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Schuldenpaket: Geld für die Esa und Milliarden für Weltraumverteidigung

Die Regierung stockt das Budget der Esa auf. Parallel sollen große Summen in Fliegen mit Hyperschall und den Schutz von Satelliten fließen.
/ Mario Petzold
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Eine Ariane-6-Trägerrakete startet am 4. November 2025 auf dem europäischen Weltraumhafen in Französisch-Guayana. (Bild: ESA/CNES/Arianespace/ArianeGr/Video du CSG-P. Piron)
Eine Ariane-6-Trägerrakete startet am 4. November 2025 auf dem europäischen Weltraumhafen in Französisch-Guayana. Bild: ESA/CNES/Arianespace/ArianeGr/Video du CSG-P. Piron

Im Jahr 2026 sollen zusätzliche 273 Millionen Euro für die Europäische Weltraumagentur (Esa) bereitgestellt werden. Das Geld soll aus dem Sondervermögen für Verteidigungsausgaben fließen, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete.

Dafür sollen mehrere Projekte gezielt gefördert werden. Es geht um die Bergung von Satelliten im All, Warnsysteme für Sonnenstürme und Trägersysteme wie die Ariane 6, die erst am 4. November neue Satelliten in einen sonnensynchronen Orbit transportierte.

Deutschland würde dann mehr als eine Milliarde Euro zum insgesamt knapp acht Milliarden Euro umfassenden Budget der Esa(öffnet im neuen Fenster) beitragen. Frankreich wäre als größter Zahler abgelöst. Das meiste Geld aus dem Topf fließt anschließend in Form von Aufträgen an Unternehmen in die Mitgliedsländer zurück.

Insgesamt 35 Milliarden eingeplant

Ziel ist es, mit der Förderung die deutsche Unabhängigkeit beim Zugang ins All zu unterstützen und die Nutzbarkeit des Orbits für alle zu schützen. Allerdings sollen auch weiterführende Maßnahmen ergriffen werden, wie das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) berichtete.

Bis 2035 sollen insgesamt 35 Milliarden Euro investiert werden und damit das Dreifache des jährlichen Budgets, das derzeit für deutsche und europäische Weltraumprogramme aufgewendet wird.

Laut dem Bericht wird die genaue Strategie noch abgestimmt. Insgesamt soll es darum gehen, gemeinsam mit verbündeten Ländern auf Bedrohungen im Weltraum reagieren zu können, eine Abschreckung aufzubauen und die internationale Kooperation zu fördern.

Eigene Fähigkeiten ausbauen

Ausgebaut werden soll vor allem das eigene Raketensystem für den unabhängigen Zugang zum All. Mit dem Trägersystem Ariane gibt es zwar eine Möglichkeit, aber diese kann mit der Konkurrenz von SpaceX kaum mithalten. Vier Starts der europäischen Rakete seit 2024 stehen mehr als 200 Starts der Systeme des Privatkonzerns gegenüber.

Auch in den Bereich hyperschallfähiger Fluggeräte soll investiert werden. Damit sind Trägersysteme gemeint, die in der Atmosphäre mindestens fünffache Schallgeschwindigkeit erreichen.

Unklar soll dagegen noch sein, was zum Schutz der orbitalen Infrastruktur zu unternehmen ist. Dabei geht es um die Möglichkeit, andere Satelliten zu zerstören beziehungsweise eigene Satellitensysteme vor solchen Angriffen zu schützen.

Solche Handlungen dürften aber so viele Trümmerteile produzieren, dass sämtliche Satelliten in der entsprechenden Höhe betroffen wären. Immerhin forscht die Esa(öffnet im neuen Fenster) bereits daran, genau diesen Schrott unschädlich zu machen – oder gar nicht erst zu produzieren.


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