Schrottsammler: USA verbieten Lithium- und Wolfram-Exporte
Das US-Handelsministerium hat laut einem Bericht des Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) eine neue Regel erlassen, die ein Jahr lang den Export von Batterie- und Wolframschrott einschränkt. Verantwortlich ist das Bureau of Industry and Security. Die Anordnung soll noch in diesem Monat in Kraft treten und verpflichtet inländische Verkäufer, den Großteil ihrer gesammelten Bestände an Käufer innerhalb der USA zu verkaufen, statt sie ins Ausland zu verschiffen.
Betroffen sind Schrott aus Lithium-Ionen-Batterien, in der Branche als Black Mass bekannt, sowie Wolframabfälle und Wolframschrott. Behördenvertreter bezeichnen die Maßnahme als vorübergehenden Schritt, um Lieferketten für die Verteidigungsindustrie und andere Hersteller zu sichern. Die USA importieren derzeit einen erheblichen Teil dieser Materialien.
Risiko für die nationale Sicherheit
Die US-Regierung stützt die Maßnahme auf Section 101 des Defense Production Act. Dieses Gesetz erlaubt staatliche Eingriffe, wenn eine Lücke in der heimischen Versorgung als Risiko für die nationale Sicherheit eingestuft wird.
Wolfram wird in den USA seit 2015 nicht mehr kommerziell abgebaut. Recycelter Schrott ist damit nahezu die einzige inländische Quelle für das Metall, das in Munition, Schneidwerkzeugen und anderer Rüstungstechnik verwendet wird. China stellt fast vier Fünftel der weltweiten Wolframförderung und hat seine eigenen Exportlizenzen für das Metall in den vergangenen anderthalb Jahren weiter verschärft.
Bei Black Mass aus Batterien zeigt sich ein ähnliches Ungleichgewicht. Branchenschätzungen zufolge liegt der Großteil der weltweiten Verarbeitungskapazität für Black Mass in China. In den USA gesammeltes Material wurde bislang oft dorthin verschifft, statt es im Inland zu verarbeiten.


