Abo
  • Services:
Anzeige
Jeder zweite Klick im Internet soll auf das Konto von autonomen Softwarerobotern gehen.
Jeder zweite Klick im Internet soll auf das Konto von autonomen Softwarerobotern gehen. (Bild: Jeff J Mitchell/Getty Images)

Schutz vor Fake-Profilen

Wirtschaftswoche Online: Der nächste große Wahlkampf steht im November an: Die Präsidentschaftswahlen in den USA. Wie schätzen Sie die Lage in den sozialen Medien hinsichtlich Bots ein?

Hegelich: Es hat eine totale Professionalisierung stattgefunden. Es gibt viele Unternehmen, die Social-Media-Analysen machen plus X. Was das X ist, weiß man nicht genau. Eine PR-Firma hat erst vor wenigen Monaten erklärt, dass sie eine Million Dollar dafür verwendet, Hillary Clinton ein positives Image in den sozialen Medien zu verschaffen. Ihr quasi eine Trollarmee aufzubauen. Was genau die Firma macht, weiß man nicht. Nach der Ankündigung sind viele Facebook-Seiten von Konkurrent Bernie Sanders zusammengebrochen.

Anzeige

Außerdem ermöglicht Facebook es den Parteien in den USA, personalisierte, passgenaue Wahlwerbung zu schalten - gegen viel Geld. Die Parteien können Facebook anhand der Wahllisten melden, welche Realpersonen sie unterstützen. Facebook gleicht die Echtnamen mit den Facebook-Namen ab und ermöglicht gezielte Werbung, sogenanntes Microtargeting. Obama hat diese Möglichkeit auch bereits bei der vergangenen Präsidentschaftswahl genutzt, um unter anderem schwarze Frauen in ländlichen Gebieten zu erreichen. Dabei reicht es schon aus, die Menschen am Wahltag an die Abstimmung zu erinnern, um die Massen zu mobilisieren.

Wirtschaftswoche Online: In der Vergangenheit gab es ja auch Fälle, in denen deutschen Politikern nachgesagt wurde, sich beispielsweise Fake-Follower gekauft zu haben. Wie verbreitet ist das Phänomen Social Bots in der deutschen Politiklandschaft?

Hegelich: Es wird noch relativ wenig betrieben. Die Parteien fangen erst jetzt an, darüber nachzudenken. Das wäre schon ein Skandal bei uns, wenn zum Beispiel Frau Merkel eine Million Euro dafür ausgeben würde, um in allen sozialen Plattformen ein positives Bild von sich herzustellen. In Amerika ist das anders. Die Deutschen sind sehr vorsichtig. Irgendeine Partei wird aber damit anfangen und große Erfolge mit den Bots haben. Dann ist der Bann gebrochen und anderen ziehen nach.

Was viele sagen, ist noch lange nicht wahr

Wirtschaftswoche Online: Was muss ich tun, um nicht auf einen Bot reinzufallen? Wie kann ich mich als Privatperson schützen?

Hegelich: Generell gilt: Vorsichtig sein. Sachen, die einem merkwürdig vorkommen, hinterfragen. Der gesunde Menschenversstand lehrt mich, dass Qualität und Quantität irgendwie zusammengehören. Wenn ich etwas mehrmals höre, muss auch etwas dran sein, denken wir. Diese Gleichung geht im Internet aber nicht mehr auf. Wenn etwas millionenfach geteilt wurde, muss nicht unbedingt etwas Wahres dran sein. Das muss sich jeder klar machen.

Man sollte immer skeptisch werden, wenn merkwürdige Muster auffallen. Eine ältere Dame, die gerne Facebook nutzt, hat mir neulich erzählt, dass sie immer Freundschaftsanfragen von amerikanischen Soldaten bekommt. Wenn das einmal passiert, kann das ein Zufall sein. Aber wenn sich ein Muster abzeichnet, steckt ein Programm dahinter. Oft tarnen sich die Bots auch hinter Profilen von gutaussehenden Frauen. Die Fotos ähneln sich stark. So etwas sollte man am besten sofort blockieren.

Wirtschaftswoche Online: Müsste die Politik härter durchgreifen, vielleicht ein Gesetz gegen Bots erlassen?

Hegelich: Es muss auf jeden Fall etwas passieren. Was genau, da bin ich mir noch nicht sicher. Als erstes müsste eine offene Debatte darüber angestoßen werden. Es ist nicht alles negativ. Viele Dinge, wie die Chatbot-Idee für Messenger, finde ich spannend. Sie vereinfacht unseren alltäglichen Umgang mit Computer und Smartphone, wenn dahinter nicht eine perfide Geschäftsidee steht, nämlich sich zwischen Nutzer und Dienstanbieter schalten, um Daten abzufangen. Hier muss es mehr Transparenz geben. Ein vorschnelles, generelles Verbot halte ich nicht für sinnvoll. Zumal die Betreiber solcher Bots nicht in Deutschland oder Europa sitzen, sondern oft am anderen Ende der Welt.

 Gefährden Bots die Demokratie?

eye home zur Startseite
Pointer 25. Jul 2016

Guggst du: http://lmgtfy.com/?q=AI+Box+Experiment

Pointer 25. Jul 2016

Leider nicht jedem. In den sechziger Jahren lernten wir noch Informationen kritisch...

jungundsorglos 21. Jul 2016

Das gilt nicht nur fürs Internet, wie der Artikel andeutet. Auch nicht nur bei komischen...

lala1 21. Jul 2016

"bösartige Bots" ... Bots sind nicht gut und böse (genau so wie Tiere nicht) sondern es...

theonlyone 21. Jul 2016

Poste mal ein paar links zu solchen Topics. Wenn man da ein Muster erkennen kann wird...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. T-Systems International GmbH, verschiedene Standorte
  2. DR. JOHANNES HEIDENHAIN GmbH, Traunreut
  3. ETAS GmbH & Co. KG, Stuttgart
  4. kubus IT GbR, Dresden


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. 195,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Action

    Bungie bestätigt PC-Version von Destiny 2

  2. Extremistische Inhalte

    Google hat weiter Probleme mit Werbeplatzierungen

  3. SpaceX

    Für eine Raketenstufe geht es zurück ins Weltall

  4. Ashes of the Singularity

    Patch sorgt auf Ryzen-Chips für 20 Prozent mehr Leistung

  5. Thimbleweed Park im Test

    Mord im Pixelparadies

  6. Bundesgerichtshof

    Eltern müssen bei illegalem Filesharing ihre Kinder verraten

  7. Gesetz beschlossen

    Computer dürfen das Lenkrad übernehmen

  8. Neue Bildersuche

    Fotografenvereinigung Freelens klagt gegen Google

  9. FTTB

    Unitymedia baut zwei Gemeinden mit Glasfaser aus

  10. Hashfunktion

    Der schwierige Abschied von SHA-1



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Vikings im Kurztest: Tiefgekühlt kämpfen
Vikings im Kurztest
Tiefgekühlt kämpfen
  1. Future Unfolding im Test Adventure allein im Wald
  2. Nier Automata im Test Stilvolle Action mit Überraschungen
  3. Nioh im Test Brutal schwierige Samurai-Action

Logitech UE Wonderboom im Hands on: Der Lautsprecher, der im Wasser schwimmt
Logitech UE Wonderboom im Hands on
Der Lautsprecher, der im Wasser schwimmt
  1. Playbase im Hands on Sonos bringt kraftvolles Lautsprechersystem fürs Heimkino
  2. Mikrosystem Usound baut Mems-Lautsprecher für Kopfhörer
  3. Automute Stummschalten beim Ausstöpseln der Kopfhörer

Forensik Challenge: Lust auf eine Cyber-Stelle beim BND? Golem.de hilft!
Forensik Challenge
Lust auf eine Cyber-Stelle beim BND? Golem.de hilft!
  1. Reporter ohne Grenzen Verfassungsklage gegen BND-Überwachung eingereicht
  2. Selektorenaffäre BND soll ausländische Journalisten ausspioniert haben
  3. Ex-Verfassungsgerichtspräsident Papier Die Politik stellt sich beim BND-Gesetz taub

  1. Re: Glückwunsch zur erfolgreichen Landung!

    Frank... | 02:20

  2. Re: Scheint so als würde denen das Geld langsam...

    ZuWortMelder | 01:48

  3. Re: Job vergeben

    plutoniumsulfat | 01:28

  4. kennt jemand ein UNI-Windows-Consolen-Hash...

    Golressy | 01:22

  5. Re: Wer seine Kinder als wahre Täter von...

    Garius | 01:21


  1. 22:53

  2. 19:00

  3. 18:40

  4. 18:20

  5. 18:00

  6. 17:08

  7. 16:49

  8. 15:55


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel