Ein weiteres Problem: der Lehrermangel

Die haben Lehrer vielerorts nicht. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung gaben 2019 mehr als drei von vier Schulleitern an, ihr Beruf mache ihnen keinen Spaß mehr, weil sie Kollegen laufend über das von diesen geschuldete Maß hinaus belasten müssen. Sieben von zehn Direktorinnen und Direktoren klagten über Lehrermangel.

Solange Kultusministerien an Schulen jedoch nicht genug Planstellen schaffen, fehlt es engagierten Lehrern an der Zeit für die Digitalisierung des Unterrichts. Dann erarbeiten sie neue Unterrichtskonzepte am Nachmittag - nachdem sie vormittags zusätzlich zu ihrem eigenen Deputat Vertretungsstunden übernommen haben und bevor sie am Abend ihren Unterricht vorbereiten oder Korrekturen erledigen.

Schulen rufen Geld aus dem Digitalpakt nicht ab

Viele Schulleitungen wollen das von ihren Kollegen nicht verlangen. Deshalb konnten nur wenige bislang die didaktischen Konzepte vorlegen, die Kultusministerien einfordern, bevor sie Mittel aus dem Digitalpakt Schule bewilligen. Von dessen 5,5 Milliarden Euro hatten sie nach Auskunft des Bitkom bis Mitte März nur einen Bruchteil ausgereicht. Das meiste Geld floss mit 116 Millionen Euro an Hamburger Schulen. Bayern hatte neun Millionen Euro verteilt, Niedersachsen 6,3 Millionen. In weitere fünf Bundesländer flossen insgesamt 10,8 Millionen Euro. Vier Bundesländer hatten bis März noch gar keine Anträge bewilligt.

Es ist nicht so, dass Schulleitungen und Lehrerschaft dieses Geld nicht wollen. Es sind die von ihren Dienstherren geschaffenen Rahmenbedingungen, an denen die Digitalisierung der Schulbildung scheitert. Die Beteiligung der Kultusministerien am digitalen Unterricht verdient daher die Note "ungenügend".

In den 16 deutschen Bundesländern gibt es mehr als 30.000 Schulen. Dieser Kommentar kann nicht der Situation an jeder einzelnen davon gerecht werden. Manche Schulen sind bei der Digitalisierung ihres Unterrichts bereits viel weiter als hier beschrieben. Andere haben unter Umständen noch gar nicht damit begonnen. Was dieser Kommentar daher versucht: ein aus der eigenen Schulerfahrung des Autors und zahlreichen Gesprächen mit Lehrerkollegen gespeistes Bild der Grenzen zu zeichnen, auf die die Digitalisierung der Bildung an vielen Schulen stößt. Der Autor hat sieben Jahre lang an bayerischen und baden-württembergischen Gymnasien unterrichtet.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

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 Lehrkräfte brauchen technischen Support
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alabiana 02. Jul 2020

Ich hatte an der Fachoberschule in Wirtschaft Lehrer, die meiner Meinung nach die ihnen...

alabiana 02. Jul 2020

Richtig. In den Schulen, in denen solche Ausstattung besser ist, wurde meist erst...

schnedan 24. Jun 2020

also da ich einen volumenbegrenzten Vertrag habe reduziere ich youtube videos auch mal...

ooops99 23. Jun 2020

Genau das sehe ich auch als das zentrale Problem. Die Lehrer sollen aktuell pädagogische...

jankapunkt 23. Jun 2020

Naja es gibt auch weniger personelle Konsequenzen im Schul-/Hochschulbereich bei "nur...


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