Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Schuldentilgung: Samsung kauft ZF die Assistenzsystem-Sparte ab

Samsung übernimmt die ADAS-Sparte von ZF Friedrichshafen. Der Deal soll Samsungs Position im Automarkt stärken – und ZF von Schulden befreien.
/ Andreas Donath
12 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
ADAS-Sensortechnologien von ZF (Bild: ZF Friedrichshafen)
ADAS-Sensortechnologien von ZF Bild: ZF Friedrichshafen

Samsung Electronics hat den Kauf der Assistenzsystem-Sparte von ZF Friedrichshafen angekündigt. Die Übernahme durch die Tochter Harman International kostet 1,5 Milliarden Euro, umgerechnet etwa 1,76 Milliarden US-Dollar, berichtet Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) . Der Abschluss ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant, vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden.

Samsung hatte Harman International bereits 2017 übernommen . Damals erwirtschaftete die Autosparte sieben Milliarden US-Dollar Umsatz, mittlerweile sind es mehr als elf Milliarden. Mit der ZF-Übernahme will Samsung seine Position bei Fahrzeugsicherheit und Assistenzsystemen ausbauen.

ZF Friedrichshafen beliefert Hersteller wie BMW und Volkswagen mit Getrieben und Komponenten. Der deutsche Zulieferer bezeichnet den Verkauf als strategische Neuausrichtung. Das Geld soll helfen, Schulden abzubauen und sich auf Kerntechnologien zu konzentrieren.

Wie geht es weiter? – ADAS-Markt lockt Samsung

Die Übernahme erlaubt Samsung den Eintritt in den Markt für Fahrerassistenzsysteme. Dazu gehören adaptive Geschwindigkeitsregelung, Spurhalteassistenten und Notbremsautomatik. Autohersteller bauen diese Technologien zunehmend in ihre Fahrzeuge ein, Zulieferer stehen unter Druck, mitzuhalten.

Harman International produziert bereits Audiosysteme, Infotainment-Plattformen und Connected-Car-Technologien. Die ADAS-Fähigkeiten von ZF könnten Harman erlauben, Autoherstellern integrierte Lösungen anzubieten. Das Kartellverfahren kann über ein Jahr dauern. Details zu möglichen Auflagen nennen weder Samsung noch ZF.

Warum ist das wichtig? – Konsolidierung geht weiter

Samsung verfolgt Automobiltechnologie über mehrere Kanäle. Das Unternehmen fertigt Halbleiter für Fahrzeuge und entwickelt Batterietechnologien. Mit der ADAS-Übernahme steigt Samsung nun in Systeme ein, die Fahrzeuge steuern, statt nur Komponenten zu liefern. Der Wandel zu elektrischen und autonomen Fahrzeugen erfordert hohe Forschungsinvestitionen. Kleinere Zulieferer können das allein kaum stemmen. Der Samsung-Deal zeigt: Wer im Automarkt mitspielen will, muss groß einkaufen – oder läuft Gefahr, selbst übernommen zu werden.


Relevante Themen