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Kontoeröffnung: Kleinganoven, überforderte Hotlines und ein einfaches Konto

Ein Konto zu eröffnen könnte so einfach sein, isses aber nicht immer. Ein Trauerspiel in drei Akten über gefälschte Verträge und deren Folgen bei der Schufa - und die Tatsache, dass man auf eine Noreply-E-Mail nicht antworten kann.

Ein Erfahrungsbericht von Stephan Urbach veröffentlicht am
Geldangelegenheiten können ihre Tücken haben.
Geldangelegenheiten können ihre Tücken haben. (Bild: Public Domain)

Nur noch schnell unterschreiben und den Ausweis vorzeigen. Das Post-Ident für mein neues Konto habe ich hinter mir und in ein paar Tagen sollte die Kontoeröffnung erledigt sein. Ein ganz normaler Vorgang, mag man sich denken, und das ist doch sicherlich keinen Artikel wert. Doch das Abenteuer, zu diesem Konto zu kommen, ist ein aufregender Dreiakter. In den Hauptrollen: Kleinganoven, kafkaeske Bürokratie, überforderte Hotlines und eine privatwirtschaftliche Firma, mit der ich keinen Vertrag habe, die aber mit mir Geld verdient: die Schufa.

1. Akt: Ich will doch nur ein Konto

Inhalt:
  1. Kontoeröffnung: Kleinganoven, überforderte Hotlines und ein einfaches Konto
  2. 2. Akt: Ich habe kein Konto bei der Berliner Sparkasse
  3. 3. Akt: Nachspiel

Im November des Jahres 2017 ist klar, dass ich mich selbstständig machen werde. Ich gehe unter die seriösen Unternehmensberater - also nicht KPMG, EY, Accenture und wie sie alle heißen - und werde mein Wissen an kleine Firmen weitergeben. Seriös bin ich schon dadurch, dass ich weiterhin Hoodies tragen werde und mich eben nicht in einen Anzug quetsche, der genau nichts darüber sagt, was ich kann oder nicht kann (außer einen Anzug zu tragen). Ich tue, was man halt so tut, um seine Geschäfte starten zu können: Gewerbe anmelden, Domain registrieren, Steuernummer beantragen und natürlich ein Konto eröffnen. Nach ein wenig Recherche entscheide ich mich für eine Bank, die einen Online-Beantragungsprozess hat. Klick, tipp, klick, klick, tipp, tipp. Warten.

Abgelehnt. Huch! Was ist hier los? Aufgrund der Erfahrungen aus meiner Zeit als Bankkaufmann habe ich schon nach wenigen Sekunden eine Idee: Irgendetwas in der Schufa könnte mir die Möglichkeit dieses Kontos verhageln. Die Schufa ist eine sogenannte Auskunftei und sammelt Daten über fast jeden Menschen, der mindestens ein Konto hat. Was es mit diesen Daten auf sich hat? Nun, das ist noch nicht ganz klar. Klar ist auch nicht, ob die Bank mein Konto wirklich aufgrund meines Schufa-Eintrags abgelehnt hat. Dabei können noch viele weitere Faktoren eine Rolle gespielt haben, aber meine Branchenerfahrung deutet so stark in diese Richtung, dass ich gar nicht erst bei der Bank nachfrage. Ich überprüfe zunächst, was die Schufa über mich gespeichert hat. Auf ihrer Webseite steht sehr genau, wie ich meine Daten kostenfrei abrufen kann, es braucht nur einen Brief. Den schicke ich ab und Mitte Dezember kommt die Antwort.

Auf mehreren eng bedruckten Seiten mit Informationen über meinen jetzigen und den vorherigen Wohnort, einer langen Liste von Einträgen bei der Schufa und einer Auflistung, wie die Schufa bei bestimmten Anfrageverfahren antworten würde, kann ich nun suchen, was mir das Konto versaut haben könnte. Ich weiß, dass ich dort seit einiger Zeit einen Negativeintrag habe, doch ich hatte bisher trotzdem keine Schwierigkeiten bei Finanzgeschäften. Ich vermute also, dass da noch etwas anderes ist.

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Da der jährliche Kongress des Chaos Computer Club naht, ich eine Firma hochzuziehen habe und ich mittlerweile ein - wenn man das überhaupt so nennen darf - Konto woanders habe, lasse ich den Brief aber erst mal liegen. Ich nehme mir fest vor, mir das noch genauer anzusehen, denn ich will dieses echte, richtige, schöne und komfortable Konto. Eines, bei dem ich kein Problem habe, den Namen auszusprechen und nicht dabei im Boden versinke.

Weihnachten, Kongress und Silvester ziehen ins Land, der neue Kalender hängt an der Wand und der Ablagestapel winselt laut. Beim Abarbeiten des Stapels fällt mir auch wieder dieser Brief in die Hände und er wandert von diesem Stapel auf den Wohnzimmertisch, irgendwann habe ich sicherlich Zeit, ihn genauer anzusehen.

Handyverträge, die ich nicht abgeschlossen habe

Im Januar habe ich Zeit, mir die Eigenauskunft der Schufa genauer anzuschauen. Ich breite die Seiten vor mir auf dem Tisch aus und beginne zu lesen: Konto, Kreditkarte, mein Internetzugang, mein Mobilfunkvertrag, zwei Abfragen eines großen Versandhändlers, sechs Anfragen von Telefónica, fünf Verträge mit Telefónica, eine Anfrage von Mobilcom-Debitel, die Anfrage nach dem abgelehnten Konto, uralter Ratenkredit, der alte Negativeintrag. Sieht ja erst einmal ganz gut aus. Wait. What? Telefónica? Ich bin da seit über zehn Jahren nicht mehr Kunde gewesen.

Die Schufa speichert Daten, die ihre Vertragspartner übermitteln, so dass laufende Verträge mit Zahlungsverpflichtungen im Regelfall bei der Schufa gespeichert sind, und berechnet daraus einen Scorewert, der den Kunden der Schufa sagt, wie wahrscheinlich es ist, dass die Zahlungsverpflichtungen bedient werden. Mehrere Handyverträge drücken den Score wohl ganz schön nach unten, was den Vertragspartnern der Schufa - unter anderem Banken, Versandhändler, Telefonunternehmen - sagt, dass ich eher wahrscheinlich nicht in der Lage bin, meine Verbindlichkeiten zu bezahlen. Da könnte er also sein, der Grund dafür, dass ich mein Konto nicht eröffnen konnte. Aber was mach ich jetzt? Keine Ahnung. Zum Glück erwarte ich für nachmittags eine Freundin zum Kaffeetrinken, die Anwältin ist, spezialisiert auf Datenschutz. Sie rät mir, einfach mal bei Telefónica anzurufen.

2. Akt: Ich habe kein Konto bei der Berliner Sparkasse 
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/mecki78 26. Apr 2018

Dann ist das halt so. Und? Dann zahle ich sie entweder komplett oder aber ich gehe zu...

Apfelbaum 26. Apr 2018

Sorry, ich wollte nur lustig sein. Im Nachhinein auf deine Kosten finde ich es auch nicht...

HerrUrbach 26. Apr 2018

Fidor, N26 (*lachend ab*), netbank (sehr günstig) sind die ersten, die mir spontan...

HerrUrbach 26. Apr 2018

Das finde ich sehr plausibel. Die andere plausible Theorie: Hehler/Dealer, die halt...

User_x 25. Apr 2018

Kreditgeschäfte im Micropayment-Bereich oder Ortung zur Terrorabwehr. Irgend ein Vorwand...


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